Altmarkkreis Salzwedel verhängt Maßnahmen

Sperrbezirk bei Vienau: Vogelgrippe nachgewiesen

Der Uhu bei Vienau, bei dem Vogelgrippe nachgewisen wurde
+
Dieser Uhu wurde vor dem Verenden durch Bürger beobachtet und fotografiert. Bei ihm wurde durch das Friedrich-Löffler-Institut die Vogelgrippe nachgewiesen.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
    schließen

Am Montag wurde der Vogelgrippevirus zum ersten Mal im Altmarkkreis Salzwedel nachgewiesen - bei einem Uhu, der nahe Vienau von Bürgern aufgefunden wurde, wie der Altmarkkreis erklärt.

Vienau – „Der Nachweis des Aviären Influenzavirus H 5 (Vogelgrippevirus) wurde durch das nationale Referenzlabor am Friedrich-Löffler-Institut (FLI) erbracht“, heißt es seitens des Kreises. Zur Bekämpfung dieser anzeigepflichtigen Tierseuche und zum Schutz einer weiteren Ausbreitung hat das Kreis-Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt per Allgemeinverfügung Maßnahmen und die Einrichtung von Restriktionszonen angeordnet.

Sperrbezirk um Fundort des toten Uhu

Der Sperrbezirk umfasst dabei einen Radius von einem Kilometer rund um den Fundort des Wildvogels. Betroffen sind damit Vienau im östlichen Bereich des Sportplatzes bis zum Ortsausgang und das Waldgebiet zwischen Vienau und Mehrin. Dem Veterinäramt sind innerhalb dieses Sperrbezirkes keine Haltungen von Geflügel bekannt.

Vogelgrippe: Beobachtungsgebiet rund um Vienau

Das Beobachtungsgebiet umfasst einen weiteren Radius, nämlich drei Kilometer um den Fundort des Uhus. Innerhalb der Restriktionszone liegen Beese, Dolchau, Mehrin und Vienau. In diesem Gebiet sind 15 geflügelhaltende Tierhalter mit etwa 200 Tieren gemeldet.

„Sowohl im Sperrbezirk als auch im Beobachtungsgebiet ist sämtliches gehaltenes Geflügel – Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse – beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Altmarkkreises Salzwedel anzuzeigen, insofern dies nicht bereits erfolgt ist“, erklärt der Kreis und weiter: „In beiden Bereichen sind alle Verendungen und Erkrankungen von gehaltenem Geflügel dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Altmarkkreises Salzwedel unverzüglich zu melden. Im Beobachtungsgebiet dürfen für die Dauer von 15 Tagen keine Vögel verbracht werden und für die Dauer von 30 Tagen keine Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden.“

Die Jagd auf Federwild innerhalb des Beobachtungsgebietes ist außerdem nur noch mit Genehmigung oder auf Anordnung der zuständigen Behörde erlaubt.

Haustiere dürfen nicht frei laufen

Einfluss hat der Nachweis der Vogelgrippe bei Vienau nicht nur auf das gehaltene Geflügel, sondern auch auf andere Haustiere: Hunde und Katzen dürfen sowohl innerhalb des Sperrbezirks als auch des Beobachtungsgebietes nicht mehr frei laufend gelassen werden, erklärt der Altmarkkreis. Dies sei ausdrücklich „untersagt“, heißt es vom Kreis, und die Tierhalter haben dafür Sorge zu tragen, dass diese Anordnung eingehalten wird. Wer also vorsätzlich oder auch fahrlässig der erlassenen tierseuchenrechtlichen Allgemeinverfügung zuwiderhandelt, verstößt gegen das Tiergesundheitsgesetz, was mit einem Bußgeld von bis zu 30 000 Euro geahndet wird.

Stallpflicht: Kontrollen im ganzen Altmarkkreis

Zum Schutz des heimischen Geflügels gilt seit dem 16. Dezember im gesamten Altmarkkreis Salzwedel die Aufstallungspflicht. „Aufgrund des bestehenden hohen Risikos eines Eintrags in heimische Zucht- und Nutzbestände werden die Mitarbeiter des Veterinäramtes verstärkt die Aufstallungspflicht im gesamten Landkreis kontrollieren“, teilt der Kreis weiter mit.

Wer ungewöhnliches Verhalten beim Geflügel bemerkt, muss sich beim Kreis melden. Es können verschiedene Symptome für die Vogelgrippe sprechen. Zum Beispiel eine verminderte Futteraufnahme und allgemeine Apathie, Leistungseinbrüche bei Legehennen und Masthühnern und plötzlich sowie zahlreiche auftretende Todesfälle im Geflügelbestand.

Tote und kranke Tiere dem Veterinäramt melden

Halter von Geflügel, deren Tierhaltung außerhalb des Beobachtungsgebietes liegt und noch nicht beim Altmarkkreis registriert ist, sollten dies unverzüglich nachholen, erklärt der Kreis. Weiterhin bittet das Veterinäramt, auch auffälliges Verhalten und Totfunde von Wildvögeln umgehend zu melden, damit eine Bergung und Untersuchung dieser Tiere durchgeführt werden kann. Die Registrierungen und Totfundmeldungen erfolgen an das Veterinäramt unter Tel.: (0 39 01) 84 04 16 oder per E-Mail an info@altmarkkreis-salzwedel.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare