Neptune Energy prüft weiteres Vorgehen bei Bohrschlammgrube Brüchau

Neptune Energy: „Auskofferung ist nie ausgeschlossen worden“

Protestplakat
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Betroffene fordern seit Jahren die Auskofferung.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Wie geht es nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Magdeburg, dass der Betreiber der Bohrschlammgrube Brüchau, Neptune Energy, einen Abschlussbetriebsplan für die Auskofferung erstellen muss, weiter?

Brüchau – „Neptune Energy nimmt den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Sachsen-Anhalt zur Kenntnis und prüft aktuell das weitere Vorgehen“, teilt Dr. Stefan Brieske, Pressesprecher von Neptune Energy, auf Nachfrage der Altmark-Zeitung mit und ergänzt: „Die Vollauskofferung der Obertagdeponie Brüchau ist vom Unternehmen nie als Variante ausgeschlossen worden.“

Diese neueste Entwicklung ist eine große Freude für die vielen Menschen, die sich seit sechs Jahren intensiv für die Auskofferung einsetzen und für das Umweltamt des Altmarkkreises Salzwedel, das jahrzehntelang den Betriebsstopp der Abfallgrube verlangte und schließlich erreichte“, teilt dazu Christfried Lenz von der Bürgerinitiative „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ mit. Das Ziel sei zwar noch nicht erreicht, aber die Wahrscheinlichkeit, es mit dieser Entscheidung zu erreichen, habe „einen Sprung nach oben gemacht“, so der Sprecher der Bürgerinitiative.

Kakerbecks Ortsbürgmeister Ulf Kamith findet die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg „sehr gut“. Es werde schon lange darauf gewartet, dass etwas passiert. Es wurde immer gehofft, dass die Auskofferung vorgenommen wird und das nun die Erstellung des Abschlussbetriebsplans beschlossen wurde, ist „eine gute Nachricht“.

„Der Weg ist endlich frei. Durch die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts kann die Planung zur Auskofferung der Bohrschlammgrube Brüchau zeitnah vorangetrieben werden. Das ist eine sehr gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger der Region und eine sehr gute Nachricht für unsere Umwelt“, sagt dazu die CDU-Landtagsabegordnete Sandra Hietel aus Gardelegen. Die Auskofferung wurde bereits im Juni 2020 vom Landtag beschlossen aber „leider haben sich die zuständigen Behörden eher schwer getan, eine Entscheidung zu treffen. Jetzt gibt es eine höchstrichterliche Entscheidung. Der Betreiber muss der Anordnung der zuständigen Behörde nun Folge leisten“, ergänzt Hietel in einer Pressemitteilung. Sie wünscht sich für den Planungsprozess „seitens des Betreibers und der Behörden größtmögliche Transparenz und endlich zügiges Handeln. Es sind genug Jahre vergangen, in denen Menschen und Umwelt belastet wurden.“

Laut Neptune-Energy-Pressesprecher Stefan Brieske bleibe aber weiterhin „die Frage der Refinanzierung einer solchen Sanierungsmaßnahme durch das Land Sachsen-Anhalt“ ungeklärt.

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