Umfangreiche Arbeiten müssen durchgeführt werden

Ohne Spenden keine Kirchensanierungen in Neuendorf am Damm und Karritz

Kirche in Neuendorf am Damm
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Die Kirche in Neuendorf am Damm benötigt einen neuen Dachstuhl.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Die Kirchen in Neuendorf am Damm und in Karritz müssen dringend saniert werden. Es werden Fördermittel benötigt, für deren Bewilligung wiederum Eigenmittel gebraucht werden.

Neuendorf am Damm / Karritz – Die Kirchen in Neuendorf am Damm und in Karritz müssen saniert werden. Die Kosten werden für beide Gebäude auf über 500 000 Euro geschätzt. Für die Sanierungen müssen Fördermittel beantragt werden. Damit diese bewilligt werden, sind aber Eigenmittel nötig. Da die dortigen Gemeinden klein sind, ist es schwieriger, die entsprechenden Eigenmittel aufzubringen. Deswegen wird auf Spenden gehofft, auch von Einwohnern oder Bürgern, die nicht in der Kirchengemeinde sind. Es werden für die Baumaßnahme an der Kirche in Neuendorf am Damm Spenden in Höhe von 4300 Euro benötigt, teilt der zuständige Pfarrer Michael Schuft mit.

Viele Schädlinge im Holz

Die Sanierung der Kirche in Neuendorf am Damm ist die größere Maßnahme. Das Dach des Kirchenschiffs ist stark beschädigt. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass das Holz im Kirchenschiff von Echtem Hausschwamm, vom Hausbock und vom Nagelkäfer befallen ist. „Und das nicht nur partiell, sondern flächendeckend“, sagt Dirk Zaske, Kirchenbaureferent des Kirchenkreises Stendal, auf Nachfrage.

Teilumnutzung der Kirche möglich

Die Kirche darf deswegen nicht mehr betreten werden, weswegen in Neuendorf am Damm schon seit einigen Jahren keine Gottesdienste mehr stattfinden können. Der Echte Hausschwamm ist ein „aggressiver Holzschädling“, der sich durch das Mauerwerk frisst, erklärt Dirk Zaske. Der Schädling wurde im Holz der Mauerkrone gefunden, also dort, wo die Dachrinne ist, und somit „wächst er durch das Mauerwerk“, so der Kirchenbaureferent weiter. Deswegen muss der Dachstuhl komplett erneuert werden. Es sei wichtig, Denkmale zu erhalten, sagt Dirk Zaske. Deswegen wird auch überlegt, die Kirche nicht nur für Gottesdienste zu nutzen, sondern auch für andere Veranstaltungen. Das sei aber auch vom Bedarf vor Ort abhängig, sagt Dirk Zaske. Mit einer Teilumnutzung könnte auch eher das Gebäudenutzungskonzept, das für die Beantragung der Fördermittel benötigt wird, bewilligt werden. Dazu werde es aber noch Gespräche mit Vertretern der Kirchengemeinde, des Kreiskirchenamtes und der Kommune geben, so Pfarrer Michael Schuft. Er teilt weiter mit, dass auch die Läuteanlage defekt ist und die Glocke, die von Experten aufgrund ihres Alters von etwa 450 Jahren als besonders wertvoll eingestuft wird, gefährdet ist.

Bürger sind auch dazu aufgerufen, sich „an der Ideenfindung zur Erhaltung der Kirche im Ort beizutragen, wenn sie wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt“, so der Pfarrer weiter.

Die beschädigten Bereiche der Kirche in Karritz können abschnittsweise erneuert werden.

Auch die Kirche in Karritz ist gefährdet, auch wenn die Baumaßnahme hier kleiner ist und die Kosten derzeit auf etwa 23 600 Euro geschätzt werden, informiert Michael Schuft. Beschädigt sind auch hier Teile der Dach- und Deckenkontruktion. Das Ergebnis des Holzschutzgutachtens war nicht so markant wie bei der Neuendorfer Kirche, sodass hier nicht der komplette Dachstuhl erneuert werden muss und abschnittsweise gearbeitet werden kann, erklärt Dirk Zaske. Befallen ist das Holz von verschiedenen Pilzen, aber nicht vom Echten Hausschwamm. Wenn dieser aber doch noch gefunden wird, werde die Baumaßnahme größer, so der Kirchenbaureferent. Es sei wichtig, sich für den Erhalt von Kirchen einzusetzen, die meistens mit die ältesten Gebäude in den Dörfern seien und die Generationen über Generationen nutzen.

Wegen der Ausstattung der Kirche, die aus dem 19. Jahrhundert ist, ist wegen der Denkmalschutzauflagen hier eine Teilumnutzung eher nicht möglich.

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