Klötzer Bibliothek registriert mehr aktive Benutzer als im Vorjahr / Viele aktuelle Neuerscheinungen

Der 100-Jährige ist ständig weg

+
Zum Regal mit den Neuerscheinungen führt bei vielen Nutzern der Klötzer Bibliothek der erste Weg. Dank finanzieller Zuschüsse konnte Bibliotheksleiterin Iris Wienecke 2013 viele neue Bücher anschaffen, so aktuelle Krimis und Titel der Bestellerliste.

Klötze. „Das war ein super Jahr für uns. “ Bibliotheksleiterin Iris Wienecke hat die ersten Tage des neuen Jahres statt mit Buchstaben vor allem mit Zahlen verbracht. Die Jahresstatistik musste zusammengestellt und an die Fachstelle gemeldet werden.

Gar nicht so einfach, die Vielzahl der Medien aufzulisten. Zwar ist die Zahl der Neuanmeldungen mit 124 gegenüber 131 im Vorjahr leicht zurückgegangen, dafür gab es 2013 mit 1016 mehr aktive Benutzer als 2012 (1000). Auch die Besucherzahlen in der Bibliothek sind mit 13 537 gegenüber dem Vorjahr (13 516) leicht angestiegen.

Ein Grund für das gestiegene Interesse an der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek: 2013 wurde nicht nur im Bestand gründlich ausgemistet und aussortiert, es konnten dank Fördermittel von Land und Kreis auch zahlreiche Bücher neu angeschafft werden. Damit konnte die Bibliothek viele Benutzerwünsche erfüllen. „Es ist schon so, dass die Leute erst im Internet gucken, wann ein neues Buch erscheint und dann in die Bibliothek kommen und es sofort ausleihen wollen“, erklärt Iris Wienecke. Während sie in anderen Jahren oft auf die Taschenbuchausgabe wartete, um die Anschaffungskosten zu senken, konnte die Bibliotheksleiterin 2013 viele aktuelle Titel der Bestsellerlisten als Hardcover anschaffen.

Jonas Jonasson der Favorit

Und die sind dann oft das ganze Jahr über durchgängig ausgeliehen. Zum Beispiel „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson. „Der war das ganze Jahr unterwegs“, freut sich Iris Wienecke, dass sie den Geschmack der Nutzer getroffen hat. Deshalb schaffte sie auch sofort nach Erscheinen im November das nächste Buch des schwedischen Autors an. „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ist wie der Vorgänger ein Hit. „Die ist auch ständig unterwegs. Die Leute wollen das Neueste“, hat Iris Wienecke Verständnis für die Nutzer. Und so führt bei vielen Lesern der Bibliothek der erste Weg zum Neuerscheinungsregal gleich am Eingang.

Ansonsten hat sich der Geschmack der Klötzer Leser nicht großartig geändert. „Krimis gehen immer“, das weiß Iris Wienecke aus Erfahrung. Oft kommen Nutzer, die nach Büchern von einem ganz bestimmten Ermittler suchen, weil sie den aus dem Fernsehen kennen. Historische Romane sind insgesamt immer noch beliebt, aber einen bestimmten Favoriten gibt es bei den Klötzer Bibliotheksnutzern nicht.

Bei Jugendlichen wie jungen Erwachsenen sind die „Tribute von Panem“-Bücher derzeit der große Renner. „Seit der Film läuft, ist die Nachfrage noch einmal gestiegen“, hat Iris Wienecke festgestellt. Auch die Reihe „House of Nights“ ist bei Jugendlichen beliebt, inzwischen gibt es schon zehn Bände zum Ausleihen. „Davon erscheinen so viele Bände, da komme ich mit lesen gar nicht nach“, gibt Ilka Prager, die die Kinderbibliothek betreut, zu. Die Ausleihfavoriten im Obergeschoss, wo die Kinderbibliothek untergebracht ist, ist die Reihe „Drei Fragezeichen-Kids“ bei den Jungen und analog dazu „Die drei Ausrufezeichen“ für die Mädchen. Auch „Star Wars“-Geschichten finden gerade bei den jungen Lesern ein neues Publikum.

Sachbücher bei den Jüngsten beliebt

Vor allem die jüngeren Leser interessieren sich auch sehr für Sachbücher. „Im Vorschulalter sind die Sachbilderbücher beliebt, weil sich die Kinder selbst damit beschäftigen können“, haben die beiden Bibliotheksmitarbeiterinnen festgestellt. Neuester Trend sind Bilderbücher, die mit einem elektronischen Stift gelesen werden können, der weitere Informationen preisgibt. „Aber der ist sehr teuer. Da haben wir probehalber erst einmal nur einen angeschafft“, erklärt Iris Wienecke.

Den ersten Kontakt zur Einrichtung an der Breiten Straße erhalten die Kinder im Vorschulalter über die Kindertagesstätten. Die Vorschulkinder werden „bibfit“ gemacht, mit Erfolg. „Etwa 50 Prozent bleiben da, kommen mit ihren Eltern, um Medien auszuleihen“, freut sich Iris Wienecke. Viele Kindertagesstätten aus dem Stadtgebiet kommen regelmäßig in die Bibliothek. „Das könnte in Kunrau noch etwas mehr werden“, würde sich Iris Wienecke wünschen. Die Außenstelle im Schloss hat sich trotzdem im vergangenen Jahr herausgemacht. Neue Medien wurden angeschafft, der Bestand insgesamt kräftig modernisiert. Durch Gabriele Bock, die die Ausleihe betreut, aber auch als Schulsekretärin arbeitet, ist der Kontakt zur Grundschule da. Die Jungen und Mädchen sind die eifrigsten Nutzer der Kunrauer Bibliothek. Bei den Neuanschaffungen wurden die Wünsche der Kunrauer Nutzer berücksichtigt, was für weitere gute Ausleihzahlen in der Außenstelle sorgte.

Häufig wird das Fachwissen der Klötzer Bibliotheksleiterin auch bei der Lösung von Hausaufgaben genutzt, die nicht durch Computerhilfe gelöst werden können. Da bleibt für die Schüler und ihre unterstützenden Eltern nur der Weg in die Bibliothek, um zum Beispiel griechische Sagen nachzulesen. Ein klarer Pluspunkt, den die stationäre Einrichtung gegenüber dem Bücherbus hat. Denn der kommt nur alle vier Wochen, die Klötzer Bibliothek hat dagegen an 27 Stunden der Woche und damit 1450 Stunden im Jahr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare