Frischer Wind in alten Wänden / Sabine Junker und Uli Damm haben die Immobilie gekauft

Restaurant im Kalbenser Kutscherhaus eröffnet

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Sabine Junker und Uli Damm sind im Januar nach Kalbe gezogen und wollen bald das Kutscherhaus als Restaurant mit Biergarten eröffnen.

Kalbe – Es ist ziemlich aufregend, etwas Angst macht es auch, ob alles gut geht und die Gäste nicht ausbleiben, aber „Ich glaube, dass sich die Kalbenser darüber freuen, dass hier was passiert“, sagt Uli Damm.

Er und seine Lebensgefährtin Sabine Junker haben im Januar das Kutscherhaus gekauft und wollen es bald möglichst als Restaurant mit Biergarten eröffnen.

Das Paar zog im Januar aus dem Münsterland in die Mildestadt. Sabine Junker hat ein Faible für Immobilien, stöberte im vergangenen Jahr irgendwann auf entsprechenden Internetseiten und stieß dabei aus Zufall auf das Kutscherhaus, das zum Verkauf stand. „Das ist aber niedlich“, dachte sie damals und zeigte es ihrem Partner. „Ich wollte mich ohnehin schon lange verändern“, sagt die Fachkrankenschwester.

Von Haus aus Gastronomin ist sie nicht, kocht allerdings leidenschaftlich gerne. Gekellnert hat die 57-Jährige in ihrer Jugend sowie eine Ausbildung für Ernährung und Hauswirtschaft hat sie gemacht. Auch Ulrich Damm ist beruflich woanders angesiedelt, er ist selbstständiger Finanzberater und war viele Jahre lang Filialleiter einer Sparkasse. „Wenn ich jemandem einen Kredit verkaufen kann, kann ich ihm auch ein Bier verkaufen“, schmunzelt der 55-Jährige zuversichtlich. Mit dem Kutscherhaus erfüllen sich beide den Traum eines Wagnisses im „dritten Drittel des Lebens“, so Uli Damm

Fast täglich sind sie gerade in dem denkmalgeschützen Gebäude, erneuern die Küche komplett, entrümpeln, reißen die alten Teppiche raus, damit die Holzböden darunter wieder zu Vorschein kommen. „Wir bringen frischen Wind in die alten Wände“, so Damm. Es gibt viel zu tun, mehr als das Paar gedacht hätte. Aber im Gespräch mit einigen Kalbensern, die sie schon kennengelernt haben, gab es zahlreiche Tipps, an welche Handwerker vor Ort sie sich wenden sollten.

Viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft haben die beiden Neu-Kalbenser schon erfahren. „Ich glaube auch, dass hier der Bedarf für ein kleines Restaurant mit Biergarten da ist“, schätzt und hofft Ulrich Damm: „Das Wichtigste ist, dass man Gäste gerne empfangen möchte.“ Und das soll möglichst schon in diesem Frühjahr möglich werden. Es wird eine kleine Karte mit Gerichten aus saisonalen und möglichst regional angebauten Lebensmitteln geben. Sabine Junker sagt: „Einen Tomatensalat im Winter wird es also nicht geben.“

Das Konzept ist weder abgehobene Gourmetküche, noch lieblose Fertiggerichte, sondern frisch gekochtes gut-bürgerliches Essen mit Tagessuppe, Fleisch- und vegetarischen Gerichten. Auf die Profi-Fritteuse für „richtig gute Pommes“ hat Uli Damm aber bestanden. Im Sommer soll draußen gegrillt werden. Denn die schöne Umgebung des Kutscherhauses neben dem Kurpark lädt zum draußen sitzen ein. Deshalb werden dort bei schönem Wetter die Biergartengarnituren ihren festen Platz haben und zum Einkehren einladen.

Übrigens nicht nur zum Essen, sondern Bier und Weintrinken und gemütlichem „Klönen“, sagt das Paar. Und auch für Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen sind die beiden offen: „Da wird sich sicherlich etwas ergeben“, freut sich Sabine Junker.

VON HANNA KOERDT

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