Attacke wahrscheinlich in der Nacht zu Sonntag bei Jemmeritz / Ein Tier überlebt schwerverletzt

Wolf reißt offenbar drei Schafe

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Die Kadaver von insgesamt drei Schafen lagen gestern neben einem ländlichen Weg östlich von Jemmeritz. Die Wolfsattacke erfolgte vermutlich in der Nacht zu Sonntag.

Jemmeritz. Als Silvia Krause am Sonntag früh auf die Weide bei Jemmeritz kommt, um ihre dort grasende Schafherde umzusetzen, „da sehe ich das Drama“. Das erzählte die Frau aus Kakerbeck gestern am Ort des Geschehens.

Denn ihre 70 Tiere starke Schafherde ist dezimiert: Drei Tiere wurden offenbar in der Nacht zu Sonntag gerissen, ein viertes Tier überlebte den Angriff schwer verletzt. „Es kommt aber durch“, atmet die Hobbyschäferin auf. „Es frisst bereits wieder, das ist immer ein gutes Zeichen. “.

Die Attacke auf die Tiere ist vermutlich von einem Wolf getätigt worden. Hundertprozentig könne man dies zwar nicht feststellen, erklärte gestern Andreas Berbig von der Referatsstelle Wolfschutz, angegliedert an das Biosphärenreservat Mittelelbe aus Dessau-Roßlau. [...]

Wer von einem Wolfsschaden betroffen ist, der sollte die Notrufnummer (01 62) 3 13 39 49 anwählen.

Berbig selbst kam gestern aus Arneburg an den Dorfrand von Jemmeritz gefahren, um die Schäden aufzunehmen. Denn vorrangig ging es darum, dass die Besitzerin eine Ausgleichszahlung vom Landesverwaltungsamt erhält. Dazu müssen Experten die Tiere untersuchen und die Möglichkeit eines Wolfsrisses dokumentieren.

Und diese Möglichkeit sei laut Berbig da. „Ich gehe nicht so weit und sage, dass es ein Wolf war“, erklärt er. Es gebe aber auch keinen einzigen Punkt, der dagegen spräche.

Als die Schafsbesitzerin ihre Tiere am Sonntag früh tot entdeckte, lag eines in der Beeke, die anderen auf einer angrenzenden Wiese. Und: Den Wolf gibt es im Bereich Jemmeritz sehr wohl, bestätigten gestern mehrere vor Ort befindliche Jäger. Im Dezember sei ein Tier in eine Fotofalle getappt, so dass es auch einen bildlichen Beweis gebe. Spuren habe man auch schon entdeckt.

„So ein Wolf hat ja auch irgendwann Hunger“, erklärt dazu Silvia Krause. Gleichwohl „möchte ich so einen Anblick nicht nochmal erleben“, betont sie.

Von Stefan Schmidt

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