Kita-Träger soll Vertragsklausel unterschreiben – kennt aber bislang die Voraussetzungen nicht

Die Zeit drängt, die Zahlen fehlen

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Im Februar besuchten zwölf Jungen und Mädchen die Kita in Engersen. Eddy Schilling (Mitte) ist bereits angemeldet, obwohl er momentan noch zu jung ist. Inzwischen zählt die Kita 14 Kinder und zwei weitere werden in diesem Jahr noch hinzukommen.

Engersen. Ein überaus positives Fazit zieht Engersens Sportvereinsvorsitzender Christian Jung nach einem halben Jahr Trägerschaft über die Kindertagesstätte „Grashüpfer“.

„Bis auf einige Kleinigkeiten ist der Betrieb in der Einrichtung gut angelaufen“, schaute Christian Jung zurück. Eine entscheidende Weichenstellung liegt allerdings erst noch vor ihm.

Derzeit besuchen 14 Kinder das Haus. Für dieses Jahr liegen noch zwei Neuanmeldungen vor, sagt der Vereinschef. In der zweiten Jahreshälfte stehen eine Reihe von Investitionen auf dem Plan. So unter anderem die Erneuerung des Fußbodens in der Einrichtung und die Erfüllung der Brandschutzauflagen. Dazu hatte die ehemals eigenständige Kommune Engersen aus der Rücklage 45 000 Euro bereitgestellt. Engersens Ortsbürgermeister Wilfried Hartmann sagte den „Grashüpfern“ während der jüngsten Ortschaftsratssitzung am Dienstag noch einmal die Unterstützung des Gremiums zu.

Priorität hat für den Sportvereinschef neben dem Erhalt der Kindertagesstätte in der Ortschaft und den damit verbundenen Investitionen aber auch die Einhaltung eines Abkommens mit der Kalbenser Verwaltung. Darin ist festgeschrieben, dass das Betreiben der Einrichtung unter der Trägerschaft des Sportvereins nicht teurer sein darf, als noch unter der Regie der Einheitsgemeinde. Hintergrund: Das Gebäude, in der die Kinderbetreuung untergebracht ist, gehört der Stadt Kalbe. Bis Dezember vergangenen Jahres war die Kommune auch Betreiber der Einrichtung. Weil man damit aber Rote Zahlen schrieb und die Unterbringung der Engersener Kinder auch in Tagesstätten anderer Orte möglich wäre, gab man die Einrichtung zum Jahreswechsel auf. Daraufhin übernahm der Sportverein die Trägerschaft, um die Betreuungsmöglichkeit in Engersen zu erhalten.

Die Stadt ist jedoch weiterhin verpflichtet, entstehende Defizite auszugleichen. Deshalb baute man die so genannte Sicherheitsklausel in den Mietvertrag mit dem neuen Träger ein – die bislang aber nicht unterschrieben ist. Nach einem Beschluss des Kalbenser Stadtrates muss das aber bis spätestens 31. Juli geschehen.

Dafür fehlen im Moment jedoch noch die Voraussetzungen. Denn Christian Jung kennt die Zahlen, die beim Betreiben der Kita nicht überschritten werden dürfen, noch gar nicht. Die stehen im Jahresabschluss 2012 des Engersener Kitahauses, von dem Jung hofft, ihn demnächst in den Händen zu halten. Darauf wartet man derzeit in Engersen noch, auch wenn Jung ansonsten betont: „Die Zusammenarbeit mit Marina Krüger im Kalbenser Rathaus ist gut.“ Wenn die Zahlen bekannt sind, wird sich der Sportverein näher damit befassen – und erfahren, was notwendig ist, um sich an die Vorgaben der Klausel zu halten.

Von Henning Lehmann und Karsten Tenbrink

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