Schüler zurück in Grundschule Kalbe

Bleiben Defizite nach dem Lockdown?

Schüler sitzen in der Grundschule Kalbe
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Seit dem 1. März dürfen wieder alle Grundschüler in Kalbe in die Schule kommen. Drei Kinder blieben dem Unterricht in der ersten Woche noch fern, nun aber läuft der Unterricht mit allen wieder an.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
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Seit 1. März findet in der Grundschule „Astrid Lindgren“ in Kalbe wieder Präsenzunterricht statt. Generell herrscht aber keine Anwesenheitspflicht. Ob Defizite nach dem Lockdown bleiben, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Kalbe – „In der ersten Woche haben die Eltern von drei Kindern entschieden, sie noch nicht zur Schule zu schicken“, sagt Schulleiterin Heike Pick. Einen solchen Entschluss müssen die Eltern nicht begründen, nur der Schule Bescheid geben. Die drei Kinder lernten aber weiterhin über die Aufgaben, die auf der Homepage der Grundschule eingestellt wurden. Inzwischen sind aber wieder alle Kinder da.

Auch wenn sich alle Kinder freuen, wieder in die Schule gehen zu können, wurde mit dem Unterricht „sachte und behutsam“ begonnen, so Heike Pick. Besonderes Augenmerk ist darauf gelegt, ob die Kinder in den vergangenen Monaten beim Homeschooling, also dem Lernen zuhause, gut mitgekommen sind. „Zum größten Teil wurden die Aufgaben erledigt, es gab nur einzelne Schüler, die zuhause wenig Unterstützung hatten“, weiß Heike Pick. Homeschooling sei für viele Eltern durchaus eine Herausforderung gewesen, „besonders wenn sie noch im Homeoffice gearbeitet haben, oder mehrere Kinder zuhause sind“, sagt die Schulleiterin, die sich bei den Eltern dafür bedankt, dass der Unterricht zuhause trotzdem weitestgehend gut funktioniert hat.

Damit es für die Familien und die Lehrkräfte einfacher ist, wurde eine schuleigene Website geschaffen. „Wir waren in der Quarantäne, als keiner in die Schule durfte, trotzdem nicht untätig“, so Heike Pick. Die Homepage www.grundschulekalbe.de „kann von jedem angeschaut werden, denn jeder hat Internet“, und darauf wurden ganz unkompliziert alle aktuellen Informationen und Lernmaterial für alle Klassen eingestellt. Wer sich die Arbeitsblätter nicht runterladen konnte, der meldete sich bei der Schule und konnte sie dort einfach abholen. Auf die Website wurden auch die Lösungsblätter, vor allem für die dritten und vierten Klassen, eingestellt, denn die Lösungen konnten auch nicht immer von Eltern eingescannt und an Lehrer verschickt werden. Ebenso lernten die Kinder über die ANTON-App, eine App für Schüler, die auch ohne im Internet zu sein genutzt werden konnte, und den „Sofa-Tutor“, erzählt die Schulleiterin. Teils haben Kinder sogar in Videos vorgelesen, die an die Lehrer verschickt wurden.

Auch aktuell sind alle Infos auf der Website, zum Beispiel die Zeitpläne und Wichtiges zum Schulablauf. Die 160 Grundschüler werden von festen Lehrkräften unterrichtet, die ersten und zweiten Klassen von einem, für die dritten und vierten Klassen gibt es mehrere für die schon etwas komplexeren Fächer. Ob es nachhaltig größere Defizite bei den Schülern gibt, das könne nach der ersten Woche natürlich noch nicht festgestellt werden, so die Schulleiterin. Aber sie und das Kollegium – es gibt neun Lehrkräfte, eine Lehramtsanwärterin und zwei pädagogische Mitarbeiter – werden in der kommenden Woche bei einer Dienstberatung über dieses Thema sprechen.

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