Neubau geplant: Landes-Innenminister Holger Stahlknecht besichtigte Kalbenser Gerätehaus

1,5 Millionen-Förderung in Aussicht

Mit Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth (v.l.), Kalbes Ortswehrleiter Ramón Rulff und weiteren Verantwortlichen sprach Landes-Innenminister Holger Stahlknecht über den angestrebten Neubau des Kalbenser Gerätehauses.

Kalbe. „Wenn man sich trifft, bringt das immer was“, meinte Holger Stahlknecht am Mittwochnachmittag zu Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth.

Der hatte mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Uwe Harms (CDU) den Landes-Innenminister in die Mildestadt eingeladen, in der Hoffnung, dass das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Kalbe im Ministerium als förderwürdiges Projekt in den Fokus rückt. Und in der Tat gibt es diesbezüglich Grund zum Optimismus.

Das Gerätehaus an der Schulstraße ist längst nicht mehr in einem modernen Zustand. Was die Stadt in der jüngsten Vergangenheit im Alleingang leisten konnte, wurde auch geleistet. Doch die Feuerwehrunfallkasse stellt Anforderungen, die auf lange Sicht mit den jetzigen baustrukturellen Voraussetzungen nicht erfüllt werden können. Kommt man den Anforderungen nicht nach, gefährde dies den Versicherungsschutz der Brandbekämpfer. Deshalb haben sich die Stadt- und Ortswehrleitung sowie Verwaltung schon eingehend mit dem Thema beschäftigt. So wurden Vor- und Nachteile eines Neubaus an einem anderen Standort, wie beispielsweise einer freien Fläche, eingehend geprüft. Als Ergebnis jedoch macht ein Neu- bzw. Umbau des jetzigen Gerätehauses am meisten Sinn. Geplant ist, den vorderen Teil des Gebäudes mitsamt Schlauchturm zu erhalten und den Innenbereich umzugestalten. Den Anbau aus dem Jahr 1984 an der Schulstraße und den Gebäudekomplex, der hinten um den Hof führt, würde man abreißen und neu bauen. So müssten die Feuerwehrleute auch nicht mehr vorne an der Straße in die Wagen steigen, diese würden hinten auf sieben Stellplätzen in Garagen Platz finden.

Das Kalbenser Gerätehaus gewinnt in Zukunft immer mehr an Bedeutung, denn die Feuerwehren müssen wegen des personellen Notstandes zentralisiert werden. Mit voraussichtlich drei Millionen Euro ist das Gerätehaus das größte Bauvorhaben in der Einheitsgemeinde. Zur Hälfte, also mit 1,5 Millionen Euro, könne es vom Land gefördert werden, so Stahlknecht. Beispielsweise in zwei Jahresscheiben à 750.000. Die andere Hälfte der Summe müsste die Stadt zahlen und dafür einen Kredit aufnehmen. „Der würde genehmigt werden“, sicherte Stahlknecht zu, denn der Landkreis könne zur Erfüllung von Pflichtaufgaben der Feuerwehr Kredite nicht ablehnen. Diesbezüglich gebe es einen Erlass. Sind die Planungen für den Neubau konkretisiert, soll es mit allen Verantwortlichen noch einmal einen Termin im Ministerium geben. Die Fördermittel könnten dann in den Doppelhaushalt 2020/21 des Landes eingestellt werden, so Stahlknecht. Mit Ortswehrleiter Ramón Rulff, Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer und noch weiteren Gästen machte er sich dann vom Gerätehaus und auch dem Feuerwehrmuseum selbst ein Bild.

Von Hanna Koerdt

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