Diskussion über Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Kalbenser Stadtrat

„Steuern werden verschwendet“

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Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners war in diesem Jahr kein Erfolg in der Einheitsgemeinde Kalbe, erklärte Bürgermeister Karsten Ruth. Er fordert eine flächendeckende Bekämpfung.

Kalbe. Der Effekt sei ausgeblieben, erklärte Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth in Bezug auf die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Einheitsgemeinde.

Deswegen habe er eine Anfrage bei der Kommunalaufsichtsbehörde gestellt, wie weit die Kommune verpflichtet ist, kommunale Mittel für die Bekämpfung zu nutzen. Denn die Steuermittel „werden verschwendet, weil es keinen Erfolg gibt“, erklärte er dem Stadtrat am Donnerstagabend. Dabei sei es egal, ob es sich um Geld von der Kommune oder dem Land handelt, von dem Fördermittel für die Maßnahme kommen. Deswegen fordert Karsten Ruth anders als in diesem Jahr eine flächendeckende Bekämpfung, die auch Bäume auf privatem Grund beinhaltet, da es dann eine höhere Erfolgsquote gäbe und die Mittel nicht verschwendet werden, begründete er.

In diesem Jahr wurden nur Eichenbäume in den Siedlungsgebieten an besonders neuralgischen Punkten, wie Kindertagesstätten, Bushaltestellen oder Spielplätzen, und entlang des Milde-Biese-Aland-Radweges bekämpft. Diese Variante wurde auch für das kommende Jahr als Möglichkeit für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners diskutiert. So sprach sich Melissa Schmidt dafür aus. „Wenn wir das nicht tun, können wir einpacken“, begründete sie auch in Hinblick des Tourismus. Zudem kritisierte sie die Vorgehensweise bei der Behandlung der Bäume und wollte wissen, was „wir Grundsätzliches tun können, damit wir laut gehört werden?“. Dazu schlug Karsten Ruth vor, Minister zu einer Radtour einzuladen, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Bernd Pawelski forderte zudem, dass die Anrainer bei der Bekämpfung „mit ins Boot geholt werden“ müssen, das ist aber bei keiner der zwei vorgeschlagenen Varianten möglich. Demnach werden entweder nur Eichen an neuralgischen Punkten in Siedlungsgebieten bekämpft, wofür sich vier Stadträte aussprachen oder Bäume an den neuralgischen Punkten sowie entlang des Milde-Biese-Aland-Radweges. Dem stimmten elf Stadtratsmitglieder zu.

Wie Karsten Ruth mit dieser Entscheidung umgehen wird, wisse er noch nicht, auch wenn der Bürgermeister die Notwendigkeit der Bekämpfung an neuralgischen Punkten und Radwegen sieht, damit niemand zu Schaden kommt. Dennoch müsse die Bekämpfung „komplett“ erfolgen. Daher werde er womöglich dem Haushalt für 2019 widersprechen, der Geld für die Bekämpfung bereitstellt.

Von Ina Tschakyrow

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