Muss das Schulmuseum der Grundschule weichen?

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Das Schulmuseum ist ein sehr beliebter Anlaufpunkt bei Klassentreffen.

Kalbe - Von Conny Kaiser. Muss das kleine Kalbenser Schulmuseum vorübergehend Platz für die Grundschule machen? Die Stadt prüft im Zuge der Bauvorbereitungen für die Bildungseinrichtung eine entsprechende Möglichkeit.

Renate Pauls ist fassungslos. Das von ihr betreute Kalbenser Schulmuseum, das sie 2002 aufgebaut und seither immer weiter vervollkommnet hat, ist doch tatsächlich als vorübergehender Klassenraum für die Kalbenser Grundschüler im Gespräch. Die pensionierte Pädagogin kann es kaum glauben, was die Stadt da vorhat.

Bürgermeister Karsten Ruth versuchte gestern zu beschwichtigen. Er bestätigte aber, dass die Stadt um den Schlüssel des Museums gebeten habe, um dort heute ungehinderten Zutritt zu haben. Denn es findet eine Begehung mit dem Staatlichen Schulamt, das dem Landesverwaltungsamt angegliedert ist, sowie mit dem Schulamt des Altmarkkreises Salzwedel statt. Dabei geht es darum, welche Räumlichkeiten denn nun als Ausweichobjekt für die Kalbenser Grundschule herhalten könnten. Diese soll bekanntlich ab 2011 um- und sogar teilweise neu gebaut werden.

Die beste Lösung sei zwar die Nutzung des leer stehenden Altneubaus an der Westpromenade (wir berichteten), „aber wir erwarten da erhebliche Brandschutz-Auflagen“, so der Bürgermeister. „Die Begehung soll uns zeigen, was geht und was nicht.“ Insgesamt werden für die Grundschule für einen Zeitraum von etwa zwei Jahren zehn Klassenräume benötigt. Da aber wegen der Brandschutzauflagen davon auszugehen sei, dass im Altneubau maximal sechs, vielleicht sogar nur vier der dortigen Räume genutzt werden könnten, müsse nach weiteren Möglichkeiten gesucht werden. Und das Schulmuseum biete eine solche, zumal es direkt ans jetzige Schulgelände angrenze. Allerdings, daran ließ Ruth keinen Zweifel, käme diese Alternative erst dann zum Tragen, wenn nichts anderes greife. Denn es seien auch schon Gespräche mit der Leitung der örtlichen und in Kreis-Trägerschaft befindlichen Sekundarschule geführt worden. Sie könne ebenfalls zwei Klassenräume zur Verfügung stellen. Damit würden aber immer noch mindestens zwei fehlen. Der Hort „Abenteuerland“, an den das Schulmuseum angrenze, sei ebenfalls als Ausweichobjekt im Gespräch. Zumal es hier auch den Sportraum gebe, der dann für die Grundschule herhalten könne. Allerdings gab der Bürgermeister die sehr gute Auslastung des Hortes und die Tatsache, dass dort gerade erst malerische und dekorative Instandsetzungsmaßnahmen stattgefunden hätten, zu bedenken.

Eine weitere Möglichkeit würden die Räume der Bibliothek bieten. Sie soll demnächst ins Kulturhaus umziehen, das mithilfe von Fördermitteln des Landes-Entwicklungsministeriums in ein Mehrgenerationenhaus umgewandelt werden soll.

Dass die Grundschule selbst leere Räume im Kulturhaus nutzt, hält Ruth wegen der Wege, die dann zum Hort und zur Turnhalle zurückzulegen wären, für keine gute Idee. Auch die Containervariante kommt kaum in Frage. „Die würde“, so Ruth, „weit über 100 000 Euro kosten.“

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