1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Kalbe

Ratsstuben in Kalbe: Investieren statt verkaufen

Erstellt:

Von: Hanna Koerdt

Kommentare

Uwe Kunze und Sabine Kapust im Hotel Ratsstuben in Kalbe
Statt verkaufen heißt es jetzt durchstarten: Uwe Kunze und Sabine Kapust wollen in den Kalbenser Ratsstuben das Hotel und auch Veranstaltungen wiederbeleben. © Privat

Das Hotel Ratsstuben in Kalbe stand längere Zeit zum Verkauf, doch davon ist der Eigentümer Uwe Kunze inzwischen abgerückt. Stattdessen investiert er ins Gebäude und will mit dem Hotelbetrieb sowie Veranstaltungen wieder durchstarten.

Kalbe – „2020 und 2021 haben wir eigentlich nur damit verbracht, uns irgendwie über Wasser zu halten“, sagt Uwe Kunze. Der Eigentümer übernahm 2019 wieder die Leitung der Ratsstuben, die in den Jahren zuvor neben dem Hotelbetrieb ein beliebter Ort für öffentliche und private Veranstaltungen waren. Uwe Kunze plante zunächst, die Ratsstuben zu verkaufen. Doch „der Verkauf ist vom Tisch“, sagt er. Stattdessen investiert Kunze in die Ratsstuben und will ihnen mit Unterstützung von Familie, Freunden und seiner neuen Angestellten wieder zu altem neuen Glanz verhelfen.

Während die Ratsstuben zum Verkauf standen, gab „es recht abenteuerliche Angebote aus dem Ausland“, erzählt Uwe Kunze im Gespräch mit der AZ. Unter anderem war er wegen eines Angebots sogar in Prag, allerdings erschien dieses dann doch unseriös. An „Immobilienhaie“, so Uwe Kunze, wollte er nicht verkaufen. Also überlegten er und seine Familie, ob der Verkauf einfach ganz gelassen werden sollte. Doch was dann? „Lassen wir die Ratsstuben so stehen und machen nichts daran oder investieren wir jetzt noch mal?“ Entschieden wurde Letzteres. Jetzt haben schon und stehen noch weitere Renovierungs- und Umbauarbeiten an. „Alle Zimmer bekommen ein eigenes Bad und der Hotelflur bekommt ein neues Gesicht“, berichtet Kunze. Außerdem werden, in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde, auf dessen Genehmigung der Hoteleigentümer aktuell wartet, alle Türen und Fenster im unteren Bereich ersetzt. Alle Arbeiten werden durch ortsansässige Firmen erledigt, berichtet Kunze und freut sich, dass auch Familie und Freunde wieder „tatkräftig unterstützen“. Da derzeit auch schon wieder Veranstaltungen stattfinden, laufen die Umbauarbeiten parallel zum Betrieb.

Die Situation habe sich für den Hoteleigentümer auch deshalb grundlegend verändert, weil er eine neue Angestellte hat. „Fast Jeder Kalbenser kennt sie: Sabine Kapust“, berichtet Uwe Kunze. Sie war schon einmal in den Ratsstuben als Köchin angestellt, und zwar von 1982 bis zum Jahr 2002. Anschließend machte sie sich selbstständig mit dem Kutscherhaus, welches sie bis 2009 betrieben hat, sowie die vergangenen zwölf Jahre die Kantine eines Miester Unternehmens betrieb. In den Ratsstuben feierte sie Anfang dieses Jahres sogar ihren Ausstand aus der Kantine. Sabine Kapust „übernimmt alle anstehenden Aufgaben,vom Hotel bis zu den Feiern“, erklärt Uwe Kunze. Einen vom Hotel unabhängigen und durchgängigen Restaurantbetrieb wird es „im Augenblick noch nicht geben“, sagt Uwe Kunze und hält die Zukunft diesbezüglich offen.

In Kalbe hat es sich bereits herumgesprochen, dass es in den Ratsstuben weitergeht. Der Veranstaltungskalender sei bereits „gut gefüllt“, berichtet Kunze, es gebe auch schon die ersten Anmeldungen für das Jahr 2023. Es handelt sich vor allem um Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Klassentreffen und ähnliche Anlässe. Aber auch Versammlungen unter anderem der Schützen und Jäger, zählt Kunze auf. Und auch sollen wieder Konzerte und andere öffentliche Veranstaltungen stattfinden. Vor Kurzem feierte bereits der Kalbenser Kultur- und Heimatverein den Frauentag gemeinsam mit dem Theater der Altmark (AZ berichtete). Uwe Kunze will gerne, wenn es die Coronasituation möglich macht, auch wieder eine Ü30-Party veranstalten und hofft, dass bekannte Künstler wie die Hengstmänner und Kopinskis auch wieder die Bühne der Kalbenser Ratsstuben betreten.

Auch interessant

Kommentare