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Sondersitzung wegen häufiger Unfälle zwischen Kalbe und Neuendorf am Damm?

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Von: Hanna Koerdt

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Ein Lkw liegt zwischen Neuendorf am Damm und Kalbe im Straßengraben
Innerhalb eines halben Jahres kam es im Kurvenbereich der L 21 zwischen Kalbe und Neuendorf am Damm zu drei Unfällen, bei den Lkw in den Graben kippten. Wegen der Unfallhäufungen ist demnächst eine behördliche Sondersitzung angedacht. © Hanna Koerdt

Müssen Leitplanken oder ein Tempolimit errichtet werden? Wegen der häufigen Lkw-Unfälle auf einem Abschnitt der L21 zwischen Kalbe und Neuendorf am Damm wird es demnächst voraussichtlich eine behördliche Sondersitzung geben.

Kalbe/Neuendorf am Damm – Noch immer stehen die Sicherheitsbaken in einer Kurve auf der L 21 zwischen Kalbe und Neuendorf am Damm. Vor Kurzem verunfallte hier ein Lastwagen. Der Lkw rutschte mit dem vorderen Teil quer den Abhang neben der Straße hinunter. Die Kalbenser Feuerwehr musste ein Leck im Anhänger schließen und der Lkw aus dem Straßengraben geborgen werden. Immer wieder kommt es in der jüngeren Vergangenheit zu Unfällen auf dem Abschnitt. Dieser hat nun auch die Aufmerksamkeit der Behörden, wie die AZ auf Anfrage vom Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt erfuhr.

Der jüngste Unfall passierte am 15. März. Am 17. Februar kippte ebenfalls ein Lkw seitlich in dem kurvigen Abschnitt der Landesstraße den Abhang hinab. Am 9. Oktober 2021 passierte in dem Bereich ebenfalls ein Unfall – ein niederländisches Militärfahrzeug kam von der Straße ab und landete ebenfalls seitlich im Graben. Drei Lkw-Unfälle innerhalb eines halben Jahres. Jedes Mal müssen die großen Fahrzeuge wieder aus dem Graben geholt und die Straße dafür meist gesperrt werden.

Doch woran liegt es, dass vor allem Lastwagen dort immer wieder von der Straße abkommen? An einer falschen Einschätzung des Straßenverlaufs durch die Fahrer? Oder müssen sie ausweichen, weil dort entgegenkommende Fahrzeuge die Kurve schneiden? Die Fahrbahn selbst sei jedenfalls „verkehrssicher“, teilt Peter Mennicke, Pressesprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales mit. Die L 21 „ist in den zurückliegenden Jahren nicht als sogenannte Unfallhäufungslinie in Erscheinung getreten“, erklärt Mennicke. Deshalb gebe es dort bisher auch keine Leitplanken oder andere Hilfsmittel, die die Verkehrssicherheit erhöhen könnten. Beide Seitenstreifen „sind zum Befahren nicht geeignet, sonst wären die Randmarkierungen unterbrochen“, erklärt Peter Mennicke weiter. Als Fahrer auszuweichen ist an der Stelle also problematisch. „Deshalb geht immer wieder der Appell an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, das eigene Fahrverhalten der jeweiligen Situation anzupassen“, so Mennicke.

Doch trotzdem ist die Häufung der Unfälle auf dem Abschnitt zwischen Kalbe und Neuendorf am Damm aufgefallen. Bei der Unfallkonferenz des Altmarkkreises, die vor wenigen Tagen stattfand, wurde die Thematik noch nicht eingehend behandelt. Allerdings sei in Erwägung gezogen worden, demnächst eine gesonderte Sitzung der Verkehrsunfallkommission mit Vertretern des Verkehrsamtes, der Polizei und der Landesstraßenbaubehörde durchzuführen, in der die aktuellen Unfallhäufungen besonders betrachtet werden sollen. Ob und welche Maßnahmen dann getroffen werden, bleibt abzuwarten.

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