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Mit dem Trecker von Rügen nach Hagenau

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Von: Ina Tschakyrow

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Ein Mann auf Trecker
Peter Arnold ist mit seinem Trecker nach Hagenau gefahren. © Ina Tschakyrow

Peter Arnold ist von Hamburg aus mit einem Trecker über Rügen und Usedom nach Alt Schwerin und von dort nach Hagenau gefahren. Unterwegs hat der Hamburger einiges erlebt.

Hagenau – An einem Tisch mit einem kühlen Getränk vor sich sitzen Peter Arnold und Hans-Joachim Harthun. Der Wind weht in das Gebäude auf dem Hof in Hagenau herein. Die Beiden unterhalten sich. Peter Arnold erzählt von seiner Reise mit seinem Trecker. Auf dem Hof von Hans-Joachim Harthun steht der rote Trecker mit Anhänger. Mit dem Fahrzeug ist Peter Arnold von Hamburg bis nach Alt Schwerin am Plauer See und von dort nach Hagenau gefahren.

Er kam am Montagnachmittag in Hagenau an. „Ich mache eine Treckertour durch Norddeutschland“, erzählt der 59-Jährige. Er ist viel mit seinem Trecker „Fahr D 130 H“ – das „D“ steht für Dieselmotor, die „130“ für 130 Kubikzentimeter und das „H“ für Hochradversion – unterwegs. Der Hamburger nimmt an Trecker-Treffen teil. Deswegen ist er nach Alt Schwerin gefahren.

Rundreise auf Rügen

Los ging es mit seinem 65 Jahre alten Fahrzeug mit Anhänger, in dem er übernachtet, vom Hamburger Stadtrand. Von dort nach Lübeck, immer an der Ostseeküste entlang: „So dicht wie möglich“, sagt Peter Arnold. Er fährt auf kleinen Feldwegen. Bundesstraßen benutzt der 59-Jährige nicht. Große Städte werden umfahren. Auf der Insel Rügen hat der Hamburger mit seinem Trecker eine Rundreise gemacht. Dort hat er Hans-Joachim Harthun getroffen. Mit seinem Trecker war Peter Arnold auf einem Plattenweg unterwegs, als er vom Hagenauer auf seinem Fahrrad am vergangenen Mittwoch gesehen wurde. „Das hat mir imponiert, wie er mit dem Trecker vorbeikam“, sagt Hans-Joachim Harthun, der mit Pferd und Kutsche nach Rügen reist. Er hat einen Bekannten, der auch mit dem Trecker solche Touren unternehmen möchte. Deswegen hat er Peter Arnold angesprochen. „Ich habe ihn zum Kaffee eingeladen“, erzählt Hans-Joachim Harthun. Nur eine halbe Stunde Zeit hatten die Beiden. Dabei erfuhr der Hagenauer, was Peter Arnold mit seinem Trecker, den er vor acht Jahren kaufte, „weil ich Trecker fahren wollte“, vor hat. Als er über die Route für den Rückweg sprach, sagte Hans-Joachim Harthun: „Na, da bist du fast bei mir, also komm vorbei.“

Trecker-Treffen in Alt Schwerin

Von Rügen ging es zunächst in Richtung Greifswald. „Ich bin die alte 96 entlanggefahren“, erzählt Peter Arnold, der Programmierer von Industrieanlagen ist. Das sei eine Kopfsteinpflasterstraße, die aus geschlagenem Granit besteht. Elf Kilometer lang ist die Allee. „Dort ist es wunderschön“, sagt der Hamburger. Auf dieser Straße gibt es wenig Verkehr, da die meisten Fahrer auf einer parallel daneben befindlichen neu gebauten Straße fahren.

Auf Usedom hat er wieder eine Rundreise gemacht. Es ging weiter nach Swinemünde, in Polen wusste der 59-Jährige allerdings nicht, welche Straßen er mit seinem Trecker und Anhänger befahren darf. Also ging es schnell weiter. Über Anklam fuhr der Hamburger mit seinem 17 PS starken Trecker nach Alt Schwerin. „Ich habe dort vier Tage verbracht“, erzählt er. Bei dem Trecker-Treffen hat er Besucher auf seinem Fahrzeug mitgenommen, die von der Fahrt begeistert waren.

Mit 25 km/h unterwegs

Von Hamburg bis nach Alt Schwerin waren es 879 Kilometer. Peter Arnold hat vier Tage benötigt. Der Trecker fährt nur 25 km/h. „Das ist sehr entschleunigend“, sagt er und ergänzt lachend: „Schneller geht es einfach nicht.“

Er sieht unterwegs viele Landschaften. Rügen habe ihm sehr gut gefallen. Auch die vielen kleinen Wege an der Küste. Und, nachdem er sich wieder in Alt Schwerin in den Sitz seines Treckers gesetzt hatte, um am Montagmorgen nach Hagenau zu fahren, die Elbüberquerung bei Sandau, lacht der Hamburger. Er erzählt, dass er auf der Fähre mit zwei Fahrradfahrern, die auch aus Hamburg kamen, sowie dem Kapitän geklönt habe. Die Fähre setzte über, es warteten schon die nächsten Fahrradfahrer „und wir haben einfach immer weiter geklönt“. Nachmittags kam er in Hagenau an. Gefahren ist der Hamburger am Montag 166 Kilometer. Etwa acht Stunden hat der 59-Jährige gebraucht. „Die Natur ist hier wunderschön“, es gebe schöne alte Höfe und Fachwerk.

6000 Kilometer in diesem Jahr gefahren

Eine Nacht ist Peter Arnold in Hagenau. „Du kannst auch die ganze Woche hier bleiben“, lacht Hans-Joachim Harthun. Je nachdem, wie das Wetter ist, ging es am gestrigen Dienstag weiter. „Denn ich fahre Cabrio“, lacht Peter Arnold. Der Trecker hat keine Überdachung. Am Montagabend plante er die Route zurück nach Hamburg mit seinem Fahrzeug.

Sein Trecker macht das alles – „Toi toi toi“, sagt Peter Arnold – bisher gut mit. Das Fahrzeug ist in diesem Jahr schon 6000 Kilometer gefahren.

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