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Wenn Strom und Gas in Kalbe ausfallen

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Von: Hanna Koerdt

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Schild an Heizung
Schon lange wird im Rathaus in Kalbe Energie gespart. Aber was passiert, wenn Strom und Gas in der Verwaltung und der Einheitsgemeinde ausfallen? Für den Ernstfall wird aktuell ein Krisenstab zusammengestellt. © Lea Weisbach

Was passiert, wenn die Befürchtungen der Politik sich bewahrheiten und es im nahenden Winter zu Gas- und Stromausfällen kommt? Auf solche Szenarien bereitet sich aktuell die Kalbenser Stadtverwaltung vor.

Kalbe – Das Thema wurde am Donnerstag während der Stadtratssitzung aufgerufen. Matthias Schmidt, Ortswehrleiter in Cheinitz, meldete sich bei der Einwohnerfragestunde und bezog sich auf Aussagen des Landrates des Altmarkkreises Salzwedel, Steve Kanitz, der Ende September bei einer Kreistagssitzung erklärte, dass im Fall der Fälle Gerätehäuser der Feuerwehren Anlaufstellen für Bürger sein sollen, da sie mit Notstromaggregaten und Funk ausgestattet sind. „Wir haben nicht ein Gerätehaus, das extern Notstromaggregate hat. Wir haben nur unsere Notstromaggregate, die auf unseren Fahrzeugen sind. Und die bleiben auf unseren Fahrzeugen“, damit man Einsätze fahren könne, so Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer. Matthias Schmidt mahnte in dem Zuge weiterhin an, dass auch das Rathaus über kein Notstromaggregat verfüge.

Das Kalbenser Ordnungs- und das Bauamt schrieben im Juli die Anschaffung eines mobilen Notstromaggregats aus. Im Leistungstext orientierte man sich laut Verwaltung an den Ausschreibungen des Altmarkkreises Salzwedel. Es wurde ein Aggregat mit starrer Zugvorrichtung ausgeschrieben, es ergab sich aber kein verwertbares Angebot. Das Ausschreibungsverfahren musste deshalb aufgehoben werden und soll mit neuem Leistungstext wiederholt werden – die Verwaltung hat also immer noch vor, ein Notstromaggregat anzuschaffen. Da es aktuell aber keines gibt, wurde abseits dessen seitens der Stadt eine Lösung gefunden. Wie Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth in der Sitzung erklärte, habe die Stadt einen Vertrag mit einem Anbieter geschlossen, der im Ernstfall die Technik für die Notstromversorgung der Verwaltung vorhält.

Es ging am Donnerstag auch um Zuständigkeiten im Ernstfall. „Wer kümmert sich? Die Kameraden machen es nicht, das schaffen die gar nicht“, so Matthias Schmidt. Während eines flächenhaften Stromausfalls 2010 hatten Bürger die Feuerwehr angerufen, unter anderem gefragt „wie sie die Kindermilch aufwärmen sollen“, berichtete Kalbes Ortswehrleiter Ramón Rulff und erklärte, dass die Feuerwehr dafür nicht zuständig sei.

Landrat Steve Kanitz betonte in der Kreistagssitzung im September, dass im Notfall grundsätzlich die Gemeinden für ihre Bürger zuständig sind. Die Stadtverwaltung, erklärte Karsten Ruth, erarbeite derzeit einen Krisenstab-Plan, damit die Kommune handlungsfähig ist, vor allem als Kommunikations- und Informationspartner für die Bürger, die sich im Rathaus melden und zum Beispiel den aktuellen Sachstand erfahren. In der kommenden Woche soll es für die Verwaltung Schulungen geben. Karsten Ruth hat außerdem eine entsprechende Schulung des Instituts für Brand- und Katastrophenschutz in Heyrothsberge absolviert. Der Krisenstab würde einberufen, wenn es sich um ein andauerndes, großflächiges Ereignis handelt. Nicht leistbar sei es, darauf machte Ruth aufmerksam, zu jedem Bürger zu kommen und ihn mit Strom zu versorgen.

Für Gasausfälle orientiert sich die Stadt an kommunalen Gebäuden, die nicht mit Gas beheizt werden. Das ist zum Beispiel in Brunau in der Turnhalle, Grundschule, Gerätehaus und Kita der Fall, die seit einiger Zeit mit Biogas beheizt werden. In solchen Gebäuden sollen Wärmestuben eingerichtet werden, in denen sich Bürger aufwärmen. Für Szenarien mit Notauffanglagern mit Betten, Decken und Co. ist die Kommune aber nicht ausgestattet. Im tatsächlichen Katastrophenfall ist die Stadt auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis angewiesen.

Die Ortsbürgermeister sollen zeitnah über die Organisation, Ansprechpartner etc. informiert werden.

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