Nicht betreten: Schnee verhindert Verdickung der Eisflächen

Auf dem Burggraben in Kalbe: Nur zwei Zentimeter

Die Eisdecke auf dem Burggraben in Kalbe beträgt nur etwa zwei bis drei Zentimeter – viel zu dünn, um jemanden zu tragen. Das Betreten ist aber generell verboten.
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Die Eisdecke auf dem Burggraben in Kalbe beträgt nur etwa zwei bis drei Zentimeter – viel zu dünn, um jemanden zu tragen. Das Betreten ist aber generell verboten.
  • Hanna Koerdt
    vonHanna Koerdt
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Auf Facebook hatte Kay Grahmann vor wenigen Tagen gelesen, wie Kalbenser unter Fotos des Burggrabens hoffnungsvoll schrieben, dass man bald wieder darauf Eislaufen könne. „Deshalb habe ich mich bei der Stadt gemeldet“, so der Vorsitzende des Angelsportvereins.

Kalbe – In Absprache mit ihm hat die Stadt Hinweisschilder an den Stegen und Bäumen am Burggraben und am Karpfenteich aufhängen lassen, die das Betreten der Eisflächen untersagt. Denn die momentane Schneeschicht darauf ist tückisch.

Dass die Eisflächen auf den Gewässern nicht betreten werden dürfen „steht in der Gefahrenabwehrverordnung, es ist also generell verboten“, erklärt Renate Ahlfeld aus dem Ordnungsamt in Kalbe. Die Hinweise wurden aber trotzdem „als vorbeugende Maßnahme aufgehangen“, so Ahlfeld. Die Gewässer sehen aktuell „verlockend aus, besonders für Kinder“, sagt dazu Kay Grahmann. Auch sei er selbst als Kind auf dem Eis gelaufen, aber damals hatten üblicherweise Feuerwehrleute Testbohrungen gemacht, um die Dicke des Eises zu prüfen. Kay Grahmann hatte dies nun mit einem einfachen Bohrer auf dem Burggraben am Vereinsgelände der Angler selbst gemacht, die Eisschicht ist nur etwa zwei bis drei Zentimeter dick und damit viel zu dünn, um einen Menschen zu tragen.

Auch bei hohen Minusgraden hat der Schnee eine dämmende Wirkung auf die Gewässer und „verhindert, dass die Eisschicht dicker wird“, erklärt Grahmann auf Nachfrage der AZ, was aber viele nicht wüssten. Je mehr Schnee, desto weniger wächst die Eisschicht. Noch gefährlicher sei eine scheinbare Eisschicht bei Fließgewässern, was in und um Kalbe bei allen der Fall ist. Das Betreten der Gewässer in der Mildestadt sollte also gar nicht erst versucht werden.

Kay Grahmanns Hinweise haben auch noch einen anderen Hintergrund: Alle Fischarten in der Region sind in den Wintermonaten im „Ruhemodus“, erklärt der passionierte Angelsportler, und eine Begehung oder jedwede sportliche Aktivität auf Gewässern führt zu Stresssituationen der Fische. Dieser Stress kann sogar dazu führen, dass die Fische sterben, erklärt Grahmann.

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