Auch Klötzer Autofahrer ärgern sich über extrem gestiegene Benzinkosten

„Ich tanke immer nur für 30 Euro“

Die Tanknadel steht auf Null
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Wenn die Tanknadel dieser Tage anzeigt, dass man wieder zur Tankstelle muss, dann tut das der Geldbörse richtig weh. Die Preise sind aktuell extrem hoch.
  • Birgit Stephani
    VonBirgit Stephani
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Klötze – „Mir sind die hohen Preise egal“, sagt Hans Gruber. „Ich tanke sowieso immer nur für 30 Euro“, schmunzelt der Rentner und räumt ein, dass er aber auch merke, dass er für sein Geld weniger im Tank hat.

Extrem hohe Benzinpreise ärgern aktuell viele Kunden, wenn sie mit ihrem Auto zur Tankstelle fahren. Obwohl die Altmark im Vergleich zu anderen Regionen sogar noch günstig wegkommt, spüren auch die Klötzer, dass Autofahrten ins Geld gehen. Viele allerdings haben in der ländlichen Region gar keine andere Möglichkeit als das Auto zu nutzen.

Der 24-jährige René Langscheid muss täglich mit seinem Auto von Klötze nach Wolfsburg zur Arbeit fahren. „Die Benzinpreise spüre ich bei meinem geringen Lehrlingsgehalt doch extrem“, meint er. „Da bleibt nicht viel Geld für andere Dinge über, außer, dass ich noch Miete zahle. Aber Geld habe ich am Monatsende wirklich nicht mehr über. Und ein Großteil ist dann fürs Tanken draufgegangen.“ Seine Theorie für die hohen Preise lautet: „Die (Regierung) wollen uns damit zwingen, dass wir uns alle E-Autos kaufen. Aber wer kann sich das bitte leisten?“, fragt er sich. Er zeigt auf seinen Wagen, ein Kleinwagen älteren Baujahres und meint: „Den hab ich mir von meinem Ersparten gekauft. Mehr ist nicht drin, aber eigentlich reicht der mir auch.“ Der Wagen hat zwar schon rund 250 000 Kilometer auf dem Tacho, läuft aber gut und ohne Probleme. „Mein Auto muss mich von A nach B bringen“, sagt René Langscheid. „Ich kann mir einfach nichts anderes leisten. Und wenn ich jetzt mein ganzes Geld für Benzin ausgeben muss, dann bleibt auch nichts zum Sparen, damit ich irgendwann mal ein anderes Auto kaufen kann.“

Mit ihrem Wohnmobil auf der Durchreise sind Ingrid und Franz Stadelmaier, die eigentlich im Allgäu leben. Im Gegensatz zu den Altmärkern sind die beiden Süddeutschen sogar fast verwundert über relativ günstige Benzinpreise „hier oben“. Es sei ja bekannt, dass vieles im Süden von Deutschland teurer sei. „Da sind die Benzinpreise in der Altmark fast schon eine Wohltat“, meint Franz Stadelmaier. Ganz realistisch gesehen findet das Ehepaar die aktuellen Preise aber „insgesamt eine Frechheit. Alles wird auf uns Bürger abgewälzt. Wir müssen sämtliche Preiserhöhungen tragen. Von Tag zu Tag wird alles teurer, aber die Löhne steigen nicht“, schimpft sich Franz Stadelmaier in Rage, während der teure Dieselkraftstoff in den Tank seines Wohnmobils fließt. Am Ende zeigt die Preisanzeige satte 95 Euro an. „Rechnen Sie das mal um, was das in D-Mark ist“, beschwert sich der Allgäuer weiter. Doch seine Frau fällt ihm ins Wort: „D-Mark und Euro, das darf man heute nicht mehr vergleichen. Alles wird über die Jahre teurer.“

Auch das Ehepaar ist der festen Überzeugung, dass die Bürger durch extrem hohe Benzinkosten dazu gezwungen werden sollen, sich umweltfreundlichere E-Autos anzuschaffen. „Das haben die in Berlin sich toll ausgedacht. Da gibt es vermutlich auch an jeder Ecke eine Ladesäule. Uns im Allgäu geht es aber genauso wie den Altmärkern: Ladesäulen sind eher seltener vorhanden.“ Einschränken wollen sich aber weder die Stadelmaiers noch die meisten Altmärker. Und viele können es auch gar nicht. Sie sind auf das Auto angewiesen und müssen die hohen Preise daher so nehmen wie sie sind und auf bessere Zeiten hoffen.

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