Altmerslebener Ortskirchenrat hat auf Waldfriedhof Gemeinschaftsgrabanlage anlegen lassen / Einzelne Namensplatten

Vorerst Platz für 15 Urnengrabstätten

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Edda Otte (v.l.), Doris Wornath und und Dorothee Ensminger vom Altmerslebener Ortskirchenrat haben sich für die Schaffung und optische Gestaltung der Urnengemeinschaftsanlage eingesetzt.

Altmersleben. Nicht nur die Senioren aus Altmersleben sprachen die Mitglieder des Ortskirchenrates schon seit Längerem immer wieder auf ein Thema an: Ob es auf dem Waldfriedhof nicht eine Urnengemeinschaftsgrabanlage geben könne?

Denn die Kinder sind häufig verzogen, wodurch eine regelmäßige Grabpflege schwierig wird. Oder es gibt gar keine Angehörigen, die sich kümmern könnten. Dem Wunsch der Einwohner folgte der Altmerslebener Ortskirchenrat und stellte einen Antrag beim Evangelischen Kirchengemeindeverband Kalbe zum Anlegen einer solchen Anlage.

Diese ist gegen Ende des vergangenen Jahres fertig geworden, freuten sich gestern vor Ort Dorothee Ensminger, Doris Wornath und Edda Otte vom Altmerslebener Ortskirchenrat. Auf der Fläche am hinteren Teil des Friedhofes, der am Weg in Richtung Butterhorst liegt und auf dem etwa 100 Grabstellen vorhanden sind, ist Platz für 15 Grabstellen. Sollten in Zukunft darüber hinaus Plätze benötigt werden, ist seitlich dafür noch Platz. Etwa für 30 weitere Grabstellen.

Seitlich auf dem Altmerslebener Friedhof sind alte Grabsteine ausgelegt. Sie würden nach der Ruhezeit entsorgt, so aber erinnern sie weiterhin an die schon lange Verstorbenen. 

Vorab hatten die Mitglieder des Ortskirchenrates sich einige solcher Gemeinschaftsgrabanlagen angesehen, beispielsweise in Jeetze, Zethlingen oder auch Brunau, um sich für eine gute und geeignete Variante für den Friedhof in Altmersleben zu entscheiden. Eine Gemeinschaftsgrabanlage für Urnen ist nicht zu verwechseln mit einer sogenannten „Grünen Wiese“, die eine anonyme Grabstätte ist. Die Grabstellen auf der Anlage in Altmersleben sind mit einzelnen Grund- und Namensplatten (Name, Geburts- und Sterbejahr) versehen. Auf manchen Friedhöfen gibt es nur Stelen, auf denen alle Namen und Daten stehen – doch mit der Altmerslebener Variante entstehe „noch eine größere Verbundenheit“, so die Frauen. Blumen und Grablichter dürfen an einem vorgesehenen Platz abgelegt werden. Zwischen den Grabstellen ist so viel Platz eingeräumt, dass man mit einem Rasenmäher arbeiten kann, wodurch ein geringer Pflegeaufwand entsteht. Um die Gemeinschaftsgrabanlage auf dem evangelischen Friedhof auch optisch entsprechend zu gestalten, wurde die Anlage seitlich bepflanzt und es steht dort ein Steinkreuz mit den Worten „In Gottes Ewigkeit“ – „Wir fanden das passend“, so die drei Frauen.

Und noch etwas Neues gibt es auf dem Waldfriedhof: Eine Stelle, auf der alte Grabsteine ausgelegt sind. Nach der Ruhezeit, die in Altmersleben aktuell von 30 auf 25 Jahre reduziert wurde, werden die Steine oftmals entsorgt. Aber sie sollen in Altmersleben bleiben und weiterhin an die Verstorbenen erinnern.

Ein Grabplatz kostet auf der Gemeinschaftsgrabanlage 640 Euro, aber ohne die Platten, die vom Nutzungsberechtigten, zum Beispiel einem Familienmitglied, in Auftrag gegeben werden müssen.

Von Hanna Koerdt

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