Keine Müllcontainer mehr

Stadtrat stimmt für Personalstelle für Kalbenser Friedhof

Zum 1. Oktober werden die Müllcontainer auf dem Friedhof in Kalbe abgeschafft.
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Zum 1. Oktober werden die Müllcontainer auf dem Friedhof in Kalbe abgeschafft.

Kalbe – Eingeplant waren einst immer 200 Euro jährlich für die Müllentsorgung, die auf dem Friedhof in Kalbe anfällt. Seit Jahren aber explodieren die Kosten – tatsächlich zahlt die Stadt jährlich rund 2000 Euro drauf.

Der Grund: Einige Bürger nutzen den Kompost-Container und die daneben stehende Tonne für Plastikabfälle zur Entsorgung ihrer Hausabfälle.

Ob Windeln, Lebensmittelverpackungen oder sogar alte technische Geräte – es wird alles Erdenkliche abgeladen. Im Kalbenser Ortschaftsrat kam erstmals der Vorschlag, die Mülltonnen deswegen komplett abzuschaffen (wir berichteten). Im Stadtrat am Donnerstagabend lag dieser Vorschlag als Beschlussvorlage auf dem Tisch des Gremiums und wurde beschlossen. Heißt: Ab 1. Oktober werden Friedhofsnutzer Blumenkübel und Co. mitnehmen müssen.

„Schade, dass die Allgemeinheit büßen muss“, erklärte Kalbes Kämmerin Ingrid Bösener hinsichtlich der Tatsache, dass sich nun mal nur einige wenige unsozial verhalten und ihren Müll am Friedhof abwerfen. Auch mit dem Lagerplatz, den es vor fünf Jahren für die Grünabfäle gab, hatte die Stadt schlechte Erfahrungen gemacht. Der Platz musste irgendwann abgeschlossen werden, aber Bürger schmissen ihren Müll einfach über den Zaun oder legten ihn davor. Deshalb entgegnete Bösener auf die Frage von Otto Wienecke, ob man nicht abgeschlossene Tonnen hinstellen könne, mit: „Auch dafür muss man diszipliniert sein.“

Künftig müssen diejenigen, die Gräber pflegen, den anfallenden Müll also wieder mitnehmen, so, wie auch in den anderen Ortschaften auf kommunalen Friedhöfen. Denn nur in Kalbe wurde der Service noch immer vorgehalten.

Für den Friedhof soll aber eine feste Personalstelle geschaffen werden. Auch dafür stimmte der Stadtrat. Der oder die Mitarbeiterin soll aber nicht nur darauf achten, dass der Müll mitgenommen wird, nachdem Otto Wienecke fragte, ob diese Stelle die Stadt nicht mehr kosten würde, als die Müllentsorgung. Der Wasserverbrauch soll kontrolliert werden, der Kontakt mit dem Denkmalschutz gehalten werden, die Stelle soll auch die Betreuung der Trauerhalle, der Kriegsgräber und die allgemeine Pflege, zum Beispiel Heckenschnitt, umfassen.

Bis Oktober wird auch noch die Friedhofsgebührensatzung angepasst. Denn die allgemeinen Kosten, zum Beispiel der Wasserverbrauch, sind seit 2011 gestiegen. VON HANNA KOERDT

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