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Eine Leiter führt über 140 Meter in die Höhe

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Von: Hanna Koerdt

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Eine Leiter in einem Windrad
Sehen Bürger die Windräder sonst nur von außen, konnten sie am gestrigen Sonntag in die Türme hinein. Die Leiter geht über 140 Meter in die Höhe. © Hanna Koerdt

Einen Blick ins Innere eines 149 Meter hohen Windrades erhielten die Besucher beim Einweihungsfest des Windparks Jeetze II.

Jeetze – Viele Bürger der Einheitsgemeinde Kalbe standen gestern vor den Treppen eines der Windräder zwischen Jeetze und Kahrstedt und warteten geduldig, bis sie ins Innere der Giganten blicken konnten. Denn eigentlich „sieht man sie ja sonst nur abends rot blinken“, schmunzelte eine Packebuscherin in der Schlange. Möglich war die Besichtigung bei der Einweihung des Windparks Jeetze II.

Die sechs neuen Windräder – vier wurden ersetzt und zwei neu dazu gebaut – haben eine Nennleistung von jeweils 3,6 Megawatt und können den Strombedarf von rund 17 250 Vier-Personen-Haushalten decken. Ihre Nabenhöhe beträgt 149 bzw. 132 Meter und der Rotordurchmesser 136 Meter. Die Inbetriebnahme war bereits im November 2020. Ihr Bau war „geprägt von einer schwierigen Zeit“, erklärte Bernhard Krede, Regionalleiter der wpd onshore GmbH & Co. KG, welche das Projekt in Kooperation mit der enercity Erneuerbare GmbH realisiert hat. Schon beim Abbau der alten Windräder gab es wegen Corona „Probleme mit den Monteuren“ und sie überhaupt kommen können.

Die Kinder der Jeetzer Kita singen und tanzen auf einer Bühne
Die Kinder des Jeetzer „Knirpsenlandes“ gestalteten das Windparkfest musiklaisch. Es beteiligten sich noch einige weitere vereine und Akteure. © Hanna Koerdt

Doch mit vereinten Kräften gelang die Umsetzung. Dazu gehört auch die Akzeptanz der Stadt Kalbe und des Stadtrates sowie der anderen Gremien, der Landwirte vor Ort, die unterstützt haben, sowie letztlich der Bürger, erklärte Bernhard Krede. Auch Daniel Müller von der enercity-Geschäftsführung dankte während der offiziellen Begrüßungsworte „für das positive Feedback“.

Dass der Bau von Windparks vor Ort oft auf Ablehnung stößt, wusste Kalbes Stadtratsvorsitzende Ortrun Cyris. „Ich hoffe, die Bürger tragen es auch in Zukunft mit“, erklärte Cyris, besonders, da aktuell eine Zeit sei, in der „die Energie besser vor der Tür ist und nicht im Ausland“. Julia Brandt, Präsidentin des Landesverbandes Erneuerbare Energie Sachsen-Anhalt, betonte ebenfalls, wie wichtig es sei, dass Windparks und die Betreiber und Teams dahinter von den Bürgern so wahrgenommen werden, dass sie „zum Ort dazugehören“.

Ganz in diesem Sinne engagierten sich viele Bürger aus der Umgebung beim Windparkfest, darunter die Jeetzer Kita „Knirpsenland“ und die Brunauer „Waldspatzen“, das Kalbenser Mandolinen- und Gitarrenorchester, die Ortsgruppe der Volkssolidarität Jeetze, der Brunauer Sportverein und die Spinnfrauen oder auch die Vienauer und Brunauer Feuerwehren.

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