Kalbenser Grundschule erhält Photovoltaikanlage / Etwa 600 Euro an Energiekosten sollen jährlich gespart werden

Vorzeigeobjekt für die Schüler

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Auf dem Flachdach der Kalbenser Grundschule „Astrid Lindgren“ wird eine Photovoltaikanlage errichtet. So sollen jährlich etwa 600 Euro Energiekosten gespart werden.

Kalbe. Dem Ziel, eine „100-Prozent-erneuerbare-Energien-Kommune“ zu werden, rückt Kalbe wieder einen Schritt näher: Die Kalbenser Grundschule „Astrid Lindgren“ wird eine Photovoltaikanlage erhalten.

Die Planung, Errichtung, Anbindung, Finanzierung sowie Instandhaltung der Photovoltaikanlage, welche auf dem Flachdach der Kalbenser Grundschule installiert werden soll, erfolgt durch Dritte. Somit entstehen für die Stadt keine Kosten.

Die Anlage wird dann von der Stadt gepachtet und soll zum Eigenverbrauch der Grundschule Strom produzieren, erklärte Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth vor kurzem bei der Sitzung des Stadtrates. Die Verpachtung der Anlage sowie die Nutzung der Solarenergie durch die Grundschule sei eine weitere Maßnahme zur Erreichung des kommunalen Klimaschutzkonzeptes, welches der Kalbenser Stadtrat im Juli 2013 beschlossen hatte.

Die Energiekosten, die man durch die Solaranlage einsparen könnte, „seien keine Riesenbeträge“, sie werden bei etwa 600 Euro im Jahr liegen, so Ruth. Es sei ein „schönes Vorzeigeobjekt“ für die Schüler, er sehe darin „nur Vorteile für uns“, erklärte Kalbes Bürgermeister.

Kritik in Punkto Verpachtung kam im Kalbenser Stadtrat trotzdem auf.

So bekundete Ratsmitglied Wilfried Hartmann, dass er „kein gutes Gefühl“ dabei habe, die Anlage zu pachten und sich die Ersparnisse von Dritten ausrechnen zu lassen. Ob die Ersparnisse so hoch seien, bezweifelte auch Rätin Nicole Wernecke. Stadträtin Melissa Schmidt hingegen erklärte, dass eine solche Kostenberechnung immer im Minimumbereich angesetzt werde. In vielen Gemeinden und Kommunen sei die Pachtung von Solaranlagen auf Kitas und Schulen bereits üblich.

Auch Karsten Ruth meinte, dass die errechneten Gewinne für die Stadt belastbar seien. Mit drei Enthaltungen hat der Stadtrat die Installation der Photovoltaikanlage beschlossen, die nun beschränkt ausgeschrieben wird.

Frank Roßband, Lehrer an der Kalbenser Grundschule, begrüßt die Entscheidung des Stadtrates: „Das ist im Gesamtkonzept Kalbe als Erneuerbare-Energien-Kommune ein weiterer Meilenstein.“ Roßband betreut im Rahmen der Umwelterziehung das Energieteam der Kalbenser Grundschule, bestehend aus zwölf Kindern ab der zweiten Klasse. Das Team suche immer Stellen, an denen man Energie sparen könnte, erklärt Roßband gegenüber der AZ. Denn die Sensibilisierung für Umweltthemen sei bei Kindern besonders wichtig: „Einmal Energiesparer, immer Energiesparer“, so Roßband. Durch die Bemühungen der Kinder habe man laut dem Lehrer Ersparnisse im vierstelligen Bereich erreichen können. So haben die Kinder beispielsweise kleine Schilder gebastelt, die man in Kalbe in den Kitas, im Hort und auch im Rathaus unter den Lichtschaltern findet und die mit dem Spruch „Gehst du raus, schalt mich aus“ zum Energiesparen animieren sollen.

„Durch die Photovoltaikanlage werden wir ein praktisches Beispiel zum Energiesparen für die Kinder vor Ort haben, das ist sehr erfreulich“, so Frank Roßband.

Von Hanna Koerdt

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