Wird das 30er-Schild übersehen?

Ortschaftsrat Kalbe diskutiert Parkplätze und Raser an der Ostpromenade

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Der gesamte Bereich Straße der Jugend und Ostpromenade ist eine 30er-Zone.

Kalbe – Bürger hätten sich beschwert. Und er selbst es schon beobachtet, dass „die Leute da lang rasen“, meinte am Donnerstag Volkmar Erl bei der Sitzung des Kalbenser Ortschaftsrates.

Offenbar animiert die Öffnung der Ostpromenade ab dem Weißen Wall bis zur nun gesperrten Brücke am Gardelegener Tor Fahrer dazu, aufs Gaspedal zu drücken.

Das könnte besonders zur Badesaison problematisch sein, wenn dort die Badegäste vor dem Eingang auf der Straße stehen. Außerdem steht dort ein gut genutzter Spielplatz. Es sollte also langsam gefahren werden. Auch die Parksituation ist schwierig. Zur Badesaison stehen rund um die Ostpromenade deutlich mehr Autos, richtige Parkplätze gibt es unmittelbar am Freibad nicht. Es gebe vom Förderverein Freibad, so informierte Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel, einen Vorschlag zwei Parkplätze direkt an der nebenan befindlichen Kegelbahn zu schaffen.

Wegen ihrer Größe sei keine Baugenehmigung nötig, außerdem könne man eventuell ein TV-Format zum Mitmachen gewinnen. „Das sollte man unterstützen, aber es ist keine Lösung der Gesamtsituation“, so Gabriel. Er sehe die Möglichkeit für Parkplätze in der um den Sportplatz verlaufenden Kurve, dazu müsse aber der Zaun des Platzes nach innen versetzt werden. Mathias Graf regte an, die Parkplätze an der Kegelbahn weiter nach vorne zu verlagern. Und er fargte, ob die Johanniter-Garage überhaupt noch stehen bleiben müsse, schließlich befinde sich die Rettungsstation nicht mehr dort. Insgesamt vermisst der Ortschaftsrat ein Konzept für das gesamte Areal.

Jedoch hat die Stadt diesbezüglich schon konkrete Pläne. So wird ein absolutes Halteverbot auf der Seite des Sportplatzes ab dem Abzweig Straße der Jugend entlang der Ostpromenade bis zum Weißen Wall eingerichtet. Geparkt werden darf mildebegleitend auf der anderen Seite der Fahrbahn. So stelle man sicher, dass Feuerwehr und Rettungswagen auch weiterhin durchkommen, erklärt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage der AZ.

Für größere Parkplätze müsste nach Möglichkeiten gesucht werden, und Baugenehmigungen wären nötig. In der Johanniter-Garage stehe tatsächlich ein Ersatzwagen, es gibt dafür bindende Verträge mit der Stadt. Ein gemeinsames Konzept für Freibad, Straße und Sportplatz sei schwierig, da jeweils andere Fördertöpfe und Regularien greifen, würde man investieren wollen.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wie sie im Ortschaftsrat angeregt wurde, gibt es sogar. Sowohl die Straße der Jugend als auch die gesamte Ostpromenade sind schon lange als 30er-Zone ausgewiesen. Das Schild steht in Höhe der Kreuzung der beiden Straßen. Das wiederum heißt: Entweder wird es übersehen oder ignoriert. Die Geschwindigkeiten kontrollieren kann die Stadt selbst nicht, „das macht die Polizei“, so Karsten Ruth.

Das Ordnungsamt werde in Zukunft dort nur Falschparker ahnden. Ambivalent zu den Raserei-Vorwürfen, hätten das Rathaus auch Beschwerden erreicht, dass die Ostpromenade ab dem Weißen Wall – übrigens Anliegerstraße – wiederum nur zu langsam befahren werden könne, da sie in solch schlechtem Zustand ist. Sie wird aber bald erneuert. Danach geht´s auch wieder schneller.

VON HANNA KOERDT

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