Protest in Corona-Zeiten

Mini-Demo mit Abstandsregelung vor der Bohrschlammgrube „Silbersee“ bei Brüchau

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Mit Plakaten demonstrierten die Teilnehmer für die Komplett-Entsorgung der Bohrschlammgrube „Silbersee“ bei Brüchau.

Brüchau – Als Christfried Lenz, der Sprecher der Bürgerinitiative „Saubere Umwelt und Energie Altmark“, das erste von mehreren Plakaten an den Zaun des Areals der Bohrschlammgrube „Silbersee“ bei Brüchau hängen wollte, hatte er ein Problem.

„Wem gehört das Fahrrad?“, rief der den anderen Teilnehmern der am Sonnabend abgehaltenen Demonstration zu. „Das ist meine Anneliese“, rief eine Frau und schob den Drahtesel hastig beiseite.

Bitte Abstand halten: Kreisdezernent Hans Thiele (links) stand an der Sperrlinie zwischen der Demonstation und den „überzähligen“ Teilnehmern.

„Anneliese“ zählte nicht mit, als verschiedene Interessenvertretungen bei einer Protestaktion an die geforderte Altlasten-Beseitigung im „Silbersee“ erinnern wollten. Ursprünglich war eine Menschenkette geplant, die aber wegen der aktuell geltenden Abstandsregelungen nicht möglich war. Demonstriert wurde dennoch. Maximal 15 Personen durften daran teilnehmen.

Es kamen ein paar Protestierende mehr – und die mussten aus der Entfernung, getrennt durch einen blauen Strich auf der Staße, den Verlautbarungen lauschen, die die Demonstranten per Mikrofon vorlasen. Alles Äußerungen von Poltikern aus den vergangenen fünf Jahren. Zitiert wurden unter anderem Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, der Landtagsabgeordnete Uwe Harms, Landrat Michael Ziche und der Bundestagsabgeordnete Eckhard Gnodtke.

Dann ging es wieder nach Hause. Für die 15 Demonstranten. Für die Protestierenden mit Abstandsregelung. Und auch für „Anneliese“.

VON STEFAN SCHMIDT

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