2011 der nächste Kassensturz

Vor dem Kunrauer Schloss, das ebenfalls mit Leader-Fördermitteln saniert worden ist, begrüßte LAG-Vorsitzender Karl-Heinz Kull (r.) die Mitglieder des Vorstandes. Er zog eine mehr als positive Halbzeitbilanz.

Klötze - Von Monika Schmidt. Die Zusammenarbeit mit den Nachbarn soll intensiviert werden. Deshalb kommt der Vorstand der Leaderaktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ unter Vorsitz von Karl-Heinz Kull heute mit den Nachbarn aus Niedersachsen zusammen. Mit der dortigen LAG „Isenhagener Land“ sollen gemeinsame Projekte und Aktivitäten besprochen werden.

Dabei brauchen sich die Klötzer vor den Nachbarn nicht zu verstecken. In den vergangenen Jahren wurde eine Menge erreicht. Grund genug für Karl-Heinz Kull, eine Halbzeitbilanz der Förderperiode 2007 bis 2013 zu ziehen.

Vor fünf Jahren wurden die ersten Gespräche zur Bildung einer LAG geführt. „Es galt, ein von der Einwohnerzahl her ausreichend großes und gebietsmäßig in sich schlüssiges Gebilde zu formen“, erinnerte Karl-Heinz Kull. Die damalige VG Klötze reichte nicht aus, deshalb wurden die Nachbarn aus Oebisfelde und der Südlichen Altmark mit ins Boot geholt. Rückblickend gilt der Dank des LAG-Vorsitzenden vor allem dem damaligen Oebisfelder Bürgermeister Dr. Hans-Jochen Giffey und Fred Braumann, dem Leiter der Naturparkverwaltung in Oebisfelde, die sich sehr engagiert hatten. „Wir hatten auch mit dem ALFF einen tollen Partner“, bedankte sich Karl-Heinz Kull für die Unterstützung.

Nach ersten Gesprächen im Februar 2006 konnte am 8. November 2006 die LAG „Rund um den Drömling“ gegründet werden. Zwei Arbeitsgruppen wurden gebildet, zum einen Naturschutz und Landwirtschaft, zum anderen Wirtschaft, Tourismus, Dienstleistung und Bildung. „Sie haben sehr gute Arbeit geleistet und ein Konzept entwickelt, das sehr gute Kritiken bekommen hat“, erinnert Karl-Heinz Kull. Im Januar 2008 präsentierte er es im Landwirtschaftsministerium in Magdeburg. Zwar war da schon das erste Jahr der Förderphase verstrichen, aber in Zusammenarbeit mit Leadermanager Wolfram Westhus hatte die LAG bereits „erste Projekte im Köcher“.

Dass die LAG in die Förderung gekommen ist, hat viele Vorteile: So gibt es für die Maßnahmen nicht nur einen Fördervorrang, sondern auch einen zehnprozentigen Förderbonus aus dem Leader- und dem ILEK-Programm. Gerade bei den knapper werdenden finanziellen Mitteln ist das ein Vorteil, ist sich Karl-Heinz Kull sicher. Als finanziellen Orientierungsrahmen für die Förderung hatte das Landwirtschaftsministerium der LAG bis 2013 630 000 Euro zugeteilt. „An uns sind laut letzter Mitteilung des Landesverwaltungsamtes bislang für 19 Vorhaben Gesamtfördermittel in Höhe von 1,164 Millionen Euro geflossen“, kann der LAG-Vorsitzende mit Stolz feststellen. „Damit haben wir den uns zugestandenen finanziellen Orientierungsrahmen bei weitem überschritten“, betont er. Für die noch ausstehende Förderperiode bis 2013 hat das Landwirtschaftsministerium der LAG 245 100 Euro als Fördermittel angekündigt. Der LAG-Vorsitzende ist jedoch zuversichtlich, dass auch dieser Förderrahmen noch aufgestockt werden kann, beispielsweise durch LAGen, die ihre zugestandenen Fördermittel nicht abrufen. „2011 machen wir noch mal Kassensturz“, blickte der LAG-Vorsitzende voraus.

Für 2010 sind drei Maßnahmen im Raum Oebisfelde geplant: die Gestaltung des Denkmalsplatzes in Breitenrode als Eingang zum Drömling für Radfahrer und Besucher aus Richtung Wolfsburg, der Ausbau der Wassensdorfer Badekuhle zum Naherholungsgebiet und die Gestaltung des Buchhorster Dorfplatzes als Wanderrast mit Sanitäranlagen und Informationstafeln. Außerdem stehen aus dem vergangenen Jahr noch der Ländliche Wegebau am Achterhof in Jahrstedt, der begonnen ist, sowie der Ländliche Weg am Galgenberg in Klötze aus.

Für die weitere Zukunft soll die Zusammenarbeit mit den Nachbarn vertieft werden. Die Oebisfelder Bürgermeisterin Silke Wolf wird den Kontakt zur LAG im Landkreis Helmstedt suchen, die Klötzer sprechen mit den Gifhornern. Gemeinsam mit Niedersachsen soll das Thema Grenzmuseum und Grenzlehrpfad, vor allem die Werbung dafür, ausgebaut werden. „Wir brauchen eine in sich schlüssige Werbe-PR-Infrastruktur“, kündigte Karl-Heinz Kull an. „Der Tourismus hört nicht an der Landesgrenze auf“, erinnert er. Wichtig sei auch eine vernünftige Internetpräsentation, die mit den Nachbarn aufgebaut werden soll.

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