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Ortschaftsrat wünscht sich Verkehrsinsel gegen Raser

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Von: Hanna Koerdt

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Zwei Autos am Ortseingang in Neuendorf am Damm
Am Ortseingang Neuendorf am Damm aus Richtung Kalbe sind viele Fahrer deutlich zu schnell unterwegs. Der Ortschaftsrat hätte gerne eine Verkehrsinsel an dieser Stelle, doch die LSBB hat das schon geprüft und verworfen. © Hanna Koerdt

Rasant fahren viele Autofahrer durch Neuendorf am Damm. Doch einen Fußgängerüberweg zum sicheren Überqueren der Straße lehnte der Ortschaftsrat ab. Stattdessen soll das Tempo durch eine andere Maßnahme gesenkt werden.

Neuendorf am Damm – „Wollen wir einen Zebrastreifen?“, fragte Neuendorf am Damms Ortsbürgermeister Jürgen Schulz den Ortschaftsrat während seiner Sitzung. Die Anfrage, ob ein solcher in Neuendorf am Damm vom Ortschaftsrat gewünscht sei, erreichte Schulz zuvor aus Kalbes Bauamt. Den Fußgängerüberweg hält der Rat nicht für notwendig, hat aber einen anderen Wunsch.

Ein Zebrastreifen sei „mit Sicherheit von Vorteil“, meinte Ratsmitglied Markus Jäger. Die Frage sei aber, an welcher Stelle der Zebrastreifen auf die Fahrbahn kommt. Denn letztlich seien Fußgängerüberwege irgendwie „immer an verkehrter Stelle“, nämlich dann, wenn sie nicht direkt vor dem Bürger seien, der gerade auf die andere Straßenseite wechseln möchte und dies dann eben tut, auch ohne Zebrastreifen. In Neuendorf am Damm sind die Fahrer aber durchaus schnell unterwegs, war sich der Rat einig. „Besser wäre eine Welle vor dem Ortseingang, damit die Fahrer nicht so schnell einfahren“, schlug Markus Jäger vor. Noch besser fand die Idee Anklang, unmittelbar am Ortseingang aus Richtung Kalbe eine Verkehrsinsel bauen zu lassen, durch die die Fahrbahn eine leichte Kurve erhält. Beispiele seien Solpke und Meßdorf, zählten Jürgen Schulz und Thomas Kusch auf. Durch eine solche Verkehrsinsel würde Fahrern die Möglichkeit genommen werden, zu schnell in die Ortschaft einzufahren, denn sonst könnten sie sich an der Insel das Auto beschädigen, diskutierte der Rat die Vorteile einer Verkehrsinsel. „Ein Zebrastreifen muss rund um die Uhr beleuchtet werden, das Geld sollte man lieber für die Verkehrsinsel nehmen“, argumentierte Thomas Kusch. Der Vorschlag wurde ins Protokoll aufgenommen mit der Hoffnung, dass sich die Maßnahme im Zuge der ab Mai anstehenden Bauarbeiten auf der Ortsdurchfahrt realisieren lässt.

Doch der Wunsch nach einer Verkehrsinsel wird wohl doch nur ein Wunsch bleiben. Denn eine solche zu bauen, ist nicht beabsichtigt. „Die Lösung wurde geprüft, aber letztlich verworfen“, erklärt auf Nachfrage der AZ Meike Portius, Regionalbereichsleiterin der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Nord in Stendal. Denn „aus Richtung Kalbe kommend befinden sich zwischen dem Ortseingang und dem Beginn der eigentlichen Ortsdurchfahrt auf der rechten Seite (Einfahrtseite) Häuser und dann erst kommt die Kreuzung mit den Wirtschaftswegen. Um eine Geschwindigkeitsreduzierung innerhalb der Ortsdurchfahrt zu erwirken, sind entsprechende bauliche Maßnahmen so anzuordnen, dass der schnellere einfahrende Verkehr durch die baulichen Anlagen zur Reduzierung der Geschwindigkeit gezwungen wird. Durch die Bebauung wäre zum Beispiel eine Verkehrsinsel noch vor der Ortslage anzuordnen gewesen. Dadurch würde das Ansinnen nicht erwirkt, da die Fahrzeuge danach noch zu viel Strecke haben, die Geschwindigkeit wieder zu erhöhen“, erklärt Portius die Umstände vor Ort. Der vom Ortschaftsrat gewünschte Effekt würde also schlichtweg nicht erzielt werden.

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