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Risikoanalyse für Kalbe wird überarbeitet

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Von: Hanna Koerdt

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Die Feuerwehr Kalbe bei einem Einsatz
Die Risikoanalyse und der Brandschutzbedarfsplan für die Einheitsgemeinde Kalbe sind nur fünf Jahre gültig und müssen im Frühjahr 2023 neu beschlossen werden. Unter anderem wird die Beschaffungsliste für Fahrzeuge neu bewertet. © Hanna Koerdt

Die Risikoanalyse für die Feuerwehren der Einheitsgemeinde Kalbe muss nach fünf Jahren aktualisiert werden.

Kalbe – „Wir haben mit den vorbereitenden Arbeiten für die Risikoanalyse und den Brandschutzbedarfsplan begonnen“, erklärt Renate Ahlfeld vom Kalbenser Ordnungsamt auf Nachfrage der AZ. Diese war in den vergangenen Wochen verstärkt Thema, unter anderem bei den Jahreshauptversammlungen der Ortsfeuerwehr Kalbe und der Stadtwehrleitung. Ein Kritikpunkt: Stadt und Stadtrat müssten sich strenger an diese Konzepte halten. Nun steht die turnusmäßige Überarbeitung an.

Die Risikoanalyse und der Brandschutzbedarfsplan haben eine Gültigkeit von fünf Jahren. Das Konzept soll in diesem Herbst überarbeitet und im kommenden Frühjahr beschlossen werden. Aktuell werden statistische Daten der vergangenen fünf Jahre erhoben, informiert Renate Ahlfeld. Zum Beispiel wird unter anderem „die Kameradenstärke, die Einsätze und die Art der Einsätze“ zusammengetragen. Alle Statistiken werden dann analysiert und auf der Grundlage dieser Daten wird geschaut und festgelegt, was in den Ortschaften benötigt wird.

Insgesamt 37 Fahrzeuge

Dazu gehört der Fuhrpark der Feuerwehren. Aktuell gibt es für die Einheitsgemeinde insgesamt 37 Fahrzeuge, die unterschiedlichste Einsatzzwecke erfüllen, vom Grundschutz über überörtliche/-gemeindliche Einsätze bis zu Fahrzeugen für Führungsaufgaben in den Zugbereichen bzw. im Gemeindegebiet. Je nach Zweck, beispielsweise Unfall, Brand etc., Kameradenstärke und Co. muss abgewogen werden, welches Fahrzeug wo am besten eingesetzt wird.

Die Baujahre der Fahrzeuge variieren aktuell von den 1970er bis zu den 2010er Jahren. Für die neueren Fahrzeuge sind laut aktuell geltender Risikoanalyse teils Beschaffungszeiträume in rund 20 Jahren vorgesehen. In den vergangenen Jahren hat sich auf der Liste aber schon Einiges bewegt, auch Unvorhergesehenes: Ganz aktuell wurde für Wustrewe das Kleinlöschfahrzeug (KLF) aus dem Betrieb genommen. Wustrewe erhielt stattdessen ein Tragkraftspritzen-Fahrzeug (TSF), welches vorher in Hagenau im Einsatz war. Doch die Hagenauer Feuerwehr hat sich aufgelöst und auch als Standort musste Hagenau jüngst aufgegeben werden.

Förderantrag für Fahrzeug gestellt

Für Kalbe wurde ein Förderantrag für ein Tanklöschfahrzeug (TLF) mit 4000 Litern Fassungsvermögen gestellt. Eingeplant war zwar ein TLF 3000, aber dieser wäre nicht förderfähig. Die Stadt Kalbe wartet derzeit auf Nachricht, ob es eine Bewilligung für den Antrag gibt.

Für Badel wurde ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) bestellt, welches Ende dieses Jahres kommen soll. Aus Badel nach Zethlingen wechselte 2019 ein Löschfahrzeug (LF). Der TSF, Baujahr 1990, aus Zethlingen ging dafür nach Zierau und ersetzte dort den wesentlich älteren TSF aus dem Baujahr 1974.

Für Kakerbeck wurden 2019 ein HLF und 2020 ein Mannschaftsfahrzeug angeschafft. Die Drehleiter, die für Kalbe 2017 gekauft wurde, wurde im Frühjahr generalüberholt. 2018 beispielsweise wurde ein Schlauchwagen für Kalbe angeschafft, der laut Bedarfsplan erst ab 2025 eingeplant war.

Neue Fahrzeuge für Bühne, Thüritz, Brüchau und Dolchau benötigt

So muss auch für die nächste Risikoanalyse und den Brandschutzbedarfsplan die Beschaffung einiger Fahrzeuge neu überlegt und bewertet werden, erklärt Renate Ahlfeld und gibt auch schon ein paar Beispiele: Ein neues TLF steht für Bühne aktuell ab diesem Jahr im Plan, aber das jetzige LF „läuft gut und ist betriebsbereit“, so die Verwaltungsmitarbeiterin. Ein neues Fahrzeug für Thüritz müsse ins Auge gefasst werden, ebenso für Brüchau oder auch für Dolchau. Für diese Ortschaften gibt es im aktuellen Konzept keine Angaben zu Beschaffungszeiträumen. In Dolchau aber hat sich zum Beispiel die Situation der Feuerwehr verändert: Hier steht ein Kleinlöschfahrzeug aus dem Jahr 1986, was für die Mitglieder bisher ausreichte. Doch vor Kurzem sind mehrere neue Mitglieder in die Feuerwehr Dolchau als aktive Brandschützer eingetreten. Das müsse berücksichtigt werden, so Renate Ahlfeld, was aber auch eine weitere Herausforderung darstellt: In Dolchau ist das Gerätehaus quasi eine alte Garage und für ein größeres Fahrzeug zu klein.

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