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„Mit Biss“ für Engersen eingesetzt

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Von: Ina Tschakyrow

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Zwei Männer
Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth (rechts) bedankte sich bei Wilfried Hartmann für die jahrzehntelange Zusammenarbeit. © Ina Tschakyrow

Karsten Klingbeil wurde als neuer Ortsbürgermeister für Engersen gewählt. Er übernimmt das Amt von Wilfried Hartmann, der auf Wunsch des Ortschaftsrates seit dem 1. Januar auf das Amt verzichet hat.

Engersen – Als neuer Ortsbürgermeister von Engersen wurde Karsten Klingbeil am Donnerstagabend gewählt. Sein Stellvertreter ist Wolfgang Schulze. Der bisherige Ortsbürgermeister, Wilfried Hartmann, verzichtet auf Wunsch des Ortschaftsrates seit dem 1. Januar 2022 auf das Amt.

Deswegen eröffnete er zwar noch die Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus, aber sein Stellvertreter Karsten Klingbeil leitete die Sitzung weiter. Er wurde von Karl-Ernst Jung als neuer Ortsbürgermeister vorgeschlagen. Das begründete Karl-Ernst Jung damit, dass es in der heutigen Zeit wichtig sei, dass derjenige das Amt übernimmt, der nicht dazu überzeugt werden müsse, sondern der es will.

Zwei Männer
Engersens neuer Ortsbürgermeister ist Karsten Klingbeil (links), sein Stellvertreter ist Wolfgang Schulze. © Ina Tschakyrow

In offener Wahl wurde Karsten Klingbeil einstimmig gewählt, ebenso Wolfgang Schulze. Bei der nächsten Stadtratssitzung muss der neue Ortsbürgermeister von Engersen noch bestätigt werden und seinen Amtseid ablegen. Karsten Klingbeil freute sich „über das entgegengebrachte Vertrauen“ und wünscht sich „sehr gute Zusammenarbeit“, erklärte er nach der Wahl.

Dank für jahrzehntelanges Engagement

Im Namen des Ortschaftsrates bedankte sich Karl-Ernst Jung bei Wilfried Hartmann für „die jahrelange Führung des Ortschaftsrates als Ortsbürgermeister“. Er war 48 Jahre im Gemeinde- bzw. Ortschaftsrat tätig und bleibt weiterhin Mitglied des Gremiums, womit Wilfried Hartmann die Ortschaft weiter mitgestalten könne. Er habe sich „nach seinen Möglichkeiten“, sagte Karl-Ernst Jung, „stark für die Gemeinde engagiert“. Karl-Ernst Jung merkte dabei aber an, dass auch eigene Interessen berücksichtigt wurden. Wilfried Hartmann habe vielleicht „nicht alles so gemacht, wie es sich der Ortschaftsrat gewünscht hat“, sagte dazu später Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, der zur Sitzung kam, um sich beim ehemaligen Ortsbürgermeister zu bedanken, „aber der Ortsbürgermeister hatte es auch teuflisch schwer“, sagte Karsten Ruth. Er erinnerte daran, dass Wilfried Hartmann seinerzeit der einzige Einwohner war, der Interesse hatte, die Position des Ortsbürgermeisters zu übernehmen. Damals habe es eine „schwierige Situation“ in Engersen gegeben. Und Wilfried Hartmann „war der Einzige, der gesagt hat, ‘Ich mach das’“, erklärte Karsten Ruth. Es war ein „harter Kampf“. Es gab viele Themen, die bis heute unbeliebt sind, auch bei den Bürgern. Wilfried Hartmann habe, sagte Karsten Ruth, Mut und Durchsetzungsvermögen gehabt. Engersen hatte den Vorteil, ihn als Ortsbürgermeister zu haben, da Wilfried Hartmann nicht nur Mitglied im Stadtrat war, sondern auch Vorsitzender des Finanzausschusses. Davon haben, so Karsten Ruth, „Stadtrat und Ortschaftsrat profitiert“.

Die Zusammenarbeit sei konstruktiv gewesen, aber nicht immer einfach, fuhr Karl-Ernst Jung fort. Wilfried Hartmann sei ein, so Karsten Ruth, „streitbarer Ortsbürgermeister“ gewesen, dem es nicht „am notwendigen Biss“ gefehlt habe, um die „Interessen der Ortschaft durchzusetzen“. Wilfried Hartmann habe laut Kalbes Bürgermeister Regelungen für das Dorf für die Zukunft getroffen und nannte die Flurneuordnung. Er habe immer für die Gemeinde gearbeitet und viel persönlichen Einsatz gezeigt, was er von einem Ortsbürgermeister auch erwarte.

Zukünftige Vorhaben für Ortschaft

„Der Rat wird deine Unterstützung noch brauchen“, bedankte sich Karsten Klingbeil bei Wilfried Hartmann. Der ehemalige Ortsbürgermeister bedankte sich für „die gute Zusammenarbeit“ und ergänzte: „Wenn wir alle versuchen, gemeinsam Sachfragen zu lösen, zielorientiert diskutieren, Entscheidungen gemeinsam verfolgen, dann können wir etwas für die Ortschaft erreichen“.

Laut Karl-Ernst Jung sei es wichtig, den Bau einer Kindertagesstätte für Engersen zu überlegen. Ebenso sollten Familien, die in der Ortschaft ein Haus bauen wollen, auch die Möglichkeit mit geeigneten Bauplätzen bekommen. Es dürfe die „Finanzsituation der Stadt nicht außer Acht gelassen werden“, brachte Wilfried Hartmann ein wenig Realismus in die Wünsche. Ebenso könne der Altmarkkreis Salzwedel „nicht alle Straßen gleichzeitig machen“, merkte er an, als die Ortschaftsräte noch vor der Sitzung über die Sanierung der Kreisstraße von Engersen zur B 71 sprachen.

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