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Kuseyer erinnern Bürgermeister Uwe Bartels an Wahlversprechen

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Von: Monika Schmidt

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Norbert Nieder überreicht die Unterschriftenliste an Bürgermneister Uwe Bartels.
Sehr engagiert setzt sich Ortsbürgermeister Norbert Nieder (Mitte) für den Erhalt der Kuseyer Grundschule ein. Gemeinsam mit Wolfgang Gottschlich (r.) überreichte er am Montag im Rathaus eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Uwe Bartels. © Monika Schmidt

Klötze / Kusey – „Gefühlt haben aus allen Orten der Einheitsgemeinde Bürger unterschrieben“, stellte Wolfgang Gottschlich gestern erfreut fest. Der Vorsitzende des Kuseyer Männerchores war gemeinsam mit Ortsbürgermeister Norbert Nieder ins Klötzer Rathaus gekommen, um Bürgermeister Uwe Bartels die gesammelten Unterschriften zu übergeben. Etwa 600 Unterzeichner hatten sich in der zehntägigen Aktion von Chor und Ortschaftsrat so für den Erhalt der Kuseyer Grundschule ausgesprochen. So hatten neben Einwohnern aus Kusey auch Quarnebecker, Klötzer, Neuferchauer, Kunrauer und Steimker unterschrieben. „Das freut mich sehr, dass wir auch Unterstützung aus den Nachbarorten haben“, stellte Wolfgang Gottschlich fest.

Eindringlich appellierte im Rathaus Norbert Nieder an den Bürgermeister, sich im Stadtrat für das Kuseyer Anliegen zu verwenden. „Es ist uns ein dringendes Anliegen“, bedankte sich Nieder, dass sich der Bürgermeister gestern Mittag Zeit für die Kuseyer nahm. Die Unterschriften seien ein deutliches Zeichen dafür, dass der Bürgermeister die Parteien an ihre Wahlversprechen erinnern sollte. Denn der Erhalt kleiner Schulen sei bei der Wahl ein wichtiges Thema gewesen. Dass sich gerade die UWG des Bürgermeisters nun für die Schließung der Schule ausspricht, ärgert den Kuseyer Ortsbürgermeister besonders. „Der Schulstandort soll nicht wegrationalisiert werden. Uns liegt die Schule sehr am Herzen“, betonte Norbert Nieder.

Seit neun Wochen versuche er, einen Termin mit dem Planer und einem Experten für den Brandschutz im Rathaus zu bekommen, um gemeinsam nach Lösungen für den Erhalt der Schule zu suchen. Denn Nieder ist der Ansicht, dass nicht alle Brandschutzauflagen auf einmal erfüllt werden müssten. Für eine Ausnahme- oder Sondergenehmigung für Kusey müsse nicht das Gebäude von Grund auf saniert werden. Es reiche aus, so viel wie nötig zu erledigen, und für die restlichen Arbeiten weitere Fördermöglichkeiten zu suchen, erklärte der Ortsbürgermeister. Er ärgerte sich, dass die Argumente der Kuseyer für den Erhalt der Schule einfach ausgesessen würden und stattdessen nur Argumente für die Schulschließung angeführt werden. „Geld ist kein Grund“, beklagte der Ortsbürgermeister einen mangelnden Willen zur Unterstützung. „Für andere Objekte in Kusey wird ohne zu überlegen ein Kredit aufgenommen oder Geld aus der Portokasse genommen“, spielte Nieder auf den Kauf einer Immobilie für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Kusey an. „Ihr wollt Riesen-Objekte kaufen und keiner weiß, wo das Geld dafür herkommt. Und für die Schule, wo das Geld im Haushalt eingestellt ist, gibt es plötzlich einen Sperrvermerk“, argumentierte Nieder weiter.

Bürgermeister Uwe Bartels nahm die Unterschriftenliste an und das Anliegen der Kuseyer mit. Überzeugt schien er von den Argumenten nicht. Wenn die Schüler aus drei Standorten auch in zwei Schulen untergebracht werden, dort dann aber bessere Bedingungen herrschen, „erhalten die Kinder eine höhere Bildung“, sagte Uwe Bartels. Zudem sei bei den beiden anderen Schulen der Brandschutz schon erledigt.

Zwar seien 600 Unterschriften eine große Zahl, räumte Uwe Bartels ein, aber der Stadtrat müsse auch auf einen ausgeglichenen Haushalt, auf die notwendigen hohen Investitionen und die Nachhaltigkeit seiner Beschlüsse achten.

Das Argument, dass mit einer Schulschließung auch der Sportverein sterbe, konnte Uwe Bartels entkräften: „Die Sporthalle bleibt erhalten“, versicherte er. Für das Problem der gemeinsamen Heizung beider Gebäude müsse dann eine Lösung gefunden werden.

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