Totholz wird entfernt, Fällungen geplant

Schädlingsbefall in Kalbes Stadtpark am Friedhof: Nachpflanzungen im Frühjahr

Im Stadtpark am Kalbenser Friedhof begannen gestern Grünpflegemaßnahmen. Totholz wird entnommen, aber auch Fällungen durchgeführt. Denn einige Bäume sind nicht mehr zu retten und eine Gefahr für Bürger.
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Im Stadtpark am Kalbenser Friedhof begannen gestern Grünpflegemaßnahmen. Totholz wird entnommen, aber auch Fällungen durchgeführt. Denn einige Bäume sind nicht mehr zu retten und eine Gefahr für Bürger.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
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Kalbe – „Mir als Kalbenser blutet auch das Herz“, sagt Birk Stiemert. Aber die Arbeiten im Stadtpark in Kalbe seien notwendig. Die Mitarbeiter seiner Forstdienstleistungs-Firma haben gestern damit begonnen, Totholz aus den Baumkronen zu sägen.

Demnächst stehen aber auch ein paar Fällungen an.

Bei der jährlichen Baumkontrolle im Stadtpark wurde deutlich: Einige Bäume sind von Schädlingen befallen und müssen gefällt werden, „wir handeln jetzt, damit wir nicht wie im Kurpark sperren müssen“, sagt Ordnungsamtsmitarbeiter Jörg Kraberg. Wo es möglich ist, wird erst einmal nur Totholz entfernt und den Bäumen eine Chance gegeben, sich zu erholen. Das ist allerdings nicht an jedem Baum möglich.

Im Vergleich: Je weniger Feinästelungen in der Baumkrone zu sehen sind, desto kranker ist der Baum.

Wer durch den Stadtpark läuft und einen genauen Blick auf die Bäume wirft, kann die Schäden ganz klar sehen, aber nicht unbedingt zuordnen. Der Blick in die Kronen verrät schon viel: An einer Eiche sind viele feine, kleine Verästelungen zu sehen, an der Eiche neben ihr sind es weitaus weniger und an einer dritten überhaupt keine jungen Zweige. Hier erkennt man die sogenannten „Vitalitätsstufen nach Roloff“, erklärt Jörg Kraberg. Diese verraten, in welchem Zustand der Baum ist – je weniger Verästelungen, desto kranker ist der Baum – die Stufe 5 bedeutet tot.

Weiter unten ist zu erkennen, wieso die Bäume nicht mehr vital sind: In einer Esche sind beispielsweise große Löcher zu sehen, die Spechte verursacht haben. Die Vögel holen sich die Larven des bunten Eschenbastkäfers. Dieser frisst sich durch das Kambium direkt unter der Baumrinde – Kambium ist die nährstoffführende Schicht des Baumes. Von außen ist der Befall erstmal kaum bemerkbar, von innen wird der Baum aber völlig zerstört. „Es gibt leider keine Möglichkeit, diese Fraßspuren zu beseitigen“, sagt Jörg Kraberg.

Die Eichen werden vom Werftkäfer zerstört. An der großen Eiche unweit des Kreuzungsbereiches ist das Problem gut erkennbar. An der Rinde des Baumes hängt feiner Holzstaub. Der Werftkäfer frisst sich bis tief ins Kernholz, dadurch entstehen die kleinen Späne. „So einen massiven Befall habe ich noch nie gesehen“, sagt Jörg Kraberg. Der Werftkäfer ist laut Fachleuten ein großes Problem. Zu erkennen ist er auch noch an schwarzem Schleimfluss. Auch das sieht man im Stadtpark besonders gut an einer anderen Eiche: An der Rinde befinden sich dunkle Flecken. Der Ausfluss sind Bakterien, die der Werftkäfer mitbringt und die den Baum infizieren.

Bis zum 28. Februar müssen alle Arbeiten im Stadtpark abgeschlossen sein. Zu den Maßnahmen gehören aber auch Neuanpflanzungen. „Wir ersetzen die gefällten Bäume“, so Jörg Kraberg. Das sei durch Spenden direkt möglich. Vornehmlich werde die Lindenallee aufgefüllt, damit der Stadtpark seinen Charakter erhält.

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