Jagd auf die Tiere ist illegal

Erschossener Wolf im Vienauer Wald gefunden

Toter Wolf mit Schussverletzung
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Der Kadaver, der am 10. Mai in einem Wald bei Vienau gefunden wurde, weist eine Schussverletzung auf. Wölfe stehen allerdings unter strengem Schutz.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
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Am Montagabend, 10. Mai, wurde in einem Wald bei Vienau ein toter Wolf aufgefunden. Er erlag augenscheinlich einer Schussverletzung. Auf Wölfe zu schießen ist allerdings illegal.

Vienau – Die Wunde sei „ein glatter Durchschuss, es gibt ein kleineres Einschussloch und ein größeres Austrittsloch“, sagt Michael Arens. Der Naturschutzbeauftragte des Altmarkkreises Salzwedel und NABU-Fachgruppenleiter wurde am Montagabend von einer Vienauerin darüber informiert, dass sie einen toten Wolf im Wald gefunden hatte, der offenbar erschossen wurde.

Die Frau war mit ihrem Hund in der Gemarkung Vienau im Wald spazieren, als sie das tote Tier entdeckte. Erst dachte sie aus der entfernung an Damwild, berichtet Michael Arens, dann aber war klar, dass es sich nur um einen Wolf oder Hund handeln konnte. Michael arens ließ sich den Standort beschreiben, informierte den zuständigen Jagdpächter und dann vor Ort auch das Wolfskompetenzzentrum Iden, nachdem die Männer feststellten, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Der Mitarbeiter kam noch am selben Abend, im Dunkeln wurde das Tier geborgen, so Michael Arens.

„Der Totfund wurde ins Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht“, informiert Ines Wahl von der Pressestelle des Landesamtes für Umweltschutz. Der Wolf wird dort untersucht, unter anderem nach seinem Alter, den Verletzungen und der Todesursache. Die Verletzungen sehen, so die Pressesprecherin, tatsächlich so aus, dass man eine illegale Tötung nicht ausschließen kann. Deshalb wurde, auch wenn das offizielle Ergebnis der Untersuchungen noch aussteht, beim Polizeirevier des Altmarkkreises Salzwedel Anzeige erstattet. Bei der Tötung eines geschützten Tieres handelt es sich um eine Straftat, erklärt Ines Wahl.

Michael Arens vermutet, dass der Wolf nicht sofort der Verletzung erlag, sondern noch eine Weile unterwegs war. Laut der ersten Begutachtung handelt es sich um einen mittel-alten Rüden. In der Region um Vienau wurden aktuell regelmäßig Wölfe gesichtet – einer oder zwei Tiere, da die Beschreibung der Fellfarbe variierte.

Der Naturschutzbeauftragte glaubt nicht an eine versehentliche Tötung des Tieres. „Das ist als vorsätzliche Straftat einzustufen“, sagt Arens, da Wölfe nicht bejagt werden dürfen. Denn mit einem anderen Wildtier hätte der Wolf seiner Meinung nach nicht verwechselt werden können, lediglich mit einem wildernden Hund.

In der Jägerschaft gebe es, sagt Arens, durchaus viele, die ein Jagdrecht auf Wölfe befürworten. „Weil die Wölfe Schäden beim Wild anrichten“, gibt er das Argument, das ihm vor allem gesagt wird, wieder. Das sei bei Landwirten bzw. Schäfern durchaus bedauerlicherweise des Öfteren der Fall. Doch in der freien Wildbahn nicht, erklärt Michael Arens. Zwar verhalte sich das Wild anders, seit Wölfe in die Region zurückgekehrt sind, aber kleiner ist die Wilddichte nicht geworden. „Im Gegenteil. Es gab noch nie so eine große Wilddichte wie jetzt, das zeigen auch die Statistiken“, sagt Arens.

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