Acht Namen ändern

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Die Straße Dorfplatz gibt es nicht nur in Schwiesau, sondern auch in Röwitz. Für eine einheitliche Postleitzahl soll der Schwiesauer Name geändert werden.

KLÖTZE. Es ist schon ein bisschen paradox. „Die Post hat mit der DIN-Vorschrift kein Problem, nur sie funktioniert in der Praxis nicht“, berichtete Bürgermeister Matthias Mann im Hauptausschuss. Von Monika Schmidt

Er informierte über das Gespräch mit den Postverantwortlichen über das Anschriften-Chaos in Klötze. Letztendlich wird es so kommen, dass die neue Einheitsgemeinde einlenkt und doch, wie von der Deutschen Post gewünscht, die doppelten Straßennamen in den Ortsteilen ändert, um eindeutige Anschriften zu schaffen.

Das Chaos entsteht vor allem durch die unterschiedlichen Postleitzahlen. Alles mit 38 vorne wird in Braunschweig sortiert, die Orte mit der 39 vorn dagegen in Magdeburg. „Wenn Bürger die von uns vorgeschlagene Anschrift mit dem Ortsteil als zweitem Bestandteil und Klötze hinter der Postleitzahl nimmt, geht es nicht auf“, erklärte Matthias Mann. Er hatte sich intensiv von der Deutschen Post AG über die Adress-Lesart in den Sortierzentren aufklären lassen. Die Anschriften werden von unten nach oben gelesen. 39 und 38 werden als Erstes verteilt. Kommt dann ein Brief mit „39638 Klötze“ in Magdeburg an, heißt es: Das kennen wir nicht. Der Brief wird aussortiert und zum für Klötze zuständigen Sortierzentrum nach Braunschweig geschickt. Dort gibt es dann wiederum das selbe Problem, dass die 39 und Klötze nicht zusammenpassen. Erst im zweiten Schritt wird die Straße gelesen, der Ortsteil unter dem Namen bleibt von der Maschine unbeachtet. Letztendlich dauert es, obwohl die Anschrift nach DIN korrekt ist, zwei bis drei Tage, bis der Brief zugestellt werden kann.

Beim Gespräch mit dem Klötzer Bürgermeister machten die Post-Verantwortlichen auf das Für und Wider der doppelten Straßennamen aufmerksam. Mit dem Ergebnis, „dass es mittlerweile auch meine Überzeugung ist, dass es darauf hinausläuft, die Straßennamen zu ändern“, sagte Matthias Mann im Hauptausschuss.

Insgesamt gibt es 222 Straßen in der Einheitsgemeinde, 26 Namen sind doppelt. In einem ersten Schritt sollen nun acht Namen geändert werden, nämlich in Schwiesau, Wenze, Quarnebeck und Trippigleben. „Damit könnten wir für die gesamte Stadt Klötze eine einheitliche Postleitzahl bekommen“, erläuterte Matthias Mann weiter. „Es würde vieles erleichtern, wenn die Post nur noch in ein Sortierzentrum geht.“ Allerdings würde es etwas dauern, bis die Daten eingepflegt werden können.

Zunächst müssen jedoch die neuen Straßennamen bestimmt werden. Dabei sollen, so betonte Matthias Mann, die Ortschaften selbstverständlich beteiligt werden. Maximal 46 Zeichen kann ein Straßenname haben. Also wäre es eine Möglichkeit, vor den doppelten Namen wie Dorfstraße einfach den Ortsnamen als Zusatz zu setzen, also zum Beispiel Schwarzendammer Dorfstraße und Kunrauer Hauptstraße. „Mit der Zahl der Zeichen kommen wir auf jeden Fall zum Ziel“, schätzte der Klötzer Bürgermeister ein.

Bis die Änderung der Straßennamen durch ist, sollten die alten Anschriften einfach weiterverwendet werden, also mit dem Ortsteil hinter der Postleitzahl. Ziel der Klötzer Verwaltung ist es aber, eine Gleichheit von Meldeanschrift und Postanschrift zu schaffen.

Bei einer Frage, stieß der Klötzer Bürgermeister bei der Deutschen Post AG aber auf eher taube Ohren. Matthias Mann fragte nach, wer denn die ganzen neuen Straßenschilder bezahlt, die nun erneuert werden müssen, weil die Post mit der DIN nicht zurechtkommt. Auf diesen Kosten wird die Stadt wohl allein sitzen bleiben.

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