Interessierte können am Projekt noch teilnehmen

Vorbereitungen für „Exvoto“-Theaterprojekt bei Packebusch

Fünf Frauen auf einer Tischtennisplatte vor einem See
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Marie S. Zwinzscher (v. l.), Olivia Schreder, Lea Gregersen, Camilla Lenbirk und Jennifer Russell bereiten derzeit alles für „Exvoto“ vor.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Am Wochenende vom 27. bis 29. August findet im Naherholungszentrum Packebusch „Exvoto“, eine immersive Theater-Installation und Kammer-Live-Rollenspiel für Menschen, die sich als Frauen identifizieren, statt. Derzeit laufen die Vorbereitungen.

Packebusch – Mehrere Zelte stehen bereits auf dem Gelände im Naherholungszentrum Packebusch, wovon ein Teil des Geländes der sogenannte Tempel ist, erklärt Marie S. Zwinzscher. In einem Gebäude, einem alten Schuppen, der nur durch dichtes Gestrüpp zu erreichen ist, arbeiten zwei Bühnenbildnerinnen. Es wird das Herzstück des Tempels, zeigt die Theaterpädagogin. In einem Raum befinden sich viele Schüsseln, die mit roter Farbe gefüllt werden. An der Decke hängt bereits ein rotes Moskitonetz. In einem anderen Gebäude wird an einem Nest gearbeitet. Es wurde Material für Requisiten gesammelt, Flohmärkte besucht und Kostüme genäht, zählt Marie S. Zwinzscher weiter auf. „Es gibt viel zu tun“ für sie, die zwei Bühnenbildnerinnen, eine Performerin und Dramaturgin und Setdesignerin, ehe am Freitag auch die Teilnehmenden von „Exvoto“ vor Ort sind.

Marie S. Zwinzscher ist seit dem 3. August in Packebusch, um „Exvoto“, eine von ihr initiierte immersive Theater-Installation und Kammer-Live-Rollenspiel für Menschen, die sich als Frauen identifizieren, vorzubereiten (AZ berichtete). Die Wahl-Berlinerin, die in der Altmark aufgewachsen ist, beschäftigt sich schon seit zwei Jahren mit dieser Idee. Es geht um Frauen in der Geschichte und deren Geschichte, die nicht genug beachtet wird. Deswegen wurde in den vergangenen Tagen nicht nur in den Gebäuden, die Spielplätze des Projektes sind, gearbeitet, sondern sich auch mit der Geschichte beschäftigt, erzählt die Theaterpädagogin. Es ging beispielsweise um die Hexenverbrennung, Unterdrückung und weibliches Wissen. „Wir haben darüber viel in den Gruppen geredet“, sagt Marie S. Zwinzscher. Es wurden an den Figuren in dem Theater-Projekt gearbeitet und die Teilnehmenden – derzeit sind es acht, es gibt noch freie Plätze – über das Projekt informiert. Wer an dem Projekt teilnehmen möchte, kann sich unter (01 73) 9 27 09 84 melden.

Auf dem Gelände gibt es verschiedene Spielorte, darunter vier Hauptorte, die den vier Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer zugeordnet werden, zeigt die Wahl-Berlinerin. Es gibt auch die „Wabe“, einen Rückzugsort, wo Handarbeit stattfindet, Märchen vorgelesen und Kampfnarben geheilt werden. Das ganze Gelände habe eine eigene Geschichte, wie zum Beispiel die Bäume.

„Exvoto“ soll ein Ort sein, der immer existiert. Es ist ein sakraler Ort, angesiedelt in einer undefinierten Zukunft, außerhalb der linearen Zeit: Ein Tempel der Heilung und der Transformation, in dem Frauen zusammenkommen, um ihre Kampfnarben zu offenbaren, die über viele Generationen verursacht wurden, auch wenn diese nach außen nicht sichtbar sind, werden die Teilnehmenden über das Projekt informiert. Frauen wissen in ihrem Unterbewusstsein von diesem Ort, über den es unzählige Geschichten mit verschiedenen Bedeutungen gibt. So lebten einst im Tempel eine Göttin und Tempeldienerinnen. Nach und nach wurde aber das Wissen um diesen Ort verdrängt. Der Ort soll mit seiner Göttin wieder aufleben.

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