Gerätehaus Hagenau bleibt Außenstelle der Packebuscher Feuerwehr

Stadtrat Kalbe beschließt Auflösung der Feuerwehr Hagenau

Das Gerätehaus in Hagenau bleibt als Außenstelle der Feuerwehr Packebusch erhalten
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Das Gerätehaus der Hagenauer Ortsfeuerwehr bleibt nach deren Auflösung vorerst als Außenstelle für die Packebuscher Brandschützer erhalten.
  • Hanna Koerdt
    VonHanna Koerdt
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Seit Donnerstagabend, 11. Juni, mit dem Beschluss des Stadtrates ist es offiziell: Die Hagenauer Feuerwehr ist aufgelöst, sie existierte 95 Jahre lang.

Kalbe – 64 Einwohner hat Hagenau. Für eine funktionsfähige und eigenständige Freiwillige Feuerwehr braucht es laut Brandschutzgesetz 18 aktive Mitglieder. Doch schon seit längerer Zeit konnte in der kleinen Ortschaft kein Nachwuchs mehr gewonnen werden. Zuletzt waren es sieben Aktive, berichtete der ehemalige Ortswehrleiter Wolfgang Gühne, dessen Berufung im Januar endete, am Dienstagabend im Packebuscher Ortschaftsrat (AZ berichtete). Nur drei hatten Bereitschaft erklärt, sich weiter als Brandschützer zu engagieren, wollten aber nicht in die Packebuscher Ortsfeuerwehr wechseln.

Vor der Auflösung der Feuerwehr gab es Kontakt und Gespräche

Kritik gab es von den Hagenauern in Richtung der Stadtwehrleitung, dass diese ungenügend reagiert habe. Wie allerdings Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer und Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth in der Sitzung des Stadtrates erklärten, wurde das Thema auf Stadtwehrleitungssitzungen und Beratungen besprochen, worüber es auch Belege und Protokolle gebe. Es wurde über eine Löschgruppe nachgedacht, allerdings braucht diese eine eigenständige ausgebildete Führungskraft, die es für Hagenau nicht gegeben hätte. Auch gebe es in der Stadtwehrleitung die Zugbereichsleiter, die gleichzeitig seine Stellvertreter seien, erklärte Jörg Kämpfer. Im Falle Brunau-Packebusch, und damit auch Hagenau, sei dies Konrad Schulz, der auch den Auftrag hatte, mit Hagenau über die Zukunft der Ortsfeuerwehr zu sprechen. Kontakt habe es immer wieder gegeben, auch wenn wegen Corona Sitzungen abgesagt werden mussten. Enttäuscht zeigte sich Kämpfer, dass er in den vergangenen sechs Jahren nicht einmal zu einer Jahreshauptversammlung in Hagenau eingeladen wurde, ebenso zu der jüngsten Beratung nicht und es gab seitens des Ortsbürgermeisters Otto Wienecke auch keine Einladung zum Ortschaftsrat. Trotzdem wolle er nicht „schmutzige Wäsche durch Informationslücken“ waschen, betonte Kämpfer. „Die Feuerwehr ist die größte Bürgerbewegung, die es je gab“, erklärte Kämpfer, und jede Feuerwehr müsse in den eigenen Reihen Verantwortung tragen, zum Beispiel bei der Gewinnung neuer Mitglieder – die Stadt könne nicht immer alles richten. Und der Stadtwehrleiter betonte: „Jeder einzelne Ort ist wichtig“, auch drei Mitglieder helfen einer benachbarten Feuerwehr.

Hagenauer Gerätehaus wird Außenstelle der Packebuscher Feuerwehr

Deshalb, so wurde am Donnerstagabend entschieden, wurde der Beschluss erweitert: Hagenau bleibt als Standort bestehen, und zwar als Außenstelle der Packebuscher Feuerwehr. Wie lange der Standort gehalten werden könne, sei nicht sicher, erklärte Karsten Ruth. Aber eventuell möchte sich einer der Feuerwehrleute aus Hagenau doch weiterhin engagieren, oder es tritt jemand Neues in die Packebuscher Ortsfeuerwehr ein, der aber in Hagenau wohnt, dann könnte direkt von Hagenau aus der Einsatz starten.

Der Beschluss zur Auflösung erhielt 13 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

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