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Stromkosten gefährden Motorsport in Altmersleben

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Von: Hanna Koerdt

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Der MSC Altmersleben verhandelt einen neuen Pachtvertrag mit der Stadt. © Freier Mitarbeiter

Die hohen Stromkosten gefährden die Vereinsarbeit beim MSC Altmersleben. Der Verein verhandelt einen neuen Pachtvertrag mit der Stadt Kalbe.

Altmersleben – Der mit der Stadt Kalbe neu ausgehandelte Pachtvertrag für den Mühlenberg sei in fast allen Punkten „so weit so gut“, fassten es vor Kurzem Ulf Lüdecke, Jörn Heidrich und Jason Heidrich vom MSC Altmersleben in der Sitzung des Ortschaftsrates zusammen. Doch der Motorsportclub sieht ein Problem: Die Stromkosten sind so hoch, dass der Trainings- und Weiterbetrieb gefährdet sind.

Bisher war die Rennstrecke auf dem Mühlenberg eine Separationsfläche, jetzt gehört sie der Stadt. Die Motorsportler zahlten keine Pacht, Energiekosten oder Miete, pflegten das Areal aber. Der Pachtvertrag – es gab bisher einen aus dem Jahr 1993 – musste jetzt angepasst werden, wofür es eigentlich auch Verständnis seitens des Vereins gibt, wie im Ortschaftsrat deutlich wurde. Doch problematisch sei, dass „alles, was über den Zähler läuft, dem MSC zugeschrieben wird“, erklärte Ulf Lüdecke. Denn der Verbrauch sei exorbitant hoch. Die Mitglieder zweifelten im Ortschaftsrat daran, dass die wenigen Veranstaltungen und Trainings, die in diesem Jahr stattfanden – zumal die Rennstrecke wegen der Trockenheit und daraus resultierenden Waldbrandgefahr „über Monate nicht betrieben“, wurde, wie Jason Heidrich erklärte – solch hohen Verbrauch und Kosten verursachen. Der Verein könne dies nicht alleine tragen, erklärten die drei Männer in der Ratssitzung, denn „wo soll das Geld herkommen? Das erwirtschaften wir nicht mehr“. Um mehr Einnahmen zu haben, müsste die Strecke dann vielleicht ganzjährig für Trainings zur Verfügung gestellt werden. Im kommenden Jahr steht zusätzlich eine Streckenabnahme an, da die Sicherheitsregeln für Rennstrecken vom Deutschen Motor Sport Bund massiv erhöht bzw. verändert wurden. Auch dafür werden wohl noch höhere Kosten auf den MSC zukommen.

Der Pachtvertrag soll rückwirkend zum 1.1.2022 gelten. Der MSC würde es bevorzugen, ihn erst ab dem 1.1.2023 laufen zu lassen, „damit wir frisch starten können“, sagt Henning Matys, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, auf Nachfrage der AZ. Und auch, damit sich der Verein klar werden kann, wie es weiter gehen kann. Bisher wurde der Vertrag noch nicht unterschrieben, ein weiteres Gespräch mit der Stadtverwaltung sei dringend nötig.

Tatsächlich hatte die Verwaltung im Juni den Zähler für den MSC in Altmersleben abgelesen, erklärt Anika Sonntag. Dass der Verbrauch an der Rennstrecke hoch ist, sei der Stadt nicht neu, bestätigt auch Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Es müsse ein Weg gefunden werden, wie künftig mit den Betriebskosten umgegangen wird. Das gilt nicht nur für die Rennstrecke in Altmersleben. Die Nutzungsgebühren und Kosten für Sportstätten sind deshalb demnächst Thema in der Sitzung des Finanz- und Sozialausschusses. Klar sei: Dem Breitensport soll nicht geschadet werden, man wolle nicht „mit der Brechstange“ vorgehen, erklärt Ruth. Die Stadt sei bereit dazu, nochmals mit dem MSC zu verhandeln, wenn der Verein sich finanziell überfordert sieht. Auch weil die Einheitsgemeinde vom guten Ruf der Motorsportler und den Veranstaltungen profitiert, die Besucher nicht nur aus der Altmark anziehen.

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