Mit dem Rollstuhl auf den Friedhof

Grünbereichskoordinator Uwe Wolff hilft beim Setzen der Borde am so genannten Friedhofsfeld fünf. Im Vordergrund eine der künftigen Entwässerungsrinnen für die Wege.

Kalbe - Von Conny Kaiser. Menschen mit Gehbehinderung hatten bisher ganz schlechte Karten. Etliche Wege des Kalbenser Friedhofes waren mit dem Rollstuhl kaum oder gar nicht befahrbar. Das ändert sich gerade. Im Auftrag der Stadt werden rund 400 Meter Wege ordentlich befestigt.

So ganz zufrieden ist Grünbereichskoordinator Uwe Wolff noch nicht. Das liegt aber weniger an der Arbeit seines Teams als viel mehr an dem ihm zur Verfügung stehenden Material, mit dem ein Großteil der zerfurchten Friedhofswege begradigt werden soll.

Eigentlich, so Uwe Wolff, müssten die Wege richtig ausgekoffert und mit Mineralgemisch aufgefüllt werden. Doch das sei deutlich teurer als jene Variante, die jetzt gefahren werde. In deren Rahmen würden jene Wege, die es am nötigsten hätten, begradigt und verdichtet. Dann käme eine Schutzschicht aus so genanntem Brechsand oben drauf. „Aber ich werde noch einmal mit dem Ortschaftsrat sprechen“, so Wolff angesichts der Sitzung, die gestern im Freibad stattfand. Dort wollte er das Thema Friedhofswege noch einmal auf die Tagesordnung bringen und anfragen, ob für besseres Material nicht doch ein etwas höherer Betrag investiert werden könnte. Ein Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Fest steht hingegen für Uwe Wolff und sein Team – der Grünbereichskoordinator ist für den Einsatz der Gemeindearbeiter zuständig –, dass entlang des so genannten Friedhofsfeldes fünf, in dem vor kurzem rund 45 Gräber eingeebnet worden waren, neue Borde gesetzt werden müssen, um hier eine ordentliche Abgrenzung zu schaffen. Zudem sollen jene Wege, die jetzt befestigt werden, auch Entwässerungsrinnen erhalten. Mit den entsprechenden Arbeiten ist bereits begonnen worden.

Erst vor kurzem hatten die Mitarbeiter der Stadt ein neues Feld für die Kompostierung organischer Abfälle angelegt. Es befindet sich hinter der Trauerhalle. Allerdings haben es offenbar noch nicht alle Friedhofsbesucher mitbekommen, dass dort keine Plastiktöpfe, Kranzverzierungen oder -drähte entsorgt werden dürfen. Ein Schild, auf dem genau beschrieben ist, was gelagert werden darf und was nicht, soll hier Abhilfe schaffen. Es sei bereits in Arbeit, so Uwe Wolff, der noch einmal deutlich machte, dass es ein rigoroses Vorgehen geben werde, wenn sich die Friedhofsbesucher nicht an die Vorgaben halten würden. Dann nämlich solle die Entsorgung von Abfällen gänzlich untersagt werden – und jeder müsse dann sämtlichen Müll, auch den organischen, mit nach Hause nehmen.

In der Vergangenheit hatte die Stadt sehr hohe Entsorgungskosten durch den Friedhof, die durch die eingenommenen Gebühren bei weitem nicht abgedeckt worden waren (wir berichteten).

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