Heimtransport für Brunauer Hortkinder: Problematik soll im Kreisausschuss vorgebracht werden

„Wir müssen Lösungen finden“

Kalbe. Dass es keine Lösung gebe, stelle sie nicht zufrieden, so Christa Schulz während der Sitzung des Kalbenser Stadtrates am Donnerstagabend.

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Erstklässler aus Badel, Thüritz und Jeggeleben kommen nicht nach Hause

Die Badeler Ortsbürgermeisterin sprach damit das Problem an, dass einige Kinder aus Badel, Thüritz und Jeggeleben, die seit der Änderung des Schuleinzugsgebietes die Grundschule in Brunau und den dortigen Hort besuchen, nach dem Hort nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kommen. Da kein Bus fährt, müssen die Eltern Fahrgemeinschaften bilden oder, weil sie selbst berufstätig und somit zeitlich verhindert sind, Verwandte und Bekannte fragen, ob sie die Kinder abholen können (wir berichteten) .

Derzeit betrifft das Problem fünf Kinder, „aber es wird ja nicht besser. Wir müssen gerade hier in der Altmark Lösungen finden“, schließlich gebe es auch Eltern, die gar nicht die Möglichkeit hätten, ihre Kinder mit dem eigenen Auto abzuholen. Dem schloss sich Brunaus Ortsbürgermeisterin und Stadträtin Ortrun Cyris an und kritisierte in diesem Zuge, dass man im Stadtrat die Änderung des Schuleinzugsgebietes der Einheitsgemeinde zu Gunsten der Brunauer Grundschule nicht zu Ende durchdiskutiert habe: „Mich ärgert das fürchterlich. Ich habe das nicht gewusst, dass die Kinder, nachdem wir das Schuleinzugsgebiet geändert haben, nicht nach Hause kommen“, so Cyris: „Wir wollen die Schulen erhalten. Aber wir beschließen hier was und lassen die Betroffenen vor die Wand laufen.“

Es habe mehrere Gespräche sowohl mit dem Landkreis als auch mit der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel (PVGS) gegeben, aber für die „fatale“ Situation habe man noch keine Lösung gefunden, erklärte Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Zur Erklärung: Der Landkreis muss den Heimtransport nicht absichern, weil es kein Schülertransport ist, da Horte seit Einführung des Kinderförderungsgesetzes keine schulischen Einrichtungen sind. Die Schaffung einer entsprechenden Buslinie für die betroffenen Kinder wäre mit immensen Kosten für die Eltern verbunden. Die Kommune kann diese Kosten nicht übernehmen, weil der Haushalt es nicht erlaubt und man den Heimtransport der Kinder, im Sinne der Gleichbehandlung, im gesamten Einheitsgemeindegebiet absichern müsste. „Wir treten auf der Stelle“, so Karsten Ruth. Stadträtin Nicole Wernecke machte aber auch darauf aufmerksam, dass es „ein größeres Problem“ sei. Als Beispiel nannte sie Faulenhorster Kinder, die bis nach Wernstedt zum Bus laufen müssen – und das auf teilweise nicht unbedingt sicheren Wegen: „Das interessiert keinen, am aller wenigsten den Landkreis“, so Wernecke.

Seitens der Stadt hofft man nun auf die Schulgespräche im Frühjahr mit der PVGS, um gemeinsam zu schauen, ob es möglich ist, die vorhandenen Buslinien anzupassen.

Und: Stadtratsmitglied Bernd Pawelski hat am Donnerstagabend zugesagt, die Problematik im Kreisausschuss, in dem er Mitglied ist, anzusprechen.

Von Hanna Koerdt

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