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Schnelles Internet fließt in Packebusch, Hagenau und Beese

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Von: Hanna Koerdt

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Packebuschs Ortsbürgermeister Otto Wienecke (l.) und ZBA-Geschäftsführer Andreas Kluge aktivieren das Glasfasernetz.
Einen Internet-Geschwindigkeitstest machten Packebuschs Ortsbürgermeister Otto Wienecke (l.) und ZBA-Geschäftsführer Andreas Kluge. Denn in Pakebusch, Beese, Hagenau, Biesenthal, Dobberkau, Friedrichsfleiß, Friedrichshof, Grävenitz, Hohenwulsch, Meßdorf, Möllenbeck, Schönebeck, Schorstedt und Späningen ist das Glasfasernetz jetzt aktiviert. © Hanna Koerdt

In den ersten drei Ortschaften der Einheitsgemeinde Kalbe, nämlich Packebusch, Hagenau und Beese, wurde das Glasfasernetz des Zweckverbandes Breitband Altmark (ZBA) aktiviert. Die angemeldeten Haushalte werden demnächst informiert, wie und wann das schnelle Internet bei ihnen ankommt.

Packebusch – Im Packebuscher Dorfgemeinschaftshaus machten Ortsbürgermeister Otto Wienecke und ZBA-Geschäftsführer vor Vertretern des Netzbetreibers DNS:NET, Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth und weiteren beteiligten Akteuren einen „Speedtest“ während der offiziellen Aktivierung des Netzes im ersten Bauabschnitt des Projektgebietes 2, zu dem neben den drei Kalbenser Orten noch elf des Landkreises Stendal gehören. Der Test bestätigte die lange Hoffnung nach einer zukunftsfähigen Breitbandinfrastruktur: Gemessen wurden 947,86 Mbit/s, also fast ein Gigabit im Download, und 483,15 Mbit/s im Upload.

„Wir sind weit draußen, aber die Ersten, die jetzt angeschlossen sind“, freute sich der Otto Wienecke und fügte hinzu: „Endlich kann ich Homeoffice machen, das war vorher nicht möglich.“ Der Ortsbürgermeister berichtete, dass in den vergangenen Ortschaftsräten immer wieder die Frage gestellt wurde, wann es endlich losgeht mit dem schnellen Internet. Bei der Ratssitzung in der kommenden Woche müsse diese Frage nicht mehr gestellt werden.

Ab wann ist das Glasfaser-Internet bei den Bürgern nutzbar?

Bis die angeschlossenen 370 Haushalte das Netz nutzen können, ist trotzdem noch ein wenig Geduld gefragt. In zwei bis drei Wochen schickt DNS:NET Anschreiben und die Hardware an alle Bürger, die in dem Projektgebiet Verträge abgeschlossen haben. Ihre Altverträge mit den bisherigen Internetanbietern müssen dann noch auslaufen, die Daten werden von DNS:NET bei den Altanbietern abgefragt, die Bürger müssten sich nicht darum kümmern, erklärten die Vertreter des Netzbetreibers gestern vor Ort. Es sei auch möglich, beide Verträge schon parallel zu nutzen, falls Bürger nicht warten möchten, bis ihre alten Verträge ausgelaufen sind.

Aktivierung in den restlichen Orten der Einheitsgemeinde Kalbe

Die Einheitsgemeinde Kalbe war eine der ersten, die vor Jahren bei der Gründung des ZBA die Bereitschaft erklärte, mitzumachen. Denn Breitband sei einer von mehreren Bausteinen, die die Zukunftsfähigkeit der Region absichert, erklärte Karsten Ruth. Die erste Aktivierung – der Rest der Einheitsgemeinde soll laut Andreas Kluge möglichst bis Mitte 2023 aktiviert werden – bedeute, dass jetzt „eine Tür aufgestoßen wird“ und „Licht am Ende des Tunnels ist“, welcher „extrem lang war“, erinnerte Ruth an den teils zähen Weg des ZBA, der sich mit bürokratischen Hürden oder auch Rechtsstreitigkeiten konfrontiert sah. „Das ist jetzt ein Cut. Jetzt sind andere gefragt, das Licht zu erzeugen“, nahm Ruth Bezug auf den Netzbetreiber und die Einwohner, die das Glasfasernetz nutzen möchten. Denn dieses sei „keine Selbstverständlichkeit“ im ländlichen Raum. „Ich freue mich auch auf die nächsten Ortsteile, die diese Anbindung erfahren“, erklärte der Bürgermeister.

Was ist mit den Haushalten, die nicht angeschlossen werden durften?

Über 273 Kilometer Glasfaser wurden in dem Baugebiet verlegt, nannte Andreas Kluge gestern ein paar Zahlen. Die Anschlussquote liege im Bauabschnitt bei 53,3 Prozent, was einen guten Wert darstelle. Wie Otto Wienecke gestern anmerkte, gab es bei den ersten Veranstaltungen des ZBA zum Glasfaserausbau, bei denen Verträge abgeschlossen wurden, von einigen Bürgern die Klage: „Ich kann nicht, ich will doch aber auch.“ Dies bezieht sich auf die sogenannten schwarzen Flecken, also die Straßenzüge, in denen der ZBA nicht ausbauen durfte, weil dort bereits das Netz, wenn auch nicht Glasfaser, anderer Anbieter aus der Wirtschaft liegt. Nach dem Prinzip „schwarze Flecken nein, weiße Flecken ja“ wurde der Glasfaserausbau des ZBA von Land und Bund gefördert.

Bleiben die Bürger, die hinsichtlich der Förderpolitik quasi an der falschen Adresse wohnen, jetzt auf der Strecke? Auf Nachfrage der AZ erklärte Kluge, dass es zwei Wege gebe, durch die auch sie schnelles Internet bekommen sollen. Die DNS:NET fragt bereits in anderen Orten der altmärkischen Landkreise, und schließlich auch in den betroffenen Kalbenser Orten, den Bedarf der Bürger nach Anschlüssen ab. Ist die Quote groß genug, baut der Netzbetreiber selbst weiter aus. Ist dies nicht der Fall, wird der ZBA die neue sogenannte „Graue-Flecken-Förderung“ nutzen wollen, erklärte Kluge. Denn mit dieser ist es möglich, das alte Netz zu überbauen. Doch erst muss der jetzt laufende Ausbau abgeschlossen werden.

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