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Vahrholzer Wahllokal soll bleiben

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Von: Ina Tschakyrow

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Ein großes Hinweisschild Wahllokal steh vor dem Klötzer SozialCentrum.
Ob es bei der nächsten Wahl in Vahrholz noch ein Wahllokal gibt, steht noch nicht fest. © Monika Schmidt

Der Wahlbezirk Vahrholz soll aufgelöst werden, weil der derzeitige Wahlvorstand nicht mehr zur Verfügung steht. Die Vahrholzer wollen das Wahllokal im Ort aber erhalten.

Kalbe / Vahrholz – Zur Bundestagswahl im September gab es in Vahrholz 97 Wahlberechtigte. 18 Einwohner nutzten die Briefwahl, sodass es noch 79 Wahlberechtigte für die Abstimmung im Wahllokal gab. Laut des Bundeswahlgesetzes muss es für die Auszählung der Stimmzettel im Wahllokal des Wahlbezirkes mindestens 50 Wähler geben. Sind es weniger, kann zwar noch in diesem Wahlbezirk gewählt werden, aber die Auszählung am Wahlsonntag erfolgt dann in einem anderen Wahllokal, was zuvor bestimmt wurde. Für Vahrholz wäre das das Wahllokal in der Astrid-Lindgren-Grundschule in Kalbe. Bei der Bundestagswahl waren es genügend Wähler, es konnte in Vahrholz ausgezählt werden.

Auflösung des Wahlbezirks?

Dennoch wurde am Donnerstagabend während der Sitzung des Ortschaftsrates Kalbe über die Auflösung des Wahlbezirkes Vahrholz gesprochen. Wie Ortschaftsratsmitglied Gerhard Gansewig erklärte, habe es in Vahrholz schon immer eine hohe Wahlbeteiligung gegeben. Deswegen sei die Befürchtung, dass es unter 50 Wähler gebe, unbegründet. Aber es gibt noch einen anderen Grund für die Auflösung des Wahlbezirkes: Die Mitglieder des Wahlvorstandes wollen diese Arbeit nicht mehr übernehmen. Wie Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel informierte, gab es „nie Probleme mit der Besetzung des Wahllokals“. Jahrzehntelang hatten diese Vahrholzer den Wahlvorstand mit viel Engagement besetzt, deren Arbeit sehr wertgeschätzt werde, so Heiko Gabriel weiter, der sich bei den Einwohnern bedankte. Nun haben sie aber angekündigt, dass sie für zukünftige Wahlen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Liste mit Personen für Wahlvorstand

Daraufhin hat der Vahrholzer Gerhard Gansewig eine „Dorfrunde“ gemacht, wie er erzählte. Er hat die Einwohner darauf angesprochen, die „erstaunt und teilweise erschrocken“ reagierten, dass es womöglich kein Wahllokal mehr in Vahrholz geben soll. „Die Vahrholzer möchten, dass das Wahllokal erhalten bleibt“, sagte er. Deswegen haben sich neun Einwohner bereit erklärt, Mitglied im Wahlvorstand zu werden. Es würden für den Wahlvorstand sogar fünf Bürger genügen. Für dieses Engagement bedankte sich Heiko Gabriel, der sich beeindruckt zeigte. Der Ortschaftsrat sprach sich einstimmig für den Erhalt des Wahlbezirkes aus. Heiko Gabriel hofft, dass dies auch gesetzlich möglich ist.

Wie es nun weitergeht, steht noch nicht fest. Die Kalbenser Stadtverwaltung war dazu am Freitag nicht erreichbar.

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