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Zethlinger Schachtage: Gelungenes Turnier trotz Corona-Hürden und Sturmschäden

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Von: Hanna Koerdt

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Zwei Spieler bei einer Partie Schach
Nico Träge aus Gardelegen (links) und Marten Fricke aus Haldensleben traten bei den Zethlinger Schachtagen gegeneinander an. In fünf Gruppen spielten sechs und in einer Gruppe acht Spieler gegeneinander. © Hanna Koerdt

Nach zweijähriger Pause trafen sich nun endlich wieder Schachspieler mehrerer Bundesländer im Erlebnishaus Altmark in Zethlingen, um Partien auszutragen. Die Organisation trotz Corona nahm viel Zeit in Anspruch.

Zethlingen – Die Ausschreibung für die Zethlinger Schachtage hatte Volker Holtmeier schon vor einem Jahr verschickt. „Es musste aber immer wieder was geändert werden“, sagt der Leiter des Erlebnishauses Altmark, denn die Corona-Regeln veränderten sich mehrfach. Nun konnte das große Turnier endlich stattfinden – unter dem 2 G+-Zugangsmodell. Trotzdem lockten die Schachtage nicht nur viele Schachspieler nach Zethlingen, sondern auch Zuschauer, die die Partien beobachteten.

Die Schachtage konnten im vergangenen Jahr nicht stattfinden, der Lockdown machte ein Turnier nicht möglich. Es jetzt unter Corona-Regeln zu organisieren, war „eine Besonderheit“ und hat es „schwieriger gemacht“, sagt Volker Holtmeier. „2 G+ war die einzige Möglichkeit, das haben wir von Haus aus gewusst“, denn nur mit dieser Regel mussten nicht die Abstände eingehalten und dauerhaft Masken getragen werden. „Wir hätten 60 Spieler haben können“, berichtet der Hausleiter, allerdings wurde entschieden, die Zahl auf 40 Spieler zu begrenzen. Tatsächlich teilgenommen haben 38 Spieler aus 18 regionalen und überregionalen Vereinen, denn zwei Spieler wurden kurz vor der Anreise coronapositiv getestet. Zwar gab es seit dem letzten Turnier 2020 wegen Corona „immer wieder Ängste, ob das Turnier diesmal stattfinden kann“, sagt Volker Holtmeier, oder die Spieler waren sich nicht sicher, ob sie sich wirklich anmelden sollten, doch nun war das Interesse sogar noch größer als 2020, als sich 36 Spieler aus zwölf Vereinen anmeldeten.

Alle Spieler – die aus den altmärkischen Landkreisen und auch aus Orten in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen, Berlin und sogar Nordrhein-Westfalen kamen – reisten aktuell getestet an. Ihre Übernachtung war auch eine kleine Herausforderung, denn wegen Corona wollten einige Spieler in Einzelzimmern schlafen, wobei die meisten Schlafzimmer des Erlebnishauses für mehrere Personen sind. „Teilweise übernachteten die Spieler dann in Apenburg und Winterfeld“, erzählt Volker Holtmeier. Ein mobiles Coronatest-Team des Altmarkkreises Salzwedel sicherte am Sonnabend die nächsten Testungen für Spieler, aber auch Besucher ab.

Am späten Freitagnachmittag begann das DWZ-Turnier. DWZ steht für „Deutsche Wertungszahl“ im Schach und meint die Spielstärke des Spielers. In sechs Gruppen, die nach der DWZ-Zahl aufgeteilt waren – Gruppe A hatte die stärksten Spieler – traten jeweils sechs Spieler an, einzig in der Gruppe F waren es acht Spieler. Ob Frau oder Mann und Kind oder Rentner spielte bei den Schachtagen keine Rolle. Eine Turnierrunde dauerte maximal drei Stunden, jeder Spieler hatte 90 Minuten Bedenkzeit für seine Züge. Dass alles geregelt abläuft, darauf hatte Schiedsrichter Maik Schumacher ein Auge, der sich beim SV Gardelegen in der Abteilung Schach engagiert.

Für Spannung sorgten nicht nur die Partien, sondern am Morgen des zweiten Spieltages auch Sturm Zeynep. Denn die Orkanböen verursachten in der Region Stromausfälle, so auch im Zethlinger Erlebnishaus. „Um 3.30 Uhr ging die Sirene im Ort und die Leitstelle rief mich an und informierte mich, dass wir keinen Strom mehr auf unserer Brandmeldeanlage haben“, berichtet Volker Holtmeier. Doch nicht nur darauf, sondern „im ganzen Haus“. Die hauptverantwortliche Köchin der Einrichtung konnte wegen des Sturms am Morgen nicht kommen, doch glücklicherweise half eine andere aus. Das Frühstück wurde nur mit kalten Speisen und Getränken serviert. Erst später gab es dann Tee und Kaffee und auch ein warmes Mittagessen. Auch versperrte ein Baum die Auffahrt zum Erlebnishaus, der das Auto eines Spielers um nur 50 Zentimeter verfehlte. „Ein riesen Dank an die Zethlinger Feuerwehr, die durch den Ort fuhr und das, obwohl sie es nicht hätte machen müssen, fachmännisch beräumt hat“, sagt der Hausleiter.

Bis Sonntagnachmittag wurde Schach gespielt. In der Gruppe A siegte der erst zwölfjährige Tim Sauer und besiegte den eigentlichen Spitzenreiter Christoph Dahmen. Für die ersten und zweiten Plätze gab es Geldpreise und für alle Urkunden.

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