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Stadtrat: Ja zum Solarpark, aber mit einem Vorbehalt

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Von: Hanna Koerdt

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Solaranlagen für Solarparks auf Freiflächen
Bei Altmersleben soll ein Solarpark entstehen. Der Stadtrat Kalbe gab sein Okay für das Bebauungsplanverfahren. Der Investor muss aber noch eine wichtige Voraussetzung erfüllen, um tatsächlich bauen zu können. © Lohmann, Lars

Nachdem das Vorhaben einen Solarpark bei Altmersleben zu bauen mithilfe des Kriterienkatalogs für Photovoltaikanlagen auf Freiflächen von der Stadt Kalbe geprüft wurde, hat der Stadtrat der weiteren Planung des Projekts zugestimmt. Eine wichtige Voraussetzung für den Bau muss aber noch erfüllt werden.

Kalbe – „Stein des Anstoßes“, so formulierte es Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth vor einigen Wochen im Hauptausschuss, für die Erstellung eines Kriterienkatalogs für Photovoltaikanlagen (PV) auf Agrarflächen, war die Anfrage eines Investors, bei Altmersleben einen Solarpark zu bauen. Vor Kurzem hat der Stadtrat der Aufstellung des Bebauungsplanes für diesen Solarpark zugestimmt. Es ist somit der erste Solarpark, der unter der Berücksichtigung des Kriterienkatalogs errichtet wird.

Der erste Antrag der Parabel Solar GmbH für die Errichtung des Solarparks auf der Fläche des ehemaligen Flugplatzes bei Altmersleben ging bereits im Januar 2021 ein, konkretisiert wurde das Ganze im Mai 2021, berichtete Bauamtsleiter Thomas Kräuter den Mitgliedern des Stadtrates. In dieser Zeit stimmte der Altmerslebener Ortschaftsrat dem Vorhaben bereits zu, doch der Bauausschuss führte anschließend als erstes nachgeschaltetes Gremium Bedenken für das Projekt an – vor allem wegen der Ackerflächen, auf denen dann nicht mehr Nahrungsmittel angebaut würden sowie hinsichtlich der Sorge, dass die Einheitsgemeinde mit Solarparks zugebaut würde, da sich die Anträge zum Bau von PV-Anlagen auf hiesigen Flächen im vergangenen Jahr häuften. Da es von politisch höherer Ebene keine Regelungen zu Größe, Abständen zu Ortschaften und Co. gibt – anders ist es zum Beispiel bei Windparks –, haben die Kalbenser Gremien einen Kriterienkatalog für PV-Anlagen auf Freiflächen erstellt, beraten und vor wenigen Monaten schließlich beschlossen (AZ berichtete).

„Wir haben ja eine Vorprüfung mit dem Kriterienkatalog machen können“, erklärte Thomas Kräuter kürzlich im Stadtrat. So soll der Solarpark eine Gesamtfläche von 16,6 Hektar einnehmen, tatsächlich mit Solarmodulen bebaut werden, allerdings nur 15 Hektar, der Rest sind Grünstreifen, womit dem Kriterienkatalog entsprochen wird. Es wurde festgestellt, dass vor rund 80 Jahren die Bodenwertzahl für die Flächen „im Schnitt über 25 lag“, so Kräuter. Laut Kriterienkatalog soll die Bodenwertzahl aber unter 25 liegen. 2004 gab es im Bereich Altmersleben eine Flurneuordnung, bei der auch die Bodenpunktzahlen überprüft wurden und ähnliche Ergebnisse hatten. Bereits im Bauausschuss allerdings machte Altmerslebens Ortsbürgermeister Bernd Pawelski darauf aufmerksam, dass für die Flurneuordnung vereinzelt in der Gemarkung Altmersleben Stichproben durchgeführt wurden, man die Ergebnisse also nicht ganz auf den ehemaligen Flugplatz übertragen könne. Der Grundstückseigentümer habe deshalb, so informierte Thomas Kräuter den Stadtrat, einen Gutachter engagiert, um den Bodenwert auf den Flurstücken ermitteln zu lassen. Dieser stellte einen Mischwert von 17 fest. Das Ergebnis weiche von den ursprünglichen Zahlen ab und „wirft Fragen auf“, erklärte der Bauamtsleiter weiter, „aber letztlich ist der Gutachter oder die Gutachterin vereidigt“. Seitens des Bauamtes wurde mit dem Antragsteller aber nochmals Rücksprache geführt „hinsichtlich eines weiteren Gutachtens“, so Kräuter, um sicherzugehen, dass das erste Gutachten bestätigt wird. „Wir haben im Bauausschuss besprochen, dass wir das Verfahren laufen lassen wollen“, so Kräuter, dass aber im Verlauf der Erstellung des Bebauungsplanes als Bedingung geklärt werden muss, dass die Bodenwertzahlen tatsächlich unter 25 liegen. Das Risiko des weiteren Verfahrens liege beim Antragssteller. Nachdem der Bau- und Hauptausschuss dem Antrag für ein B-Planverfahren zugestimmt haben, tat es nun auch der Stadtrat mehrheitlich.

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