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Umleitungsfrust in Kalbe: „Die Situation ist unerträglich“

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Von: Hanna Koerdt

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Lkw fährt auf Gehweg an der Westpromenade in Kalbe
Selbst kleine Lkw überfahren den Gehweg vor der Sekundarschule in Kalbe, große Lkw fahren sogar mittig auf dem Gehweg. Die Umleitung in Kalbe sorgt aber nicht nur wegen der Schäden für viel Verärgerung. © Hanna Koerdt

„Wir als Stadtrat sind verantwortlich für ein sicheres Leben in unserer Stadt“, appellierte Mathias Graf am Donnerstagabend während einer Sondersitzung des Stadtrates. Eben diese Sicherheit sehen die Stadträte durch die Umleitung, die derzeit hauptsächlich über die Schulstraße und Westpromenade führt, gefährdet. Und auch die Schäden, die durch den Straßenverkehr verursacht werden, sorgen für viel Ärger.

Kalbe – Bernd Pawelski sprach das Thema in der Sitzung an. Er berichtete davon, dass an der Ampel an der Sekundarschule Lkw mittig über den Gehweg entlang der Schule fahren. Erst vor einigen Jahren wurden die Gehwege gemacht und jetzt kaputt gefahren. Auch weitere Stadtratsmitglieder bestätigten Pawelski und erklärten, dass sie das auch beobachtet haben. Die Ampel wurde sogar deswegen schon einige Meter versetzt, erklärte Mirko Wolff. „Das Problem hat sich damit aber ja auch nur an eine andere Stelle verschoben“, zuckte Wolff mit den Schultern, nämlich auf den vorderen Bereich des Gehwegs. „Es ist da doch vollkommen klar, dass die Lkw dort nicht aneinander vorbeikommen“, zeigte Wolff Unverständnis über die Entscheidung, dass die Umleitung dort verläuft. Auch Engersens Ortsbürgermeister Karsten Klingbeil berichtete, dass er Fotos von Schäden gemacht habe. Es gebe bereits Fahrbahnabsenkungen, „die Seiten brechen ab“, erklärte Klingbeil. Teilweise würden die Lkw in Klein Engersen sogar das Privatgrundstück eines Rentners kaputt fahren.

Das Problem: Die Stadt Kalbe hat nicht entschieden, wo die Umleitung verläuft, denn auch wenn die Kommune für die Gehwege zuständig ist, ist sie nicht die zuständige Straßenverkehrsbehörde und auch nicht Straßenbaulastträger. „Vor Baumaßnahmen mit größeren Auswirkungen auf den Verkehr (Gesamtsperrung) beauftragt der Straßenbaulastträger ein Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Umleitungskonzeptes. Dieses beinhaltet die Prüfung einer geeigneten Umleitungsmöglichkeit im vorhandenen Straßennetz in Abstimmung mit den betroffenen Straßenbaulastträgern, der Polizei, dem ÖPNV und der Straßenverkehrsbehörde sowie die Erstellung eines Umleitungs- und Beschilderungsplanes“, teilt der Altmarkkreis Salzwedel auf Nachfrage der AZ diesbezüglich mit. Die Kommune muss folglich davon ausgehen, dass die Umleitung vertretbar ist. Die Schäden, die entstehen, würden von der Stadt aufgenommen und müssen vom Straßenbaulastträger auch wieder repariert werden, erklärte Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth.

Allerdings gibt es auch Schäden, auf deren Sanierungskosten die Stadt selbst sitzen bleiben könnte. Nämlich die, die nicht entlang der offiziellen Umleitung entstehen, sondern an illegalen Abkürzungen. Beispielsweise wird ein Ländlicher Weg zwischen Karritz und Butterhorst oft als illegale Umleitung genutzt. Ruth informierte, dass die Behörden und die Polizei informiert sind und dort stärker kontrolliert werden soll.

Der Bürgermeister erklärte, dass es nicht nur wegen der Schäden „große Probleme“ bezüglich der Umleitung gebe. Denn die Umleitungsampeln stehen direkt vor der Grundschule in Kalbe und der Sekundarschule. Besonders an letzterer überfahren die Laster den Gehweg genau vor dem Schuleingang. Das Problem werde bei der nächsten Begehung thematisiert. „Es ist nicht unsere Aufgabe, die Ampel zu regeln“, meinte Mirko Wolff, aber der Stadtrat stehe in der Verantwortung für die Sicherheit der Schüler, weshalb der Kreis etwas ändern müsse. Wolff appellierte den Verantwortlichen einen „ganz deutlichen Hinweis“ zu geben.

„Die ganze Situation hier ist doch unerträglich. Und wir sollen das schlucken“, ärgerte sich Mathias Graf.

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