Schnitte absichtlich zugefügt?

Mehrere Verletzungen: Pferdehalterinnen befürchten Tierquäler in Kalbe

Gina Maier (links) und Madlene Gerhardt entdeckten an ihren Pferden mehrere Schnittverletzungen, die an verschiedenen Tagen entstanden sind. Sie befürchten, dass diese den Tieren absichtlich zugefügt wurden.
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Gina Maier (links) und Madlene Gerhardt entdeckten an ihren Pferden mehrere Schnittverletzungen, die an verschiedenen Tagen entstanden sind. Sie befürchten, dass diese den Tieren absichtlich zugefügt wurden.

Kalbe – Sie sehen aus wie Schnitte, die mit einem zerbrochenen Glas, vielleicht auch einem Messer, gemacht wurden. Sind Tierquäler unterwegs in Kalbe? Das befürchten Gina Maier und Madlene Gerhardt. Sie bemerkten vor einigen Tagen mehrere Wunden an ihren Pferden.

Die Tiere stehen auf einer Weide am Milde-Biese-Aland-Radwanderweg in Richtung Kreuztannen bzw. Goliath am Ortseingang in Kalbe.

Seit einem halben Jahr pachten die beiden jungen Frauen die Weide. Doch nun überlegen sie, ob ihre Pferde und das Shetlandpony dort noch sicher sein können. Es ist vier Tage her, da bemerkte Madlene Gerhardt an ihrem Wallach Joey die erste Wunde. Einen Tag später waren neue Wunden an den Pferden. „Wir haben überlegt, ob es Bisswunden sein könnten“, erzählt Madlene Gerhardt, „aber die sehen anders aus“. „Und dafür ist das Klima unter den Pferden viel zu gut“, ergänzt Gina Maier. Sie vermuten, dass die Verletzungen den Tieren absichtlich zugefügt wurden.

Keine Bisswunden: Die Verletzungen sehen aus, als wären die Pferde geschnitten worden. Mit Glasscherben?

Gleich neben der Weide befindet sich an einer Weggabelung eine Sitzgruppe. „Es wurden in letzter Zeit abends Jugendliche beobachtet, die hier sitzen“, sagt Gina Maier. Und offenbar trinken. Denn sie musste letztens bereits Glasscherben von der Weide aufsammeln und „Zigarettenstummel aus der Tränke“, schüttelt Gina Maier verständnislos mit dem Kopf. Flaschen wurden offenbar auf die Weide geworfen und zerbrachen dort. Erst dachten die beiden Frauen, die Verletzungen an den Tieren sind deswegen entstanden und suchten die Weide und besonders den Wälzplatz der Tiere ab. Doch sie fanden diesmal keine Scherben. Auch seien die Verletzungen dafür doch zu oberflächlich, von der Länge her kurz und weit von einander verteilt. Die Schnitte würden anders aussehen, „wenn sich so ein 600 bis 800 Kilo schweres Tier auf eine abstehende Scherbe legen und auf ihr wälzen würde“, denkt Madlene Gerhardt. Die Schnittverletzungen sind teils an der Flanke, oben am Hinterbein, aber auch vorne im Bereich der Hälse.

Es könnte sein, dass die Pferde entweder mit Futter oder Rufen angelockt und dann zugestochen wurde oder dass die Weide sogar betreten wurde. Denn auch das passierte in der Vergangenheit schon, dass Fremde auf die Weide kamen „und Ponyreiten gespielt haben, also sich richtig auf die Pferde gesetzt haben und versuchten zu reiten“, erzählt Gina Maier.

Die beiden jungen Pferdebesitzerinnen hoffen, dass Spaziergänger aufmerksam sind und eventuell die Polizei alarmieren, wenn sie beobachten, dass sich dort Leute unbefugt den Tieren nähern. Und sie hoffen, dass der oder die Täter vielleicht doch ein Gewissen hat und davon absieht, die Tiere zu quälen. Außerdem bitten sie alle, die an der Weide vorbeigehen, die Pferde nicht zu füttern. Sie bekommen genug Futter, zu viel und vor allem das falsche Futter – eine Bekannte der Frauen hat gesehen, wie Spaziergänger Kuchen an die Tiere verfütterte – kann lebensbedrohlich sein. VON HANNA KOERDT

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