Kutscherhaus-Betreiber warten mit der Öffnung

Kalbe: Noch keine Planungssicherheit für die Gastronomie

Gastwirte Sabine Junker und Uli Damm vor dem Kutscherhaus in Kalbe.
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Sabine Junker und Uli Damm wollen das Kutscherhaus gerne wieder öffnen – aber erst mit mehr Planungssicherheit und möglichst für alle Gäste ohne Testpflicht.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
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Immer mehr Gaststätten öffnen wieder. Doch ganz so unkompliziert ist dies nach mehreren Monaten coronabedingter Schließzeit nicht. Sabine Junker und Uli Damm, die in Kalbe das Kutscherhaus betreiben, warten mit der Öffnung noch bis Ende Juni.

Kalbe - Seit dem 2. November 2020 musste das Gasthaus wieder geschlossen bleiben, im vergangenen Jahr durften die Gastwirte das Kutscherhaus insgesamt knapp nur sieben Monate öffnen. „Das klappt dieses Jahr nicht mehr“, sagt Sabine Junker. Trotzdem „sind wir mit den Förderungen einigermaßen gut durch die Zeit gekommen“, erklärt Uli Damm. Die November- und Dezemberhilfen kamen, wenn auch erst im März. „Wir haben aber schnell Bescheid gekommen, dass es genehmigt ist“, sagt Sabine Junker. Ab Januar wurden vom Bund 90 Prozent der Fixkosten des Betriebes gezahlt, seit Ende April 100 Prozent. Glücklicherweise gehört ihnen das Kutscherhaus, sodass keine Pacht- bzw. Mietverträge einzuhalten waren. Kurzarbeit musste das Paar nicht beantragen, da sie keine festangestellten Mitarbeiter haben. Nur für sich mussten sie finanzielle Hilfe beantragen, da die Einkünfte wegbrachen. „Eine Sonderregelung hat die Beantragung vereinfacht“, erklärt Uli Damm.

Nun könnte es theoretisch wieder losgehen, allerdings mit Auflagen. Schon im vergangenen Jahr wurde nur die Hälfte der Tische im Gasthaus genutzt, das Paar hat Trennwände anbringen lassen, es wurden Masken getragen und jeder Besucher musste sich für die Nachverfolgung auf Listen eintragen. Jetzt muss die Anzahl der anwesenden Gäste auf eine Person je 2,5 angefangene Quadratmeter innerhalb geschlossener Räume beschränkt sein. Und es wurde verordnet, dass Gäste geimpft oder genesen sein müssen, oder einen tagesaktuellen, zertifizierten negativen Coronatest vorlegen müssen. Viele Gastronomien bieten alternativ vor Ort kostenpflichtige Schnelltests an. Sabine Junker und Uli Damm haben sich dagegen entschieden, das Kutscherhaus unter diesen Voraussetzungen jetzt wieder zu öffnen. „Wir wollen, dass jeder, der es gerne möchte, zu uns kommen kann und sowohl innen und außen sitzen kann“, sagt die Gastwirtin. Die aktuelle Verordnung schränkt dies sehr ein, zumal in dem Gasthaus auch nicht die Räumlichkeiten, noch die Kapazitäten bestehen, Tests kontrolliert durchzuführen. Wenn jemand Angst habe, ohne die Testauflagen ins Gasthaus zu kommen, „der ist gerne dazu eingeladen, uns erst später wieder zu besuchen“, erklärt Sabine Junker.

Aktuell fehlt den Beiden auch die Planungssicherheit für die Öffnung. Denn die Sorge ist groß, dass sie für den Betrieb wieder groß einkaufen, die Inzidenzen sich aber in zwei Wochen wieder zum Negativen verändern und erneut die Schließung droht. Das wäre eine „Milchmädchenrechnung“, sagt Uli Damm. Im vergangenen Jahr mussten die Gastwirte sehr viele Nahrungsmittel entsorgen, auch wenn bedarfsorientiert eingekauft wird.

Noch etwas abzuwarten, „hilft uns weiter, um zu schauen, ob es sich lohnt, wieder zu öffnen“. Einen vorgesehenen Termin haben sie aber schon ins Auge gefasst: Das Kutscherhaus soll am 23. Juni wieder geöffnet werden – das Paar hofft, dass sich dann die Verordnung wieder ändert und mehr Normalität einkehrt. Und dass dann auch wieder gesellige Liederabende im Freien genossen, gegessen und getrunken werden kann.

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