Gartenexpertin wirbt für die Reize ihrer Heimat / „Pflanzen mit allen Sinnen genießen“

Mit Pflanzenliebe und Sonnenhut

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Ruth Schwarzer ist eine Pflanzenexpertin, die vom Tourismusverband als Botschafterin für die Altmark geschätzt wird.

Kalbe. Maikönig, Pirat und Brauner Trotzkopf haben es ihr angetan. Sie liebt die Köstliche aus Charneux und schätzt die Herbstbergamotte seit Kindheitstagen. Eisberg habe dagegen keine Seele, und Williams Christ sei nichts Besonderes.

Egal ob Kopfsalat- oder Birnensorten, Kräuter, Beeren, Blumen, über fast jedes Gartengewächs kann Ruth Schwarzer eine Geschichte erzählen. Denn sie weiß, wie die Pflanze tickt. Die Altmärkerin ist die Frau mit dem Pflanzentick – und wirbt für die Region.

Lange war Schwarzer nur als Kräuterfee bekannt. Doch in der Dill-, Petersilie- und Schnittlauchecke wollte die agile Frau aus Kalbe nicht länger stehen. „Ich bin die Pflanzenexpertin aus der Altmark“, sagt die studierte Gartenbauingenieurin, deren Markenzeichen ihr Sonnenhut ist. Das Gärtnern war der Bauerntochter in die Wiege gelegt. „Mein blinder Onkel Wilhelm brachte mir bei, Pflanzen mit allen Sinnen zu genießen. „Kumm Deern, foat datt mol on“ (Komm her Mädchen, berühre das mal), pflegte er in bestem Plattdeutsch zu sagen. Das ist jetzt mehr als 60 Jahre her. So erlernte das Mädchen den Gärtnerberuf. Später studierte die junge Frau in Quedlinburg Gartenbau und qualifizierte sich zur Ingenieurpädagogin. Zu DDR-Zeiten war sie viele Jahre lang als Ausbilderin für Floristen und Gärtner in Salzwedel tätig. Nach der Wende arbeitete sie für Bildungsträger im grünen Bereich. Doch erst als Rentnerin blüht sie richtig auf. Es macht ihr nicht nur Spaß, bei Veranstaltungen und Workshops bundesweit gärtnerisches Lebenswissen weiterzugeben. „Ich verklickere auch allen, wo ich herkomme“, sagt die 67-Jährige stolz.

„Ruth Schwarzer ist eine engagierte Botschafterin für unsere Region“, freut sich Mandy Hodum, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Altmark. Die persönliche Ansprache spiele bei der Gästewerbung eine bedeutende Rolle. Identifikationsfiguren wie die Salzwedler Baumkuchenkönigin, Otto Reutter aus Gardelegen oder Kaiser Karl IV. aus Tangermünde helfen dabei. Die Pflanzenexpertin ordnet Hodum in diese Liste touristischer Aushängeschilder ein.

Seit 1999 reist Schwarzer, die drei Töchter und drei Enkel hat, mit ihrem floralen Wissenskoffer durch die Lande. Auch in heimischen Gefilden hat sie blühende Spuren hinterlassen. So wirkte sie beispielsweise an der Gestaltung des Bauerngartens in Schäplitz bei Bismark mit. Das neueste Projekt ist die Etablierung eines Kompetenzzentrums zur Rettung alter, heimischer Birnensorten.

Von Wolfgang Benndorf

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