Drei Kuseyer fliegen zur WM nach Russland / Vorfreude auf südamerikanische Ballkünstler

Abflug zum Achtelfinale

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Sebastian Behrendt (v. l.), René Eggert und Steffen Könnig aus Kusey sind auf dem Weg zur Fußball-WM in Russland. Zwei Achtelfinal-Spiele werden sie sehen. Dass das deutsche Team nicht mehr dabei, ist für sie kein Verlust. Sie freuen sich auf tollen Fußball mit den Südamerikanern und auf den Kontakt zu vielen anderen fröhlich-feiernden Fans.

Kusey. Wenn alles nach Plan geklappt hat, sind drei Kuseyer am Samstag in Moskau gelandet und haben auch schon den Weiterflug nach Kasan angetreten. Sebastian Behrendt, Steffen Könnig und René Eggert wollen bei der WM in Russland dabei sein.

Dass die deutsche Mannschaft schon die Heimreise angetreten hat, ist für sie nicht so schlimm. Es war ohnehin nicht direkt geplant, das deutsche Team zu sehen. Für zwei Achtelfinale, eins am Samstag in Kasan und am Montag in Samara, haben die drei Karten bekommen.

Am Donnerstagabend war das Reisefieber schon zu spüren. Auch wenn die drei Gladbachfans überzeugte Auswärtsfahrer sind und mit ihrer Lieblingsmannschaft auch schon international unterwegs waren, ist die Reise nach Russland doch eine ganz andere Herausforderung. Zumal die Drei noch gar keine Tickets in den Händen halten. „Wir haben jeder eine Fan-ID und einen Gutschein für die Tickets“, erklärt Sebastian Behrendt. Auch wo sie im Stadion sitzen werden, wissen die Kuseyer noch nicht genau. Die endgültigen Tickets gibt es erst in Kasan an der Ticketkasse, die am Samstag um 10 Uhr öffnete. Gelandet sind die Drei – wenn alles geklappt hat – bereits um 8.15 Uhr. Mit den Gutscheinen die Tickets einlösen, schnell ins Hotel und dann ab in Richtung Stadion auf die Fanmeile – das ist der Plan.

Losgefahren sind die Drei Freitagnachmittag. In Leipzig stiegen noch zwei Freunde zu, dann ging es mit dem Pkw nach Prag. Von dort startete um 1 Uhr der Flieger nach Moskau. Von dort ging es eineinhalb Stunden weiter mit dem Flieger nach Kasan.

Wichtigstes Gepäckstück: Die Kusey-Fahne, die schon bei Gladbach-, aber auch bei Länderspielen im Fernsehen zu sehen war. Damit sie im Stadion aufgehängt werden kann, musste Sebastian Behrendt einen Extra-Antrag stellen, hatte er kurz vor der Abreise herausgefunden. „Wir hoffen, dass wir sie aufhängen können“, sagt der Kuseyer.

Am Montag sehen sie Brasilien gegen Mexiko. „Da freuen wir uns besonders auf die Fans“, sagt René Eggert. Aus den bisherigen Übertragungen wissen sie, dass viele Fußballbegeisterte gerade aus Südamerika nach Russland geflogen sind. Mit ihnen wollen die drei Kuseyer in toller Stimmung hoffentlich auch zwei tolle Spiele sehen. „Frankreich ist leichter Favorit“, schätzt Steffen Könnig fürs erste Match. Beim zweiten Spiel, am Montag um 16 Uhr in Samara, ist zwar Brasilien der Favorit. „Aber wir halten es ein bisschen mit den Underdogs aus Mexiko“, so René Eggert. Und schließlich haben sich die Mexikaner ja „in unserer starken Gruppe“, wie Eggert sarkastisch meint, gegen Deutschland durchgesetzt.

Spannend wird die Fahrt zwischen den beiden Spielstätten. Denn ein Zug braucht zu lange und war auch schon ausgebucht. „Man kann nämlich mit der Fan-ID die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen“, weiß Sebastian Behrendt. Aber elf Stunden mit einem Güterzug durch die Gegend zu zuckeln, wäre ohnehin nicht im Sinne der drei Altmärker gewesen. Einen Flieger als Verbindung zwischen den WM-Städten konnten die Kuseyer auch nicht entdecken und buchten deshalb über das Hotel einen Fahrer mit einem Fahrzeug, der sie am Sonntag die etwa 400 Kilometer von Kasan nach Samara bringen wird. „Das wird der abenteuerliche Teil der Reise“, sind sich die drei Kuseyer sicher. Gespannt sind die Männer vor allem auf die Straßenverhältnisse außerhalb der großen russischen Metropolen.

Am Dienstag geht es dann spätabends über Moskau und Prag zurück nach Hause. „Da ist es ja egal, wann wir ankommen“, so Steffen Könnig. Aber auf der eng getakteten Anreise muss schon alles klappen, damit die drei Kuseyer rechtzeitig im Stadion sitzen und ihr großes Kusey-Banner ausrollen können.

„Für uns ist es die letzte Gelegenheit, eine WM zu sehen, auch wenn Russland politisch nicht so ganz einfach zu betrachten ist“, erklärt Sebastian Behrendt den Grund für die Reisestrapazen, die die drei Männer auf sich nehmen. Aber 2022 nach Katar wollen sie nicht fliegen und bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada können sie sich schon logistisch nicht vorstellen, wie die Fans zwischen den einzelnen Spielorten in den drei Ländern hin- und hertransportiert werden sollen. „Und danach sind wir zu alt für so etwas“, gibt Sebastian Behrendt unumwunden zu.

Von Monika Schmidt

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