Altmerslebens Ortsbürgermeister kritisiert Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele

Pawelski: „Das ist blauäugig“

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Altmerslebens Ortsbürgermeister Bernd Pawelski schätzt das Engagement von Künstlerstadtinitiatorin Corinna Köbele, beklagt aber auch, dass sie vieles anpacke, aber nie wirklich zuende bringe.

Altmersleben. Bernd Pawelski, Ortsbürgermeister von Altmersleben, ist sauer. Sauer auf die Künstlerstadt Kalbe und deren Initiatorin Corinna Köbele.

Vor einigen Tagen startete die Künstlerstadt einen Aufruf zur Teilnahme an der Förderung „LandKultur – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen“, das von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft ausgeschrieben wurde und eine Förderung von bis zu 100.000 Euro über drei Jahre verspricht. 

Der Künstlerstadtverein ruft nun engagierte Menschen aus der Einheitsgemeinde auf, denen ihr Dorfgemeinschaftshaus am Herzen liegt, sich bis Sonnabend für das Projekt zu bewerben. Bernd Pawelski kann darüber nur mit dem Kopf schütteln. Denn für eine Antragsstellung – so lauten die Anforderungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft – müsse ein Finanzplan, eine Projektskizze und diverse weitere Referenzen vorgelegt werden „und das schafft in so kurzer Zeit keiner. Das ist blauäugig“. Und „angenommen, wir bekommen diese Förderung: Was passiert mit dem Geld?“, fragt er sich. „Wir dürfen das Fördergeld nicht weiterfinanzieren. Ein Ortsbürgermeister hat kein Finanzhoheitsrecht. Das Geld bekommt die Stadt und wie sie das Geld investiert, das bleibt der Stadt überlassen“, gibt der Ortsbürgermeister zu bedenken.

An den Veranstaltungen der Künstlerstadt nimmt Bernd Pawelski des Öfteren teil, wie er sagt, und auch das Engagement und die Ideen von Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele schätze er. Aber „sie soll ihre Arbeit machen und wir unsere“, betont er gegenüber der AZ.

Außerdem legt der Ortsbürgermeister der KünstlerstadtInitiatorin nahe, die jungen Künstler in die Aktivitäten des Dorfes einzubeziehen. Zum Beispiel, indem sie Kunstangebote für ältere Menschen in den Dorfgemeinschaftshäusern anbieten. So könne man sich gegenseitig kennenlernen und Jung und Alt zusammen etwas unternehmen. Außerdem wünscht sich Pawelski, dass die Künstler mehr Kunst in Kalbe lassen, als sie es bisher getan haben. Die Kunst solle schließlich für die Kalbenser zu sehen sein.

Der Ortsbürgermeister hat noch einiges mehr gegenüber der Künstlerstadt zu beklagen. Aber er sagt auch, dass man zusammen arbeiten müsse. Deshalb würde er sich gerne mit Corinna Köbele an einen Tisch setzen oder sie zu einer Ortschaftsratssitzung nach Altmersleben einladen.

Von Marilena Berlan

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