Stadtrat diskutierte den Kauf der ehemaligen Schule in Brunau / Eigentumsverhältnisse ungeklärt

Schwierige Schrottimmobilie

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Der Brunauer Ortschaftsrat hatte gehofft, dass die Stadt die ehemalige Schule kauft. Doch der Stadtrat hat sich aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Die Schrottimmobilie bleibt also. 

Brunau. Einst gingen hier Schüler ein und aus. Doch heute: Zerschlagene Fenster, wild wucherndes Gestrüpp vor dem Eingang, verrammelte Türen. Die ehemalige Schule an der Kleinen Dorfstraße in Brunau ist ein echter Schandfleck mitten im Ort.

Und diesen hätten die Brunauer gerne endlich beseitigt. So einfach ist die Angelegenheit allerdings nicht. Der Brunauer Ortschaftsrat hatte den Vorschlag an die Kommune herangetragen, dass diese die ehemalige Schule kauft. Der Stadtrat diskutierte im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung darüber und lehnte einen Kauf ab. Dafür hatten die Stadträte diverse Gründe, so Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage der AZ.

Keiner kümmert sich in irgendeiner Form um das Gebäude. Es ist eine Gefahrenquelle für Kinder, nicht zuletzt, weil es direkt neben der Grundschule und dem Spielplatz steht und die Abenteuerlust durchaus wecken könnte. Der Besitzer muss dafür Sorge tragen, dass das Grundstück gesichert ist. Weil aber immer wieder in die Schule eingestiegen wurde, Fenster zerschlugen und randaliert wurde, hat die Stadt die Türen versiegelt, „eigentlich ist das aber schon ein Rechtsbruch“, so Ruth. Die Gefahrenquelle zu beseitigen ist allerdings kein verpflichtender Kaufgrund für die Kommune. Außerdem: Das Schulgebäude war einst vom Kreis verkauft worden. Seitdem herrscht Unklarheit über die genauen Eigentumsverhältnisse, diese „komplizierte Situation“, so Ruth, würde ein großes Kostenrisiko für die Kommune bedeuten.

Aktuell gebe es auch keine konkreten Pläne für die Nutzung des Grundstücks, trotz Ideen wie in ferner Zukunft der Bau eines großen Kindergartens. Möglich wären auch Wohnbauflächen, doch solche sind vorerst in Kalbe in der Planung.

Unendliche Geschichte

Letztlich hätten die Stadträte auch deshalb Nein zum Kauf gesagt, weil es in jedem Ort eine solche „Schrottimmobilie“ gibt – jeder Ortschaftsrat könnte dann die Gleichbehandlung einfordern und von der Kommune verlangen, die Schandflecken aufzukaufen und zu beseitigen. Eine „unendliche Geschichte“ für die Stadt, so Karsten Ruth. Der Umgang mit Schrottimmobilien ist insgesamt schwierig. Solch „skurrile Gegebenheiten“ wie die Frage, wem ein Gebäude überhaupt gehört, kommen laut dem Bürgermeister oft vor. Die Aufklärung kann dauern, oft hängen Rechtsstreitigkeiten daran, Städte können auf einem ganzen Berg von Problemen „sitzen bleiben“ und viel Geld verlieren. Geld, das ohnehin oft fehlt. Und Karsten Ruth erklärt: „Unsere Politik ist eigentlich gegenläufig: Wir versuchen Liegenschaften, die uns belasten, abzustoßen.“

Von Hanna Koerdt

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