Kalbenser Ortsräte ließen sich von Fachfirma und -amt über Schäden an Gardelegener Tor-Brücke informieren

„Wir kommen um Sperrung nicht herum“

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Nicht nur die Holzbohlen und das Geländer an der Brücke zur Ostpromenade sind beschädigt, sondern auch die Widerlager. Deshalb darf sie nicht mehr von Pkw befahren werden. 

Kalbe. „Im November hatten wir noch keine weiteren Informationen, jetzt konnten wir uns eine Meinung bilden“, so Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel am Donnerstagabend in der Ortschaftsratssitzung. Thema dort war die Brücke zur Ostpromenade am Gardelegener Tor.

Sie ist sanierungsbedürftig. Während sich die Kalbenser Ortsräte im vergangenen Jahr teils noch dafür aussprachen, sie möglichst auch künftig für den Fahrzeugverkehr offen zu halten, sind sie sich nun einig – „Wir kommen um eine Sperrung für den Verkehr nicht herum“, fasste es Gabriel zusammen.

An der Brücke hatten sich die Ortschaftsräte in Begleitung von Bauamtsmitarbeiterin Kerstin Schulz mit einer Magdeburger Fachfirma getroffen, mit der die Problematik der Brücke erörtert wurde. Die Schäden betreffen nicht nur offensichtlich das Geländer und die Holzbohlen, sondern auch die Widerlager, die die Brücke tragen. Diese sind schon über der Wasseroberfläche beschädigt. Um die Schäden der Widerlager unter der Wasseroberfläche noch deutlicher zu untersuchen, müsste die Brücke trockengelegt werden, was bei der Milde aber nicht möglich ist. Obwohl die Brücke schon auf ein Gewicht von 1,5 Tonnen begrenzt ist, „ist das noch zu viel für ihren derzeitigen Zustand“, erklärte Kerstin Schulz: „Die Befahrbarkeit bedeutet eine weitere Schwächung der Widerlager. Bei jedem Stoß kann der Schaden vergrößert werden.“

Angestrebt wird deshalb eine Sperrung der Brücke für den Straßenverkehr. Dafür sollen entsprechende massive Poller sorgen. Fußgänger und Radfahrer sollen sie aber weiterhin nutzen können, denn alles andere wäre ein zu großer Einschnitt für die Bürgerschaft, plädierte Schulz, nachdem Ortsrat Volkmar Erl fragte, ob es überhaupt noch Sinn macht, hier „viel Geld“ reinzustecken, statt sie einfach vollständig zu sperren. Ob die Holzbohlen ganz ausgetauscht werden, oder nur vereinzelt, das werde man noch unter Berücksichtigung der Kostenangebote überlegen. Hierbei zu Bedenken ist auch, dass die Geländer ja auch auf stabilem Untergrund befestigt werden müssen und nicht auf morschen Brettern, die möglicherweise dann im Nachhinein erneut ausgetauscht werden müssen. Beim Geländer müssen auch entsprechende Normen eingehalten werden. Es muss ein Füllstabgeländer angebracht werden, welches mindestens 1,30 Meter hoch ist und dessen Stäbe nicht mehr als zwölf Zentimeter auseinander liegen dürfen.

Der vordere Teil der Ostpromenade bis zum Freibad bekommt im Mai einen neuen Belag.

Im Zuge der Sperrung der Brücke für Fahrzeuge wird die andere Seite der Ostpromenade auf Höhe des Freibades für den Anliegerverkehr geöffnet. Und deshalb muss auch die Ostpromenade erneuert werden. Im Mai wird die Ostpromenade ab der Straße der Jugend bis zur Badeanstalt mit einem neuen Belag überzogen. Die Schlaglöcher nur auszubessern macht keinen Sinn. Anders sieht es auf dem restlichen Abschnitt der Ostpromenade bis zum Gardelegener Tor aus – sie wird auch weiterhin nur punktuell repariert. Finanziell ist eine grundhafte Erneuerung einfach nicht drin, so Schulz. Denn das Budget der Stadt für Reparaturen kommunaler Straßen, Gehwege und ländlicher Wege für die gesamte Einheitsgemeinde liegt bei lediglich 50 000 Euro. Große Sprünge können damit nicht gemacht werden. „Selbst mit 150 000 Euro ist nicht so viel zu machen“, sagt diesbezüglich Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Denn ursprünglich waren 150 000 Euro für die Straßenunterhaltung im Haushalt vorgesehen. Die Stadträte hatten sich aber dazu entschieden, den Betrag zu reduzieren. Sonst wäre gar kein Haushalt zustande gekommen.

Von Hanna Koerdt

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