Deponie-Geschäftsführer und Bürgermeister nahmen den „Schatzkästchen“-Eltern die Sorgen

Wegen Wertstoffhof in Kalbe: Schadstoffe? Lärm? Mehr Verkehr?

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Auf dem Weg zum Wertstoffhof, zur Kita und Hort soll Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Unabhängig vom Hof wird das von Eltern und Fahrern gerne übersehen.

Kalbe. Hätte es nicht einen anderen Platz für den Wertstoffhof geben können? Werden Schadstoffe gelagert? Wie sind die Öffnungszeiten? Und stellen die Fahrzeuge keine Gefahr da, die dann vermehrt an der Kita vorbeifahren? Das waren Fragen, die den Eltern der integrativen Kindertagesstätte „Schatzkästchen“ am Montagnachmittag auf der Seele lagen.

Der Kalbenser Wertstoffhof befindet sich neben der Kita „Schatzkästchen“. Auf das umzäunte Areal können die Kinder aber nicht und es wird ein Sichtschutz angebracht.

Denn neben der Kita befindet sich das Gelände des Wertstoffhofes, der nach einer, zählt man die Unterbrechung mit, zweijährigen Vorbereitungsphase im März geöffnet wird. Beantwortet wurden die Fragen von Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth und Steffen Romatschke, Geschäftsführer der Deponie GmbH Altmarkkreis Salzwedel, die auf Einladung von Cathleen Hoffmann, der Vorsitzenden des Elternkuratoriums, in die Kita kamen. „Wir sind nicht leichtfertig mit dem Thema umgegangen“, so Ruth. Und Romatschke betonte: Ein Wertstoffhof brauche eine Baugenehmigung und müsse entsprechende bürokratische Hürden nehmen, wie beispielsweise eine Prüfung durch das Umweltamt. Natürlich habe man dabei auch die Kita und den Hort als Nachbarn wahrgenommen und sei diesbezüglich besonders sensibilisiert.

Die Eltern der „Schatzkästchen“-Kita hatten Fragen bezüglich der Sicherheit und Lage des Wertstoffhofes, ...

Eine wichtige Sorge, die der Deponie-Geschäftsführer den Eltern nehmen konnte: Es werden keine giftigen Stoffe und Chemikalien wie beispielsweise Farben und Lacke gelagert, die den Weg in Kinderhände finden könnten. Denn in auf dem Platz zentral platzierten dichten Containern werden hauptsächlich Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher und andere Elektrogeräte gelagert. „So etwas steht auch bei Ihnen zuhause“, so Romatschke, der betonte: „Hier entsteht kein Schadstofflager“. Und es sei auch keine Mülldeponie für Sperrmüll, Hausmüll oder gelbe Säcke. Die Fläche war bereits vor dem Wertstoffhof ein Lager des städtischen Bauhofs: „Das, was jetzt kommt, ist deutlich sauberer und geordneter“, so Karsten Ruth. Was die Wahl des Standortes anbelangt, so habe es nicht viele Möglichkeiten gegeben. So besitze die Kommune nicht viele Flächen im Stadtrandgebiet und mit einem Standort innerhalb der Stadt werde die Kontrollierbarkeit erhöht. Eine entsprechende Beleuchtung und weitere Sicherheitsmaßnahmen sollen ihr Übriges tun, damit nicht nachts heimlich entsorgt wird. Ein Mitarbeiter aus Kalbe werde während der Öffnungszeiten kontrollieren, was auf dem Wertstoffhof landet.

..., die ihnen Karsten Ruth (links) und Deponie GmbH-Geschäftsführer Steffen Romatschke beantworteten.

Bedenken von den Eltern gab es auch bezüglich der Fahrzeuge, die vermehrt über den Platz rollen werden. Allerdings sind die Öffnungszeiten entsprechend gewählt worden, sodass hier die Belastung nicht gravierend ist: Mittwoch- oder Donnerstagnachmittag, außerhalb der Kitaöffnungszeit, und an Sonnabenden. Die Abholung des Grünschnitts werde, so sind die Erfahrungswerte, alle eineinhalb bis zwei Wochen erfolgen, die der Container etwa alle eineinhalb bis zwei Monate. „Die Logistik hält sich in Grenzen“, so Romatschke. In Diesdorf gebe es ebenfalls einen Wertstoffhof zwischen Schule und Kita. Und bisher sei es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen. Das Gefahrenpotenzial liege bisher eher bei den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen. Viele würden das Schild an der Schulstraße, welches auf Schritttempo hinweist, missachten. Und teilweise werde nach den ersten zwei huckeligen Metern wieder ordentlich Gas gegeben, „um die verlorene Sekunde wieder reinzuholen“, so Ruth. Er bekam an der Stelle auch Recht von den Eltern und von Kitaleiterin Kati Scherer, die selbst schon Autofahrer, die zum Hort herunterfuhren, anhielt und sie auf ihr Tempo ansprach. Der Anfahrtsweg wird voraussichtlich ab April erneuert. Man denke seitens der Stadt auch darüber nach, wie man baulich dafür sorgen kann, dass der Bereich entschleunigt wird.

Entstehen in Zukunft doch Probleme, die nie mit vollkommener Sicherheit ausgeschlossen werden können, so kann sich die Kita direkt an die Deponie GmbH oder an das Rathaus wenden: „Wir wollen alle Probleme schnell erledigen“, so Steffen Romatschke.

Von Hanna Koerdt

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