Aus 83 Eiern sind nur 40 Jungtiere noch da

Ergebnis der Storchenberingung: Verlustzahl diesmal sehr hoch

Euch passiert nichts: Mario Firla war wieder mit seinen Mitstreitern der Nabu-Fachgruppe Vienau unterwegs und hat Jungstörche beringt. 40 Tiere wurden erfasst, das ist über die Hälfte weniger, als die Eierzahl. 
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Euch passiert nichts: Mario Firla war wieder mit seinen Mitstreitern der Nabu-Fachgruppe Vienau unterwegs und hat Jungstörche beringt. 40 Tiere wurden erfasst, das ist über die Hälfte weniger, als die Eierzahl. 

Jeetze – Ihre Schnäbel sind noch schwarz, der Babyflaum noch da und jetzt haben sie auch silberne Schmuckstücke am Bein, damit Naturschützer ihren Lebensweg nachvollziehen können.

Am Sonnabend war die Fachgruppe Vienau in den Orten des Altkreises Kalbe unterwegs und hat Jungstörche beringt.

Mario Firla stieg mit Bernd Weisbach in dessen Hebebühne und steuerte als erstes das Nest in Hagenau an. Dort lagen zuvor vier Eier, drei Junge leben und sind wohlauf. Über dem Intertarsalgelenk werden die Ringe befestigt. Die Ringe haben eine einzigartige Buchstaben- und Zahlenkombination. „Er ist wie der Personalausweis des Storches“, so Mario Firla. Wenn jemand den Storch entdeckt, kann er die Nummer an die Beringungszentralen weitergeben, so ist nachvollziehbar, wo sich der Storch aufhält. „Ich bekomme als Beringer die Info, wo er gefunden wurde“, erklärt Firla.

Weiter ging es für ihn, Bernd Weisbach, Michael Arens, Ute Eggers und Jens Lehmann nach Plathe und dann nach Jeetze. Dort brühtet der Storch auf dem Hofdach von Richard Schulz. „Er ist am 1. April dieses Jahr gekommen und der zweite am 7. April“, so der Jeetzer. 31 Nester wurden insgesamt angesteuert, aber nicht jedes lässt sich kontrollieren. Aus im Mai 83 gezählten Eiern sind 40 Jungtiere hervorgegangen. Das sind „gut 50 Prozent Verluste“, sagt Michael Arens und fügt hinzu: „Das Ergebnis ist sehr hoch“.

Besonders im Bereich der Unteren Milde in Winkelstedt, Wustrewe, Zethlingen und Brüchau „gibt es Totalausfälle“, berichtet Arens von der Auswertung. Diese sind vermutlich durch Fremdstörche hervorgerufen, denn es wurden oft welche von Anwohnern beobachtet, so Arens. Dennoch gab es bedauerlicherweise auch viele Abwürfe während der Trockenperiode von Jungstörchen durch Altstörche. Das deutet auf Nahrungsmangel für die Tiere hin.

Um den Bestand stabil zu halten, sollte die Jungenanzahl bei zwei liegen, also alle existierenden Paare sollten je zwei Junge aufziehen, „wir haben 1,6 als Durchschnitt“, so Arens. Paare mit Nachwuchs haben derzeit 2,2 Junge im Nest. Der Anteil an kinderlosen Paaren ist mit sieben ebenfalls zu hoch. Seit 1981 wurden 3036 Eier und 1716 Jungstörche gezählt.

VON HANNA KOERDT

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